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Spezielle Börsenfragen

Um unternehmerisch tätig zu werden – und um nichts anderes
handelt es sich hierbei – ist jeder Händler grundsätzlich gefordert,
unbefangen und mit geschärftem Blick aufmerksam nach allen Seiten zu
blicken, um die sich darbietenden Chancen an den Märkten rechtzeitig
zu erkennen und auszunutzen. Zu diesem Zwecke ist das gesamte verfügbare
Wissen, die volle Arbeitskraft ebenso wie das Vergütung suchende Kapital
so planvoll und wohl überlegt als möglich einzusetzen.

Jeder Handelsabschluss will vorher wohl überlegt sein.
Vernünftige Anlageentscheidungen setzen zunächst voraus, sich über seine
Anlageziele als auch über seine finanziellen Dispositionsspielräume
völlig im Klaren zu sein. In Rechnung zu ziehen ist dabei für jeden
persönlich insbesondere: 1.) Ihr Anlagehorizont, 2.) Ihre Liquiditätsvorliebe
und 3.) Ihre Einstellung gegenüber dem "Risiko". Das Risiko jeder Geldanlageentscheidung
ist bekanntlich in gerader Linie auf mangelnde Kenntnis künftiger Marktentwicklungen
zurückzuführen. Der Unsicherheit über künftige Kursentwicklungen sollte
ein umsichtiger Investor deshalb grundsätzlich durch planvolles Vorgehen
zu begegnen suchen, indem er sich a.) börsentechnisches Spezialwissen
anzueignen befleißigt, b.) Informationen aus verschiedenen Quellen sammelt
und c.) diese sachkundig auszuwerten versteht. Des Weiteren gehört in
diese Abteilung, die eigenen Anlageentscheidungen in ihren möglichen
Konsequenzen gründlich vorauszubedenken, und dazu das aus Erfahrung
Erlernte mit in seine Überlegungen einzubeziehen. Endlich sind geeignete
Vorsorgemaßnahmen gegen den nie ganz auszuschließenden Verlustfall zu
treffen.
Bei allen Planungen, die der Beurteilung der nachhaltigen
Vorteilhaftigkeit einzelner infrage kommender Kapitalanlagen vorausgehen,
ist es entschieden anzuraten, prinzipiell die gesamte Struktur des darin
einbezogenen Portfolios mit
in Vorbedacht zu beziehen. Für den Fall eines Kaufs auf Kredit ist vorsorglich
der Regel zu folgen: Achten Sie darauf, stets Ihre Liquidität und Bonität
zu wahren, um und auch bei einer ungünstigen Kursentwicklung nicht zu
Notkäufen oder -verkäufen gezwungen zu sein.

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Wie handelt man
richtig mit
online
Devisen und wie kann man Signale und aktuelle Trends
erkennen? Wichtige Informationen für Neueinsteiger und aktuelle
News zum Devisenhandel. Alles über Devisenkurse und Chart
Analysen und die Welt des
online
Forex.
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Was heißt "spekulieren",
wer ist "Spekulant"?
Der alltäglichen Anschauung
zufolge – und dabei freilich etwas ethisch angehaucht – wird vielfach
unter Spekulant (engl. »speculator,
trader«) ein Mensch im Sinne eines glückspielerischen Hasardeurs
verstanden, zumal ein solcher, der sein Geld ohne Skrupel in moralisch
anrüchiger Weise investiert, alles in der Hoffnung auf schnelle Vermögensschaffung.
Nach dem lateinischen Wortstamm (von speculari, »spähen, beobachten«)
dagegen ist ein Spekulant "ein Mann, welcher von einem erhöhten Standpunkt
aus in die Ferne späht", und weiter "jemand, welcher neue und
unbekannte Wege und Gegenden für das große Heer der Handelstreibenden
ausfindig macht und absucht".
(Jean Gustave Courcelle-Seneuil
(1813-1892), Professor der Nationalökonomie und französischer Staatsrat)
Ein Spekulant kann darum als eine planvoll handelnde
Person bezeichnet werden, die auf Märkten nach lukrativen, zumeist kurzfristig
ausgerichteten Investitionsgelegenheiten Ausschau hält und daraufhin
ihr Risikokapital auf der Grundlage der dabei gesammelten Wissensvorsprünge
gezielt zum Einsatz bringt. Hiernach unterscheidet sich der Spekulant
entschieden von einem Spieler ("Zocker"): Ersterer handelt wohlüberlegt,
indem er seine Anlageentscheidungen vornehmlich auf ökonomische Ursachen,
insbesondere aber auf die Analyse von Preisdeterminanten (z.
B. Fundamentalanalyse, Informationsineffizienzen in und zwischen
den Märkten) stützt. Letzterer hingegen handelt wahllos und willkürlich,
schlechterdings "aus dem Bauch heraus", indem er hauptsächlich seine
Spielwut zu befriedigen sucht.

Welche
Fertigkeiten erfordert ein Erfolg versprechendes
Tätigwerden an den Börsen?
Ein erfolgreiches Tätigwerden an den Börsen bedarf eines
gewissen Maßes an Selbstdisziplin und einer ebenso raschen Auffassungsgabe
wie treffsicherem Urteilsvermögen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt,
lassen sich grundsätzlich zwei konzeptionell verschiedene Wege beschreiten:
Ein erster Weg geht dahin, sich die nötigen Fähigkeiten zu erweben durch
das Übernehmen einfallsreicher Handlungen erfolgreicher Börsenstrategen.
Obwohl einem solchen Vorgehen enge Grenzen gesetzt sind, kann ein Anbringen
von vervielfältigtem Erfahrungswissen anderer sich in der Praxis durchaus
bewähren. Hierbei droht jedoch die stete Gefahr, einem besser Geschulten
immerzu bloß hinterherzuhinken, was den eigenen Anlageerfolg nicht nur
mindern, sondern letztlich gar durchkreuzen kann.
Praktische Erfahrungen allein reichen i. Allg. aber nicht
aus. Ein zweiter, nicht minder aussichtsreicher Weg, um an den Börsen
nachhaltig erfolgreich zu sein, ist – wie bei jedem wirtschaftlichen
Handeln – findig zu sein und sich Detailkenntnisse mannigfachster Art
anzueignen. Hierzu gehört insbesondere ein gediegenes finanz- und börsentechnisches
Sachwissen, zumal die Kenntnis der einzelnen Börsenplätze und ihrer
zahlreichen Handelsobjekte, weiterhin Feinheiten bei der Ordererteilung,
Grundlagen der Markt- und "Charttechnik", nebstdem
einige sozial(verhaltens-)wissenschaftliche
Einsichten im Hinblick auf Börsenpsychologie im Allgemeinen, aber auch
rücksichtlich der eigenen psychischen Disposition, besonders der persönlichen
Risikoneigung. Gewiss hilfreich ist ferner das Beherrschen grundlegender
Steuerrechts-, allenfalls auch Börsenrechtskenntnisse, und überdies
endlich ein gewisses Maß an wirtschaftspolitischen Einsichten. Alles
dies ist nötig, um sich mit der Flut täglicher Börsennachrichten nachhaltig
auseinandersetzen und dabei verlässliche von unzuverlässigen Informationen
trennen zu können. Es ist leicht einzusehen, dass derlei persönliche
Fertigkeiten kaum anders als durch Aufbietung anhaltender Zielstrebigkeit
zu erlangen sind. Mit einem solchen Rüstzeug versehen, ergänzt um eine
adäquate technische Grundausstattung, lassen sich gut fundierte Kursprognosen
und Anlageentscheidungen herleiten, welche sich nicht zuletzt auch im
Nachhinein frei von allem Unbehagen mit kritischem Anspruch rechtfertigen
lassen. Die Richtigkeit des eigenen Urteils indes wird sich letztendlich
am hervorgebrachten Erfolg des Handelns erproben.

Wie hilfreich ist das Studium
einschlägiger ökonomischer Modelle
der Wirtschaftswissenschaften bei der Geldanlageplanung?
Die meisten Modelle der Wirtschaftstheorie abstrahieren
sehr stark von der Wirklichkeit. Sie gehen landläufig von a priori-Annahmen
aus, die bereits dem ersten Augenschein nach im Widerspruch mit der
alltäglichen Erfahrung stehen – und dabei nicht selten pauschal den
Eindruck wirtschaftliche Begriffe verwendender Mathematik erwecken.
So trifft man auf diesem Felde immer öfter auf Theorien, die sich verwickelter
mathematisch-formalistischer Modelle bedienen, und die dabei vor allem
durch (dem Nicht-Mathematiker nicht jedes Mal sofort völlig verstehbare)
symbolische Logik und durch "Mathematisierung" über Vektorschreibweise
zu bestechen wissen, während der Erklärungsgehalt von empirischen Zusammenhängen
oft nur mehr kärglich ausfällt. Oder aber es begegnen einem in Formeln
eingehüllte, aus dem Zusammengesetzten gelöste Gedankengänge, deren
Nachvollziehen sich darum überaus schwierig gestaltet. Es ist von Wesenheit
zu erkennen, dass derartige Modelle nebst der Denkschulung schwergewichtig
der didaktischen Vereinfachung dienen, zumal um einzelnen ökonomische
Größen, die einer direkten Beobachtung entrückt sind, selbst und mögliche
Abhängigkeiten zwischen ihnen zunächst säuberlich herauszukehren. Beispielsweise
unterstellen nicht wenige dieser Modelle – praktisch jedoch undenkbar
–, es bestehe ein "vollkommener Kapitalmarkt", "symmetrische Informationen"
und "homogene Erwartungen" unter allen Marktbeteiligten (so z.
B. beim CAPM). Dies aber würde buchstäblich
genommen bedeuten, dass jeder einzelne Marktteilnehmer gleich einem
abstrakten Durchschnittsmensch implicite über das völlig gleiche Wissen
um Tatsachen, Theorien usw. verfügt wie alle anderen auch (einheitlicher
Wissensstand, "alle wissen, dass alle alles wissen"), was ebenso von
den gehegten Zukunftserwartungen gilt. Man merke wohl: Alle bloß aus
vereinfachenden Annahmen hervorgehende (und damit noch nicht fertig
entwickelte) Deutungen wirtschaftlicher Gesetze können auch nicht durch
die lebendige Wirklichkeit ihre endgültige Bestätigung finden. Der Nutzen
der auf diesem Wege gewonnenen theoretischen Erkenntnisse soll durch
das eben Gesagte aber keineswegs in Abrede gestellt werden; denn verwickelte
wirtschaftliche Probleme in der Welt der Wirklichkeit lassen sich vielfach
nur auf einem solchen Wege einer Lösung zuführen, der mit Methode erst
auf die konstitutiven Elemente zu vereinfachen und daraufhin unter dem
Blickwinkel der Abstraktion eindeutige Ursache-/Wirkungszusammenhänge
abzuleiten (zu deduzieren) weiß. Fürderhin hat es der Forschende in
seiner Macht, einzelne Aspekte und Annahmen von Wesenheit schrittweise
hinzuzunehmen, um die Modellaussagen und Sachverhalte auf eine den Erfahrungsmomenten
konformere Basis zu wenden und diese nunmehr erneut anhand der Wirklichkeit
auf die Probe zu stellen.

Für welchen
Anlagezeitraum soll ich mich entscheiden?
Zunächst ist zwischen Handlungszeitraum einerseits
und Planungszeitraum andererseits zu unterscheiden. Den Ausgangspunkt
der Überlegungen bildet der Handlungszeitraum, der als solcher die gesamte
Zeitspanne festlegt, für die ein Wirtschafter Börsengeschäfte zu tätigen
gedenkt. Welche Zeitspanne der Handlungszeitraum im Einzelnen durchmisst,
hängt ab allein von seinen konkreten Handlungsmotiven und kann daher
ganz unterschiedlich angeschlagen werden: Ein solcher kann ebenso gut
bis zu einem fest vordefinierten Zeitpunkt reichen, beispielsweise über
die nächsten 25 Jahre oder etwa bis zum Erreichen des Rentenalters usw.,
als auch unbestimmt bleiben und sich damit bis zum (ungewissen) Lebensende
erstrecken.
Der Planungszeitraum umfasst jene Zeitspanne, für die
detaillierte Einzelanlageentscheidungen beschlossen sind. Er
bestimmt die Halteperiode eines Investments. Handlungszeitraum und Planungszeitraum
sind im Regelfall aber nicht identisch. Wegen der mit zunehmender Zeitdauer
ansteigenden Ungewissheit über die Zukunft und der damit steigenden
Kosten der Informationsbeschaffung mag es sich nicht lohnen, den Planungszeitraum
auf länger als ein Jahr auszudehnen. Der Planungszeitraum ist mithin
meist kürzer als der Handlungszeitraum. Die praktische Folge
einer Aufteilung des Handlungszeitraums in einzelne Planungszeiträume
bedingt, dass jeweils zu Beginn eines Planungszeitraums ausreichende
finanzielle Mittel parat stehen müssen, um damit die Geschäfte in laufender
Folge weiterführen zu können.
Wie lässt sich nun die Länge einer einzelnen Planperiode
bestimmen? Der Planungshorizont wird hauptsächlich durch drei Faktoren
bestimmt:
1.) durch den Handlungszeitraum; dieser legt die obere
Grenze Ihres Planungszeitraums fest.
2.) durch das fragliche Investitionsobjekt: Wenn Sie
bspw. in Anleihen mit 6-monatiger Laufzeit investiert sind, folgt daraus,
isoliert betrachtet, eine Untergrenze des Planungszeitraums von eben
6 Monaten, bei anderen Anlageformen dagegen, wie Aktien oder Finanzderivaten,
kann der Planungszeitraum durchaus auf einen Tag (wie z.
B. im Daytrading) zusammenschrumpfen.
Da in der Praxis die zur Disposition stehenden finanziellen
Mittel regelmäßig auf eine Reihe verschiedener Anlageformen verteilt
werden, ist es sinnvoll, die Untergrenze der Planungsperiode mit der
Abrechnungsperiode gleichzusetzen. Die Abrechnungsperiode ist
der Zeitraum, der durch zwei Zahlungszeitpunkte, einem Anfangs- und
einem Endpunkt, begrenzt wird (z.
B. Anschaffungsausgaben für einen Aktienkauf und Einnahmen aus
dem Verkauf) und innerhalb eines solchen folglich keine weiteren Zahlungen
mehr anfallen.
3.) Durch die Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung
und -auswertung in Bezug auf das Anlageinstrumentarium Ihrer Wahl. Besitzen
Sie z. B. Wissensvorsprünge
hinsichtlich ganz bestimmter Aktien, so wird Ihr Planungszeitraum von
der durch einen gewissen Zeitraum erwarteten Rendite abhängen, auf den
sich Ihre Informationen beziehen. Der optimale Planungszeitraum wird
sonach bestimmt durch die individuellen Anlagemöglichkeiten und den
hierzu vorhandenen oder beschaffbaren zweckdienlichen Informationen.
Theoretisch müssten für optimale Investitionsentscheidungen
die Preise einer jeden Geldanlage bis hin zum Planungshorizont richtig
prognostiziert werden. Aus der Befristung in der Kapitalbindungsdauer
einzelner Anlagen und dem durch die Ungewissheit über die Zukunft bedingten
Informationsrisiko folgt aber, dass der Planungszeitraum von Periode
zu Periode unterschiedlich lang anzusetzen ist. Um das Informationsrisiko
zu begrenzen, werden nach Ablauf einer Planperiode die Erkenntnisse
einer jeden Periode unter Beachtung der neuen Ausgangsbedingungen vollständig
in die Planung für die nächste Periode einbezogen. Diese stetige, als
"rollende" Planung bezeichnete Vorgehensweise hat sich allgemein bewährt
und bildet das Fundament für eine gut überdachte Anlagestrategie.

Worauf ist bei der
Anlageplanung zu achten?
Um nicht das Wagen vor das Wägen zu stellen, ist zunächst
darauf Acht zu geben, dass im Rahmen der Anlageplanung die entscheidungsrelevanten
Informationen so vollständig und zutreffend zusammengetragen
werden als irgend möglich. Bringen Sie die summarischen Informationen
alsdann in einen logischen Sachzusammenhang, und zwar tunlichst unter
Berücksichtigung bewährter theoretischer Einsichten als auch unter Auswertung
Ihres Erfahrungswissens, um diese anschließend gründlich nach allen
Seiten zu analysieren. Hüten Sie sich dabei vor Denkfehlern und logischen
Schnitzern. Halten Sie Fehlentscheidungen im Zaune und vermeiden Sie
insbesondere ein Handeln nach bloßem Wunschdenken.
Ziehen Sie grundsätzlich alle möglichen Zukunftsentwicklungen
mit in Ihre Planung ein, um auf diese Weise nachträglichen Überraschungen
möglichst vorzubeugen. Kennen Sie Ihre Anlageziele und die zur Auswahl
stehenden Anlageinstrumente. Analysieren Sie Ihre persönlichen Fähigkeiten
zur Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten für das Eintreten von Zukunftslagen
und versuchen Sie zu "erlernen", wohin sich der Markt bewegt. Beziehen
Sie dabei Hypothesen über das Verhalten anderer Marktbeteiligter ausdrücklich
mit ein, indem Sie deren mögliche Reaktionen vorwegbedenken. Anderweitige
oder zeitlich starke Arbeitsbeanspruchung bzw. Unbequemlichkeiten bei
der Informationsbeschaffung dürfen nicht als Entschuldigung für das
Übersehen erkennbarer Entwicklungen herhalten. Kontrollieren Sie das
Ergebnis Ihrer Planung abschließend nochmals, bevor Sie eine Order erteilen.
Kommt es hiernach trotz alldem zu Fehlern, so gestehen Sie sich diese
rückhaltlos ein; denn wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert,
begeht bekanntlich einen zweiten.
Bedenken Sie zudem, dass der wirtschaftliche Erfolg Ihrer
Anlageplanung entscheidend von der Güte Ihrer Prognosen und der zutreffenden
Beurteilung ihrer Folgen, in praxi nicht zuletzt aber auch von der Schnelligkeit
in der Umsetzung derselben in konkrete Kauf- bzw. Verkaufentscheidungen
abhängen wird.

Welchen Stellenwert haben
Börsennachrichten und Anlagetipps bei
der Informationssammlung?
Neuigkeiten, die Ihnen als Tatsache verkauft werden,
sind stets mit Vorsicht zu genießen. Was der eine als sicher zu wissen
vermeint oder verspricht, deckt sich häufig nicht mit dem, was ein anderer
beim selben Sachverhalt zur selben Zeit als sichere Tatsache betrachtet.
Informationen werden meist unbewusst unter dem Blickwinkel der eigenen
subjektiven Erfahrungen und Wertungen, wenn nicht gar vermischt mit
(zuweilen gefährlichem) "Halbwissen" verbreitet. Hier ist Ihre Fähigkeit
zur richtigen Einschätzung von vermeintlichen Tatsachen gefordert, eine
Fähigkeit, deren Wert nicht hoch genug in Anschlag gebracht werden kann.
Eine der gehaltvollsten Börsenregeln lautet daher: Das Nicht-Hereinfallen
auf fadenscheinige, oder gar in Täuschungsabsicht verbreitete Anlageempfehlungen
Dritter gehört zu den besten Methoden zur Vermeidung von Verlusten.
Aber verifizierte Tatsachen allein reichen nicht aus,
mögliche künftige Kursentwicklungen begründet zu antizipieren. Dazu
bedarf es zusätzlich eines ganzheitlichen Wissens über Tatsachen, erklärende
Theorien und über Erwartungen anderer Marktteilnehmer.
In diesem Zusammenhang sei die Bedeutung herausgestellt,
die sich darin ausspricht zu ergründen, über welches Wissen andere Markteilnehmer
gegenwärtig verfügen; denn andere bilden aus dem, was sie als Tatsachen
betrachten, ihre Erwartungen und auf dieser Grundlage letztlich auch
ihre Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen. Erfolgreiche Spekulanten richten
ihre Bemühungen deshalb darauf, die Einschätzungen anderer zu antizipieren
und so den Markt zu durchblicken, bevor sie eigene Anlageentscheidung
treffen.

Ich bin
Unternehmer in einem börsenfremden Tätigkeitsbereich.
Soll ich mich dennoch selber um meine täglichen Anlageentscheidungen
an den Börsen kümmern?
Nein, Sie können nicht gleichzeitig praktizierender Zahnarzt
und Trader sein. Die dem eigentlichen Geschäftsbetrieb fremde Tätigkeit
auf den Finanzmärkten führte nur dazu, sich an seinen allzu verschiedenen
Aufgaben zu verzetteln. Bündeln Sie besser Tätigkeiten auf diejenigen
Aufgaben, die Ihnen liegen, und überlassen Sie das Tagesgeschäft an
den Börsen handelstechnisch begabten und im täglichen Geschäft eingebundenen
Börsenhändlern Ihres Vertrauens. Die Inanspruchnahme der Dienste von
sachkundigen Betreuern von Bank- und Brokerhäusern bzw. von anderen
wohlerfahrenen Spezialisten empfiehlt sich grundsätzlich immer dann,
wenn Sie anderweitig beschäftigt oder dazu aus welchen Gründen immer
selbst nicht genügend befähigt sind. Spezialisten verfügen – so ist
immerhin zu hoffen – über die nötigen Wissensvorsprünge und über mehr
Können, was letztlich Ihrem wohlverstandenen Interesse sehr zugute kommt.

Durch
Kleinanzeigen, Telefonkontakte und im Internet
habe ich erfahren, dass an den Börsen unglaubliche Gewinne innerhalb
kürzester Zeit möglich sind. Ist so etwas seriös?
Um Geld aus den Taschen anderer Leute zu ziehen und dabei
selbst Kasse zu machen, gaukeln selbsternannte "Anlageberater" gutgläubigen
Gemütern immer wieder exorbitant hohe Renditen vor, die sich angeblich
mühelos aus allerlei dubiosen Steuersparmodellen, Versicherungen, Warentermingeschäften,
den exotischsten Aktien (Pennystocks etc.) obskuren Zertifikaten oder
aus anderen zweifelhaften Papieren erzielen lassen. Zwar erscheinen
die darauf gewendeten beredten Versprechungen (nicht selten umgeben
von Blendwerk und begleitet von Schmeicheleien, unter Heraufbeschwören
von vermeintlichen Gefahren, dem Besorgen des Verpassens von einmaligen
Gelegenheiten, oder gar verbunden mit dunklen Drohungen) oft zunächst
glaubhaft und verheißungsvoll, stellen sich jedoch nicht selten meist
erst im Nachhinein als raffinierte Täuschungsmanöver heraus. Leider
gibt es genug oft Unvernünftige, die in der Hoffnung auf das schnelle
Geld den windigen Überredungskünsten und Taktiken jener zwielichtigen
Gestalten aufsitzen, und ihnen ihr Erspartes freimütig anvertrauen.
Doch gar mancher, der blindlings den Lockung gefolgt ist, hat dabei
in Kürze schon ein Vermögen durchgebracht. Steuerausweichhandlungen
und Profitgier sind zwar nur all zu menschliche Neigungen, doch führt
ein blauäugiges Hereinfallen auf Vorgaukeleien solcher Art, um nicht
zu sagen, Überrumpelungsmanöver, mit regelmäßiger Sicherheit in ein
nachhaltiges finanzielles Debakel. Man tut wohl gut daran, angesichts
derartiger Versprechungen sofort stutzig und zweifelhaft zu werden.
Besser ist es allemal, ihnen von vornherein mit kühlem Misstrauen zu
begegnen und sie vornehmlich als ein deutliches Warnsignal aufzufassen.

Ich habe an der Börse
Geld verloren ("mich verspekuliert"). –
Was nun?
Selbstredend lassen sich verfehlte und durch die Wirklichkeit
getäuschte Anlageentscheidungen, einmal ins Werk gesetzt, im Nachhinein
nicht mehr rückgängig machen. Manch einer mag sich darüber grämen und
dies tief betrauern. Andererseits aber gestattet jedes Zurückbleiben
des Erreichten hinter dem ursprünglich Beabsichtigten ein Lernen aus
Erfahrung und verhilft damit zu vermeiden, abermals in den gleichen
Fehler zu verfallen. Diejenigen Verlustgeschäfte dagegen, denen von
niemandem zu erkennende, ganz unvorhersehbare Vorkommnisse ursächlich
sind, lassen sich im tätigen Handel natürlich auch niemals zur Gänze
vermeiden. Vor Fehleinschätzung der Zukunft ist niemand gefeit! Hier
mag es hilfreich sein, einmal gemachte Fehler bei der Geldanlageplanung
sich frank und frei einzugestehen und der Aufforderung zu folgen "Sei
wachsam!", um Marktentwicklungen mit großen Verheißungen in Zukunft
rechtzeitig zu erkennen und wahrzunehmen. Aus dem gesammelten Erfahrungsschatz
der Vergangenheit lässt sich dann, so ist zu hoffen, für künftige Geschäfte
umso treffender Nutzen ziehen.

Ein erfolgreicher Investor zeichnet sich vor allem dadurch
aus, dass er findig ist und außerdem schnell und richtig auf den Eintritt
nicht vorhergesehener Marktentwicklungen zu reagieren vermag. Zwar auch
er ist nicht unfehlbar, doch er fehlt niemals prinzipiell. Seine Anlageentscheidungen
stützt er zweckmäßigerweise auf zweierlei Säulen: einerseits auf die
Verwertung allen bewährten Erfahrungswissens und andererseits auf Erkenntnisse
bisher gut bestätigter, gestaltender Theorien, zumal wirtschaftlicher
Theorien, aber auch Theorien anderer Fachbereiche, wie z.
B. der Psychologie und anderer Sozialwissenschaften.
Das bewährte Erfahrungswissen kann dabei durchaus irrational
in dem Sinne sein, dass Anlageentscheidungen improvisierend oder impulsiv
erfolgen, aber gleichwohl den gewünschten Erfolg zutage bringen. Gerade
bei Anlageentscheidung unter Zeitdruck (bspw. in der Hektik täglicher
Geschäfte des Daytrading) können selten alle Aspekte vernünftig gegeneinander
abgewogen werden. Dies erfordert ohne Zweifel die Aufbringung eines
gewissen Geschicks, das sich wohl nur durch reichliche Übung gewinnen
lässt. Wohlgemerkt: Auch ein noch so reiches Erfahrungswissen erübrigt
das Planen und Ausarbeiten einer vernünftig durchdachten Anlagestrategie
nicht.

Welche Tipps
kann ich noch beachten?
Suchen Sie nach kompetenten Partnern, die Ihnen zur Seite
stehen und mit denen Sie Ihre Kräfte vereinigen können! Denn bringen
mehrere Personen ihr Spezialwissen zu einem gemeinschaftlichen Projekt
zusammen, verspricht dies durch Bündeln von Wissensvorsprüngen im Allgemeinen
auch bessere Anlageerfolge. Neben die intellektuelle Nutzwirkung einer
Wissensspezialisierung tritt ein weiterer wesentlicher Vorzug: Setzen
nämlich mehrere Personen jeweils gewisse Teile ihres Vermögens ein,
so gestattet ein solches Vorgehen eine größere Zahl von Mischungen zwischen
risikoärmeren bzw. risikoreicheren Strategien gegenüber dem zur Verfügung
stehenden Anlagespektrum bei alleinigem Handeln. Dies erleichtert es,
exakt jenes Ausmaß an Risikoübernahme zu verwirklichen, das Ihrer persönlichen
Risikoneigung am weitesten entgegenkommt.


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allgemeine
Börsenfragen

Eine (freiwillige) Transaktion
in Aktien, Anleihen, Terminkontrakten, Optionen oder sonstigen Marktinstrumenten
kommt unter einer doppelten Voraussetzung zuwege: Zum einen müssen beide
Vertragspartner bei gegebenem Wissensstand im Zeitpunkt der Auftragerteilung
für sich einen persönlichen Vorteil sehen und zum anderen müssen Käufer
und Verkäufer unterschiedliche bis gegensätzliche Erwartungen über
den "wahren" inneren Wert* (z.
B. bei Aktien über künftige Dividenden, bei Veranlagung auf kurze
Frist vor allem aber über den zukünftigen Veräußerungserlös zu einem
i. Allg. heute noch nicht bekannten Verkaufstag) des Handelsgegenstandes
hegen. Ungleiche Erwartungen auch bei gleichem öffentlich zugänglichen
Wissen resultieren aus der unterschiedlichen Interpretation dieses Wissens.
So wird der Käufer einer Aktie entweder einen anderen Wissensstand als
der Verkäufer haben, oder aber, beide gelangen im Falle gleichen Wissens
zu verschiedenen Markteinschätzungen. Ein kontinuierlicher Börsenhandel
erfordert somit nicht nur divergierende, sondern notwendig auch im Zeitablauf
veränderliche Erwartungen.
[*
auch als "intrinsic value" bezeichnet. Hierbei handelt es sich
regelmäßig um ein Denkkonstrukt, das definitorisch dem (nicht beobachtbaren)
Ertragswert aus der Investitionstheorie entspricht. Letzterer
ist der in eine Summe zusammengefasste Wert aller künftiger Nutzleistungen
aus dem fraglichen Marktinstrument.]

Heißt das, dass ich immer
dann eine Aktie kaufen sollte, wenn ihr Börsenkurs
unter meiner persönlichen Wertvorstellung liegt?
Ja. Aktien werden an den Börsen einer permanenten Wertschätzung
unterzogen. Aktien werden von jenen gekauft, die sie für unterbewertet,
und von jenen verkauft, die sie für überbewertet halten. Sinkt das Kursniveau,
so wird latente Nachfrage zur wirksamen Nachfrage, steigt das Kursniveau,
so wird latentes Angebot zum wirksamen Angebot. Konkreter gesprochen:
Sofern Sie keine lukrativere Alternativverwendung für Ihr Geld haben,
sollten Sie nach Maßgabe Ihrer persönlichen Wertschätzung eine Aktie
allemal dann Ihrem Portefeuille beifügen, wenn ihr Kurs niedriger ist
als es ihre Zukunftsaussichten an sich zu rechtfertigen scheinen. Die
persönliche Wertschätzung (Preisgrenze) für eine Aktie ist theoretisch
bestimmt durch das Sicherheitsäquivalent der finanzmathematischen Barwerte
aller mit dem Besitz der Aktie verbundenen künftigen Einnahmen und Ausgaben,
die sich jeweils in einzelnen denkbaren Zukunftslagen ergeben können.
Praktisch ist hierzu jedoch sowohl die Kenntnis der Wahrscheinlichkeitsverteilung
der Renditen der Aktie als auch die Ihrer persönlichen Nutzenfunktion
(soweit solche überhaupt existieren) erforderlich. Auf über- bzw. unterbewertete
Aktien trifft man mit prinzipieller Tendenz umso häufiger, je weniger
der an sich verfügbaren Informationen vollständig und richtig im Kurs
ihren Widerschein gefunden haben ("eskomptiert sind"), was vornehmlich
auf sog. informationsineffiziente Märkte im Sinne der Theorie
zutreffen dürfte.

Verwirklichte Börsenkurse sind Ergebnis der Bündelung
von Kauf- und Verkaufsentscheidungen Einzelner. Jene Einzelentscheidungen
wiederum werden neben anderem stimuliert von Momenten, wie der Kaufkraft,
den Möglichkeiten einer alternativen Mittelverwendung sowie den Zukunftserwartungen.
Zukunftserwartungen ihrerseits basieren nicht zuletzt auch auf Prognosen,
welche Einschätzungen andere Börsenteilnehmer über die künftige Kursentwicklung
des jeweiligen Marktgegenstandes hegen. Wird etwa in Antizipation künftiger
Kursentwicklungen ein vorliegender Börsenkurs von Geldanlegern als vermeintliche
Fehleinschätzung des Marktes über den "wahren" (fairen) Wert ("intrinsic
value") interpretiert, resultieren daraus konkrete Kauf- bzw. Verkaufshandlungen
in der Hoffnung, dass der Markt diese Fehleinschätzung in naher Zukunft
korrigiert und ihnen dadurch einen Gewinn beschert. Sämtliche dieser
verwirklichten Anlageentscheidungen stellt der Markt in der Folge auf
die Probe, um je nach eingeschlagener Richtung Gewinne oder Verluste
auszuwerfen. Gewinne und Verluste entstehen für Geldanleger demnach
geradewegs aus ihren Einschätzungen der Marktlage, die sich im Nachhinein
entweder als richtig oder unzutreffend erweisen. So gesehen ändert sich
der Zustand eines Marktes fortlaufend, vergleichbar mit einem endlosen
Strom von Wissensänderungen im unaufhörlichen Spiel und Widerspiel fortlaufender
Erwartungsanpassungen und darauf aufbauender Anlageentscheidungen. In
diesen endlosen Strömen von Wissensänderungen ist die unversiegbare
Quelle zu erblicken, aus der auf den Märkten Investitionsgewinne bzw.
-verluste entspringen.
Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass
in effizienten Märkten grundsätzlich nur überraschende, unvorhergesehene,
außerhalb des Gesichtsfeldes belegene Nachrichten einen spürbaren Einfluss
auf Börsenkurse üben. Erwartete Neuigkeiten haben sich mit regelmäßiger
Sicherheit bereits in den aktuellen Kursen niedergeschlagen, sie sind
darin "eingepreist". Tendenziell gilt zudem: Mit steigender Unsicherheit
in einem Markt nimmt die Volatilität
(das Schwankungspotenzial) der Kurse zu.
Letztlich wirkt die Publizität des Preisgeschehens durch
die Börsen gleichsam als Signal, wo vorteilhafte Handelsmöglichkeiten
bestanden haben oder in Zukunft denkbar sind. In effizienten Märkten
wird das hierdurch angelockte Kapital im Wettbewerb stets in die ergiebigsten
Investitionen fließen, hierbei das Preisgefüge stabilisieren und so
zu einer sinnvollen, da gemeinwohlfördernden, Umverteilung knapper wirtschaftlicher
Ressourcen beitragen.

Folgen Börsenkurse einem
"Zufallpfad" ("Random Walk"*)?
Nein, eine wirklich regellose
Abhängigkeit der Marktverhältnisse vom Zufall kann bestenfalls dann
behauptet werden, wenn zweifelsfrei keinerlei Ursachen für die
in Rede stehende Änderung im Kurse eines Marktinstruments in dieser
oder jener Richtung zu ergründen ist. Es darf also nicht schon deshalb
von einer zufälligen Kursbewegung gesprochen werden, wenn offensichtlich
ökonomische Ursachen benannt, sie aber nicht in ihrem Zusammenwirken
und Einfluss auf den Kursbildungsprozess durchschaut werden können ("aleatorische
Komponente"). Aber selbst dann, wenn die äußeren Gründe ganz im Dunklen
bleiben, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine solche die Folge der
Wiederkehr gewisser innerer Gründe ist. So werden mit Sicherheit Momente
des wirtschaftspolitischen Umfeldes, wie bspw. Wachstumsraten und Konjunkturzyklen,
die Geldpolitik oder die Ausstattung der Wirtschaft mit finanziellen
Mitteln, fernerhin aber auch physisch-psychisch vorzufindende Verbraucherwünsche
auf dem angehenden Geschäftsfeld, Hoffnungen und Befürchtungen – also
die "Stimmungen und Strömungen an der Börse" – sowie sonstige Fremdereignisse,
zu einem gewissen Grade einen Einfluss auf die Bildung von Börsenkursen
ausüben. Ob bzw. dass der realisierte Kursverlauf einer Aktie, Währung,
Ware etc. dem Augenschein nach einem pfadlosen Zufallslauf gleicht (und
womöglich auch in Zukunft gleichen wird), steht wiederum auf einem ganz
anderen Blatt, und betrifft eine Frage, mit der sich insbesondere die
Theorie des Random Walk intensiv auseinanderzusetzen liebt.
[*
Die Entstehung der Random Walk-Hypothese lässt sich zurückdatieren auf
das Jahr 1900, und zwar auf Louis Bacheliers Werk "Théorie de
la Spéculation". Finanzierungstheoretisch versteht man heutigentags
allgemein unter "Random Walk", dass, in Bezug auf einen bestimmten künftigen
Zeitpunkt, für jeden derzeit herrschenden Kurs die Wahrscheinlichkeit
für einen Kursanstieg um einen beliebigen Prozentsatz sich immerfort
gleichstellt der Wahrscheinlichkeit für einen Kursrückgang von prozentual
gleicher Höhe. Aufeinander folgende Kursänderungen sind damit statistisch
voneinander unabhängig. Als Varianten des "Random Walk-Modells in seiner
strengen Form sind zu nennen erstens, das weniger restriktive "Martingale-Modell",
das keine Annahme zur Wahrscheinlichkeitsverteilung unterstellt, und
zweitens das restriktivere Modell eines "Wiener Prozess" (benannt
nach dem Mathematiker Norbert Wiener), das auch als "Brown'sches
Modell" bezeichnet wird.]

Durch verwirklichte Börsenkurse erfährt der Börsenkundige,
wie hoch andere Marktteilnehmer eine Aktie, Anleihe, Währung etc. augenblicklich
in ihrem Werte einschätzen. Börsenkurse als empirische Markterscheinung,
die in funktionsfähigen, effizienten Märkten ausgehandelt und festgestllt
werden, legen Informationen offen und werten Wissen aus, über das der
einzelne Geldanleger in seiner Gesamtheit de facto nicht verfügen kann.
Idealerweise, d. h. nur im
theoretischen Fall eines "Marktgleichgewichts" und unter sogenannter
"Informationseffizienz", spiegelt der Börsenkurs zu jedem Zeitpunkt
das gesamte Wissen und die gesamten Erwartungen der einzelnen Marktteilnehmer
über die zukünftige Wertentwicklung des fraglichen Marktgegenstandes
treu und unverzüglich wider.
Ein heute an der Börse verwirklichter Kurs lässt sich
mitunter als Signal für den folgenden Handel interpretieren, indem dieser
sonst weit verstreutes Wissen nutzbar macht. Zur Verdeutlichung, was
mit Signalfunktion von Preisen gemeint sein kann, mag ein arg vereinfachtes
Beispiel zu Geld- und Briefkursen ("bid"- und "ask-prices") dienen:
Die Beobachtung, dass jemand soeben eine Aktie zu 20 € verkaufen wollte,
dafür aber keine Interessenten als Gegenpartei auffand, erhöht die Wahrscheinlichkeit,
daraufhin zu 20 € oder billiger kaufen zu können gegenüber der Situation,
dass das gesamte Angebot auch zu 20 € sofort umgesetzt werden konnte.
Schließlich sei ausdrücklich
ausgesprochen, dass nicht notwendigerweise jeder Börsenkurs ein hinreichend
verlässliches Signal liefert. So wird in realen (unvollkommenen), von
Unsicherheit geprägten Märkten z.
B. niemand in der Lage sein, den "wahren" inneren Wert einer
Aktie mit hinreichender Verlässlichkeit anzugeben.
[Anmerkung:
Ein laufender Börsenkurs reflektiert nur unter sehr engen Modellannahmen
den "wahren" inneren Wert eines in Untersuchung stehenden Wertpapiers:
nämlich unter Informationseffizienz, bei einheitlichem Wissensstand
aller Marktteilnehmer, identischen Präferenzen rücksichtlich des Anlagezeitraums
sowie unter Risikoneutralität.]

Welche Bedeutung kommt der
Liquidität eines Marktes zu?
Unter Liquidität (Markt-Liquidität) wird
im vorliegenden Zusammenhang nicht die Zahlungsfähigkeit einzelner Marktteilnehmer
(= Bonität), sondern speziell
der Tatbestand verstanden, dass bei insgesamt niedrigen Handelskosten
jedes zusätzliche Angebot laufend abgenommen bzw. jede zusätzliche Nachfrage
im Markt laufend und zur Gänze befriedigt werden kann, ohne dadurch
in unabsehbarer Weise allzu stürmische Kursschwankungen auszulösen ("Sensitivität"
des Preises, Ausbleiben eines "market impact"). Durch die Mechanik
eines liquiden Marktes wird es – auch bei sehr umfangreichen Transaktionen
Einzelner – keinem Markthändler gelingen, einen spürbaren Einfluss auf
die Bewegungsrichtung des aktuellen Marktpreises auszuüben. Ein liquider
Markt geht im Allgemeinen einher mit einer vergleichsweise geringen
Kurs-Schwankungsbreite (Volatilität)
als auch mit einem entsprechend hohen Umsatzvolumen.
Von vorstehendem Liquiditätsbegriff, der sich zugleich
als Qualitätsmaßstab eines Börsenplatzes begreifen lässt, ist die
absolute Liquidität (Liquidierbarkeit, Geldnähe) eines Vermögensgegenstandes
zu unterscheiden: Ein Vermögensgegenstand ("asset") wird in diesem
Sinne als liquide betrachtet, wenn es dem Investor möglich ist, diesen
jederzeit in einer von ihm erwünschten Frist zu einem fairen Preis zu
veräußern ("zu verflüssigen").
Die Liquidität eines Marktes hängt nicht unwesentlich
von der Zahl als auch der Heterogenität der Handelsmotive seiner Marktteilnehmer
ab (= Marktbreite): Je größer die Kopfzahl bzw. je unterschiedlicher
die Handelsmotive der Marktbeteiligten sind, desto enger werden die
einzelnen Geld- zu Brief-Kurse beieinander liegen und umso schneller,
einfacher und verlässlicher lassen sich i.
d. R. damit auch umfangreiche
Orders zum letztgehandelten
oder zu gut annähernd übereinstimmenden Kursen ausführen (= Markttiefe).
An manchen Börsenplätzen erhöhen sog. "market-maker"
die Liquidität eines Marktes dadurch, dass sie während der Marktzeit
laufend Preise stellen, zu denen sie in Eigengeschäften jeweils zu kaufen
oder zu verkaufen bereit sind. Ein gebräuchliches Maß für die Liquidität
eines Marktes stellt neben den effektiven Umsatzzahlen ("volume")
die Marktspanne in Form einer Geld/Brief-Spanne ("bid/ask
spread") dar. Im Allgemeinen erhöht sich der Liquiditätsgrad eines
Marktes in dem Maße, als sich die auf ihm hervorgebrachten Geld- und
Brief-Kurse enger stellen. Nur in einem liquiden Markt lassen sich Anpassungsentscheidungen
an neu eintreffende Informationen über entsprechende Käufe und Verkäufe
blitzschnell und ohne Reibungsverluste umsetzen ("market immediacy").
Ein ganz wesentlicher Bestimmungsfaktor für einen liquiden
Markt ist grundsätzlich durch die Höhe der Transaktionskosten
gegeben. Hohe Liquidität steht regelmäßig in enger Wechselbeziehung
zu niedrigen Transaktionskosten. Außerdem erhöhen geringe Transaktionskosten
üblicherweise die Attraktivität und damit in gerader Linie auch die
Liquidität eines Marktes – und zwar für Geldanleger, Hedger und Arbitrageure
gleichermaßen. Die Liquiditätsverhältnisse an den Effektiv- und Terminmärkten
sind oftmals unterschiedlich verteilt. Die Liquidität in den Futures-Märkten
etwa überragt zumeist die Liquidität ihrer Spotmärkte.

Was im Einzelnen zählt
zu den Transaktionskosten (Was sind
"Kosten des Börsenhandels")?
Kosten, die im großen Zusammenhang mit Finanzmarktgeschäften
zur Entstehung kommen (Transaktionskosten), sollten von allen
Seiten insgesamt möglichst gering gehalten werden. Dieses Postulat ist
nicht nur für den einzelnen Händler wichtig, sondern, neben anderem,
auch eine notwendige Voraussetzung für einen funktionstüchtigen, liquiden
Finanzmarkt. Unmittelbar einleuchtend ist dies insofern, als Transaktionskosten
die eingebrachten Gewinne schmälern bzw. die anfallenden Verluste erhöhen.
Um überhaut einen Gewinn zu erzielen, müssen bei jedem Handel alle damit
verbundenen Transaktionskosten selbstverständlich zunächst erst zurückverdient
werden. Überdies wirken Kosten des Markthandels insofern störend, als
sie die nötige prompte Informationsverarbeitung in den Märkten verteuern
und damit beeinträchtigen.
Zu den Transaktionskosten gehören grundsätzlich sämtliche
durch ein Engagement an der Börse verursachte Kosten. Hierzu zählen
im Einzelnen: Kosten für die Anbahnung und den Marktzutritt (z.
B. Informations- und Telefonkosten, Online-Gebühren für Standleitungen
etc.), Makler-, Börsen- und Clearingprovisionen, Kommissionen, Depotgebühren
sowie Ausführungskosten in Form von Geld-/Brief-Spannen ("bid-/ask-spreads")
und "price-impacts", Opportunitätskosten aus entgangenen Zinseinnahmen,
ggf. Kosten für eine Wertpapierleihe, "up-tick"-Regelungen
bei Wertpapierleergeschäften oder Andienungsgebühren bei Futures- bzw.
Forwardgeschäften und nicht zuletzt allgemeine Such- und Entscheidungsfindungskosten
für Börsengeschäfte.
Vorstehende Auflistung deutet bereits darauf hin, dass
die faktische Zuordnung einzelner Kostenkomponenten im Einzelfall auf
Schwierigkeiten stoßen kann. Durch eine zweckmäßige Trennung der Transaktionskosten
in explizite und implizite Kosten lässt diese sich aber
zum Teil beheben: Explizite Transaktionskosten sind solche Handelskosten,
die einer Transaktion a priori und direkt zugerechnet werden können.
Implizite Transaktionskosten lassen sich dagegen erst im Nachhinein,
oftmals nur pauschal, zuschlagen. Die exakte Höhe der gesamten (Ex-post-)
Transaktionskosten einer Markthandlung hängt dabei nicht unwesentlich
vom jeweiligen Handelsgegenstand, dem Grad der Markteffizienz sowie
von der Ausgangssituation und der Marktstellung des Investors ab.
Trotz aller Schwierigkeiten bei ihrer Bestimmung im Einzelnen
ist es möglich, Transaktionskosten über die Annahme durchschnittlicher
Kostensätze antizipando in die Investitionsplanung einfließen zu lassen,
um auf diesem Wege die erwartete Rendite nach Abzug von Transaktionskosten
(Nettorendite) zweckerfüllend zu kalkulieren.

Market-Maker (auch "Designated Sponsors" oder "Market
Experts" genannt) sind ständig ansprechbare spezielle Marktakteure in
wohlorganisierten Märkten, die in oberster Linie in einer Ausgleichfunktion
für Angebot und Nachfrage stehen. Als Kursmakler (Handelsmakler)
geben sie während der Börsenzeiten für die von ihnen betreuten Werte
(permanent oder auf Anfrage) selbst einen verbindlich gestellten Kauf-
(Geldkurs, "bid") bzw. Verkaufspreis (Briefkurs,
"ask", "offered") allein oder diese zusammengepaart öffentlich
bekannt, die von anderen Marktteilnehmern – Kauf- und Verkaufslustige
gleichermaßen – verwertet werden können. Market-Maker als solche treten
prinzipiell ebensowohl in einem traditionellen Auktionsmarkt mit Rufhandel
als auch im Handel über ein elektronisches Handelssystem auf. Die für
spezifische Handelsinstrumente von ihnen ausgehenden Kursnennungen,
welche beide Seiten – sowohl den "bid"- als auch den "ask"-Kurs – einschließen,
werden als Quotationen (Quotierungen, Kotierung, "quotes")
bezeichnet. Der Kursmakler betätigt sich damit gleichzeitig als Anbieter
und Nachfrager im Markt und wird in Ausübung dieser Funktion dann als
"market-maker", "(broker)-dealer" (an der
NYSE als "specialist",
im deutschen Sprachraum auch als "Betreuer", oder salopp als
"Marktmacher") benannt.
Wann immer Market-Maker ihre Quotationen stellen, adjustieren
sie diese in vorderster Linie nach der jeweils herrschenden Auftragslage.
Andererseits aber können solche Quotationen, je nach Funktion des Market-Maker,
die er im Markt bekleidet, sich zum Teil auch auf seine eigenen Prognosen
über die künftige Preisentwicklung im fraglichen Markt stützen. Ein
"market-maker" darf die von ihm gestellten Kurse bei fortlaufender Notierung
und fortlaufenden Abschlüssen zwar jederzeit ändern, ist indes grundsätzlich
verpflichtet, auf Anforderung anderer Marktteilnehmer ("quote request")
– für ein minimales Volumen, gewöhnlich aber nur bis zu einem vorgegebenen
maximalen Volumen – über einen festgelegten Zeitraum ("Mindesthaltefrist")
zu den genannten Kursen (den "quotes") auf eigene Rechnung zu kaufen
bzw. zu verkaufen (Kontrahierungszwang; "quote driven market").
Die Vergütung eines "market-makers" für die Leistungsabgabe "jederzeitige
Handelsbereitschaft ("immediacy")" und für das dabei übernommene
Risiko besteht zum guten Teile darin, dass er von einer Seite billig
nimmt und nach anderer Seite teuer gibt, d.
h. in der Spanne zwischen Geld- und Briefkurs ("Preisspreizung",
"bid-/ask-spread"). Dies unterscheidet ihn von einem Broker,
der lediglich zischen den Marktparteien Geschäfte vermittelt und als
Vergütung dafür eine Kommission in Anspruch nimmt. Market-Makern werden
oft Vergünstigungen und Anreize zur Übernahme einer Market-Maker-Funktion
in Aussicht gestellt. Diese bestehen i.
d. R. in Form ermäßigter Börsenspesen, der völligen oder teilweisen
Erstattung von Handelskosten als auch in einem umfassenderen Zugriff
auf spezifische Handelssystemfunktionen einer Börse.
Mitunter werden im Maklerwesen Market-Makern auch erweiterte
Handlungsmöglichkeiten eingeräumt: So werden ihnen unter bestimmten
Marktmodellen in bestimmten Märkten eigene Spekulationen ("Selbsteintritt")
extra ermöglicht, oder aber, sie fungieren selbst gleichzeitig als "market-maker"
und Broker im Auftrage von Kunden (sog. "broker-dealers", oder
seltener auch "dual capacity traders" genannt).
Die Hauptaufgabe eines Market-Maker besteht darin, die
Liquidität wie auch die Transparenz des Marktes
zu befördern, indem er darauf hinwirkt, als Gegenpart anderer Marktteilnehmer
durch jederzeitige Transaktionsbereitschaft einen stabilen, kontinuierlichen
Handel im jeweiligen Handelsinstrument zu gewährleisten ("Marktpflege";
"qualified liquidity provider"). Da gemeinhin die hierbei zur
Entstehung kommenden offenen Posten einer alsbaldigen Deckung (Eindeckung,
Hedging) bedürfen, liegt es in der Natur der Sache, dass "market-maker"
in erster Linie die Funktion eines Hedgers oder Arbitragehändlers versehen,
statt jene eines Spekulanten.

Stimmt es, dass sich durch
Arbitragegelegenheiten risikolos Gewinne erwirtschaften
lassen?
Nein, reale Arbitrageprozesse sind vom Zeitmoment untrennbar.
Diese vollziehen sich nicht nur in einem einzigen logischen Zeitpunkte,
sondern sind in Wahrheit in der Kalenderzeit beobachtbare in sich geschlossene
Handlungsabfolgen. Man benennt jene Marktteilnehmer, die sich darauf
verlegt haben, auf verschiedenen Märkten gleichzeitig Umschau zu halten
nach Preisunterschieden ("Anomalien") zwischen den sich darbietenden
Kaufpreis-Obergrenzen und Verkaufspreis-Untergrenzen eines und desselben
gleichartigen Marktinstruments (Handlungsalternativen), von denen es
lohnt, sie mit einem Schlage gewinnbringend auszunützen (Differenzarbitrage),
als Arbitrageurs. Neben der
nötigen Aufmerksamkeit und Sachkenntnis ist technische Voraussetzungsbasis
für ein systematisches Erkennen und eine prompte Ausnützung von offenstehenden
Arbitragefenstern ein direkter, ungehinderter Marktzugang vermittelst
eines reaktionsschnellen Handelssystems.
Zur praktischen
Umsetzung der
Arbitrage kauft der Arbitrageur (vorwiegend in nominell sehr hohen
Handelsvolumina) das billigere bei möglichst zeitgleichem (theoretisch
simultanem, uno actu!) Verkauf des teureren Instruments, ohne dass hernach
in der Gesamtbilanz nennenswerte Nettoausgaben auf seine Rechnung gehen.
Verläuft alles dem Vorhaben gemäß, erhält er davon als Resultierendes
gleichsam ein sich selbst finanzierendes Portfolio, das einen der Gewissheit
nahekommenden Reinertrag erwarten lässt. Individuelle Risikoneigungen,
Erwartungswerte der Renditen oder Zeitpräferenzen des Disponierenden
sind für die den Arbitragehandlungen vorausgehenden Überlegungen fast
immer ohne Belang. Das finanzielle Ergebnis einer idealen Arbitrage
beziffert sich allemal nach der realisierten preislichen Differenz (Marge)
beider Instrumente, gewendet auf den Aufhebungszeitpunkt der Transaktion.
Sieht man indes genauer zu, so klafft zwischen der Entscheidung
zur Arbitragedurchführung und ihrer tatsächlichen Umsetzung in den Märkten
eine zeitliche Lücke: Der Arbitragist handelt, auch wenn die Handlungszeitpunkte
noch so nahe aneinandergerückt sind, nur
fast zur gleichen Zeit
auf unterschiedlichen Marktplätzen. Das Zeitintervall aber, welches
eine solche bei jeder Arbitrage ausfüllt, ist unabweisbar von Zufallsereignissen
bestimmt; ergo sind (erwartete) Arbitragegewinne stets auch unsichere.
Überdies müssen bei jeder praktischen Arbitrageumsetzung immerzu allfällige
Transaktionskosten einkalkuliert und auch getragen werden, womit aus
sich heraus jeder in Aussicht gestellte Arbitrageertrag a priori fraglich
wird. Nach dem eben Gesagten wird offenbar, dass allein rein "akademische"
Arbitragen gänzlich risikolos sein können.
Der Arbitrage wird im Allgemeinen eine wichtige ökonomische
Funktion bei der Herbeiführung fairer Preise zugeschrieben: So wird
wiederholt die Präsenz einer stattlichen Zahl an zur Durchführung von
Arbitragen bereitstehender Akteure, die das Marktgeschehen pausenlos
mit wachsamen Augen zu verfolgen wissen (dies sind zumeist professionelle
Händler von Hedge- und Investmentfonds, Banken und Versicherungen etc.),
als eine wesentliche Voraussetzung genannt für die Verwirklichung einer
empirischen Tendenz zu einem arbitrage-freien Gleichgewicht ("fair
value") zwischen Termin- und Kassamarkt ("Zeitarbitrage").
Der durch einmal erkannte Arbitragechancen ausgelöste Ausgleichsprozess
vollzieht sich dann generell in der Weise, dass jeder über den gleichgewichtigen
genug weit emporsteigende Marktpreis durch Abstrom von Finanzmitteln
wieder auf das Gleichgewichtsniveau herabgedrückt, jeder unterhalb desselben
genug weit abfallende durch Zustrom von Finanzmitteln wieder auf das
Gleichgewichtsniveau emporgehoben wird. Die vordem vorhandene Entfernung
des Marktpreis vom Gleichgewichtsniveau ist durch die nivellierende
Kraft der Arbitrage hiernach wieder getilgt.
Von der eben skizzierten zeitlichen und örtlichen Arbitrage
streng zu trennen ist der Begriff der "Risikoarbitrage", welche
auch als "merger arbitrage" benannt ist: Auf Risikoarbitrage
trifft man häufig z. B. im
Zusammenhang mit Unternehmungsübernahmeversuchen durch Aufkäufe von
Aktien der angehenden Gesellschaft. Die spekulierenden Risiko-Arbitrageurs
erweben hierbei Aktien der zu übernehmenden Unternehmung und (leer-)verkaufen
gleichzeitig Aktien der aufkaufenden Unternehmung.
(Einen noch gänzlich anderen
Begriffsinhalt erfährt der Arbitragebegriff im deutschen Handelsrecht:
Danach geht es um Vereinbarungen vor einem Schiedsgericht ("arbitration").
Mitglieder von Börsen sind übrigens ebenso wie Broker i.
d. R. verpflichtet, Streitigkeiten vor einem solchen Schiedsgericht
beizulegen.)
Arbitrage (aus lat. arbitrium, »die Entscheidung,
das Gutachten«, oder auch aus franz. arbitrer, »entscheiden«,
»urteilen«) beruht im konzeptionellen Zusammenhang auf dem großen "Gesetz
der Unterschiedslosigkeit der Preise" ("Law of One Price"),
das für ökonomisch gleichwertige Handlungsalternativen allenthalben
Preise von gleicher Höhe postuliert. Eben dieses Prinzip bildet überdies
einen Grundpfeiler der ökonomischen Bewertungstheorie. Lohnenswerte
Arbitragegelegenheiten setzen als ein wesenbestimmendes Merkmal die
Beobachtung von "Ungleichgewichtskursen" voraus, welche in aller Regel
wiederum auf Uneinheitlichkeit des Wissenstandes unter den Marktakteuren
zurückgehen. Doch sind auf realen Märkten solcherart beständige Preisungleichgewichte
von gesichertem Erfolg ("free lunch"-Situationen) offenbar keiner langen
Dauer fähig, da dies praktisch der Existenz einer Geldmaschine ("money
machine") gleichkäme. Marktvorkommnisse einer Arbitrage dürften
sich allenfalls sporadisch und intermittierend einstellen. Dies aber
lehrt, dass Erfolg verheißende Arbitragegelegenheiten letztenendes immer
nur auf und zwischen im Sinne der Kapitalmarktgleichgewichtstheorie
ineffizienten Märkten möglich sein können; denn soviel ist gewiss: Solange
auf einem Markte noch Spielraum für gewinnträchtige Arbitragemöglichkeiten
verbleibt, wird derselbe sich kaum in einem Gleichgewichtszustand befinden.

Ich bin ein Freund der "technischen
Analyse" ("chart analysis") und bevorzuge
deshalb Charts für meine Anlageentscheidungen. Lassen sich denn allein
mit Hilfe der Charttechnik, von Zufallstreffern abgesehen, auf längere
Sicht überhaupt überdurchschnittliche Gewinne erzielen?
Nein, hinter sämtlichen Analysen und Methoden der Markt-
und "Charttechnik" mit ihren zahllosen mathematisch-statistischen Kennzahlen
steckt nicht mehr als allein der Schein und Glaube, von Beobachtungen
vermeintlicher Preisregelmäßigkeiten der Vergangenheit voraussehend
auf die Zukunft schließen zu können. Ohne erkenntnistheoretischen Begründungszusammenhang
ist dieser Glaube aber nichts anderes als barer Aberglaube. Das Genauere
dazu siehe Thema 14: Kritik der Charttechnik.

Ist die Verwendung
EDV-gestützter Börsensoftware zur Anlageplanung zu
empfehlen?
Computer-gestütztes Software zur börslichen Anlageplanung
erleichtert zwar die graphische Darstellung und Übersichtlichkeit von
Börsenkursen, vermag letztlich aber auch nicht viel mehr zu leisten,
als die bereits vorliegenden Informationen stilgerecht aufzubereiten,
die ohnehin schon durch realisierte (Ex-post-)
Kurse vorhanden sind. Im Übrigen verliert in Bezug auf Börsensoftware
zur Anlageplanung das vorstehend zur "Charttechnik" Skizzierte kein
Jota an Geltung. Das Genauere dazu siehe Thema
14: Kritik der Charttechnik.

Welchen Nutzen könnten
Termingeschäfte für mich haben?
Termingeschäfte sind besondere
Formen von Zeitgeschäften, die schuldrechtliche Verträge über erst künftig
zu erbringende Rechtsgeschäfte begründen (Verträge über andere "Verträge").
Hiernach werden alle jene Zeitgeschäfte, deren gemeinsame Wurzel der
Sachverhalt ist, dass Vertragsschluss und Erfüllung durch Vollzug eines
darauf gerichteten Handelsgeschäftes (das ist i.
d. R. ein Kauf- oder
Tauschgeschäft) zwei oder mehr gänzlich verschiedenen Zeitschichten
angehören, unter dem einheitlichen Namen
Termingeschäft* zusammengefasst.
Der Schlüsselgedanke, der sich um alle Formen von Termingeschäften rankt,
ist mithin der, dass Geschäftsabschluss und vorgesehene Erfüllung desselben
um eine gewisse Zeitdifferenz von gemeinhin mehreren Tagen, meist aber
um Wochen oder sogar um Monate auseinanderliegen.
[* Termingeschäfte
unterscheiden sich damit streng sowohl von Bargeschäften als auch von
gewöhnlichen Kreditgeschäften. Bei Ersteren vollzieht sich der Leistungsaustausch
in unmittelbarer Nähe des Abschlusszeitpunktes. Für Letztere ist bezeichnend,
dass die Leistung einer Partei, die des Gläubigers, in die Gegenwart,
die Gegenleistung(en) der anderen, des Schuldners, in die Zukunft fällt
(fallen).]
Termingeschäfte zeichnen sich
erkennbar durch eine ungemeine Vielseitigkeit aus, insofern sie zweckorientiert
in Abhängigkeit zu allerlei anderweitigen Rechtsgeschäften und Fremdereignissen
gesetzt werden können (= Derivative
Instrumente, Derivativgeschäft; von lat. "derivare" = ableiten).
Durch den sachgerechten Einsatz von Termingeschäften auf den Finanzmärkten
in Gestalt von
Derivativen
Finanzmarktinstrumenten* erweitert sich das Entscheidungsfeld
des Disponierenden (als Ergebnis alternativer Vertragsgestaltungen)
um eine Vielzahl von Handlungsalternativen, grundlegende ebenso wie
bedarfsgerecht kombinierte. Der besondere Vorzug derivativer Finanzinstrumente
ist nun, dass sie sich vermöge ihrer ausgedehnten Variationsbreite präzise
ausrichten lassen auf die konkrete Markterwartung ihres Anwenders nicht
minder als auf seine psychische Disposition. Letztere umfasst insbesondere
die persönliche Einstellung gegenüber wirtschaftlichen Unsicherheiten,
d. i. die individuelle Risikoneigung
des Disponierenden.
[* Anmerkung: Das
Instrumentelle ist keine dem Termingeschäft besonders anhaftende Eigenschaft,
sondern immer in Beziehung zu derjenigen Person zu verstehen, die es
sich zunutze macht.]
Aufgrund der Vielzahl und
der teils eigentümlich komplizierten Natur von Finanzderivaten erscheint
es schlechterdings unmöglich, dieselben in ihrer gesamten Angebotsfülle
allein nach abstrakten Kriterien kennzeichnen zu wollen. Nach weithin
akzeptiertem Begriffsverständnis lassen sich
Finanzderivate
wohl definieren als Termingeschäfte,
deren gemeinsame Eigenschaft darin aufgeht, dass diese ihren Preis,
Wert und ihre Zahlungsstruktur in eindeutig nachvollziehbarer (positiver)
Weise herleiten von einer oder einer gewissen Anzahl von originären
Variablen ("Derivativgeschäft", "contingent claims").
In Form Derivativer Finanzmarktinstrumente
werden sie auf den Finanzmärkten unterschiedlichsten Zwecken dienstbar
gemacht, zumal Preissicherungs-, Arbitrage- und Spekulationszwecken.
Einen ersten Eindruck von
der Weitflächigkeit der Erscheinungsformen derivativer Finanzinstrumente
vermittelt die folgende Auflistung allein der bedeutendsten Derivate
("core derivatives"). Im Gattungsbegriff Finanzderivate eingeschlossen
sind hiernach einerseits alle Vertragsformen, verkörpert durch "unbedingte"
(fixe) Termingeschäfte (Festgeschäfte, Termindirektgeschäfte,
"unconditional forward transaction", allgem.: Zeitgeschäfte),
als deren Hauptrepräsentanten die Futures
(= Terminkontraktgeschäfte),
Forwards und FRAs (Termingeschäfte i.
e. S.), Kreditderivate und bestimmte Swaps zu nennen sind, sowie
andererseits eine Reihe verschiedener Erscheinungs- wie auch Mischformen
("umstrukturierte Finanzprodukte"), verkörpert durch "bedingte"
Termingeschäfte ("conditional forward transaction"), wie
vornehmlich Optionen, Optionen auf Optionen ("compounded options"),
optionsähnliche Derivate, so etwa Zinsbindungsabsprachen (Zinsbegrenzungsverträge)
in Gestalt von Caps, Floors, Collars, Swaptions u.
dgl. m. einschließlich
Optionsscheine und ansonsten noch die bei uns jüngst in Mode gekommene
Beimischung: die reiche Zahl an Zertifikaten und Hebelprodukten (verbriefte
Derivate), als endlich auch sog. "contracts for difference" CFDs. Die
Zufuhr an neuen Erkenntnissen auf dem Feld der finanzwirtschaftlichen
Forschung (die emsig betrieben wird nicht zuletzt in der Absicht, bestimmte
bestehende Regulierungen zu umgehen, um so ein zusätzliches Gewinnpotenzial
abzuschöpfen; "regulatory management", "regulatory arbitrage")
sowie weitere Fortschritte auf dem Gebiete der Informationstechnologie
werden das Spektrum der Gestaltungsmöglichkeiten derivativer Finanzinstrumente
in Zukunft noch weiter verbreitern. Der Schlussstein ist mit vorstehender
Auflistung also noch keineswegs gesetzt!
Ein zentrales Moment von derivativen
Instrumenten ist das Zurückleiten auf originäre Werte, von denen sie
sich herschreiben und ohne deren Dasein sie undenkbar wären. Unmittelbarer
Handelsgegenstand von Finanzderivaten sind demzufolge nicht etwa die
einzelnen unterstehenden physischen Gesamtheiten von Waren oder Wertpapieren,
wie die in Urkunden verbrieften Rechte selbst, sondern vielmehr (verbriefte
oder unverbriefte) gegenseitige Verträge über künftig zu erfüllende
Tauschgeschäfte (Verfügungsrechte). So trifft es sich, dass Kurse und
Werte von derivativen Finanzinstrumenten sich regelmäßig an den bekannten
Preisen und Maßen (allgem.: "Zustände") ihnen zugrunde liegender und
bereits im Termin- oder Spotmarkt gehandelter Werte – den sogenannten
Basisinstrumenten ("underlying") – orientieren. Zum Kreise jener
Werte zählen üblicherweise Devisen, Referenzzinssätzen, Indices als
auch Waren und Rohstoffe ("commodities") etc. Kurse und Werte
von Finanzderivaten können aber auch abhängig sein von anderweitigen
äußeren Bestimmgrößen, wie etwa von klimatischen, geologischen oder
sonstigen physikalischen Variablen bis hin zu Eintritt und Größenordnung
von bestimmten externen Ereignissen (beispielsweise Katastrophen u.
dgl.). Voraussetzungsgemäß müssen alle originären Wertegrößen
hierbei lückenlos, zumal bei fortgesetzt handelbaren Derivaten, resp.
spätesten bei Fälligkeit derselben unzweifelhaft verifizierbar sein.
Typisch für Termingeschäfte ist außerdem der sog.
Hebeleffekt. Letzterer hat zum Erfolg, dass
bereits verhältnismäßig geringe Wertänderungen bei der untergebenen
Variablen genügen, um vergleichsweise große Wertänderungen bei der bezüglichen
Terminposition auszulösen.
Termingeschäfte werden in
einer über fixe Regeln geordneten Institution, im Terminmarkt
(Zukunftsmarkt) gehandelt und abgewickelt. Einig über den Preis
(Abrechnungspreis, "delivery price") als auch über die sonstigen
Merkmale des untergebenen Handelsgegenstands werden sich, wie oben geschildert,
beide Vertragsparteien bereits im Zeitpunkt des Vertragsschlusses, während
der reale Vollzug des Leistungsaustausches erst nach Ablauf einer vertraglich
vereinbarten Frist an einem (über technisch-organisatorische Erfordernisse
hinausgehenden) deutlich späteren Termin bzw. innerhalb eines späteren
Zeitraums (i. d. R. nach mehr
als zwei Tagen) in der Zukunft vorgesehen ist.
Terminmärkte zählen zu den Zukunftsmärkten. Diese ergänzen
die bestehenden Spot- und Kassamärkte und fördern einander wechselseitig.
Terminmärkte existieren, weil wirtschaftliche Unsicherheiten unvermeidbar
sind und weil Menschen auch bei gleichem öffentlich zugänglichen Wissen
unterschiedliche Erwartungen bilden. Jede einzelne der vielfältigen
Erscheinungsformen von Finanzderivaten ist ihrer Konzeption nach dazu
berufen, Unsicherheiten bei Einkommen und Vermögen zwischen den unterschiedlichen
Gruppen von Marktteilnehmern zu verlagern, Preisungleichgewichte zwischen
Märkten auszunützen, oder sie in eine spekulativen Verwendung einzuweisen.
Werden zu den eben erwähnten Zwecken Verträge in standardisierter Form
fortlaufend für eine vordefinierte Auswahl an Marktgegenständen unter
einem genau bestimmten Handlungs- und Regelsystem abgeschlossen, so
spricht man von dem Institut einer Terminbörse.

Was sind
Hedgegeschäfte, wer ist Hedger?
Hedger ("Absicherer") sind risikoaverse Marktteilnehmer.
Sie stehen dem Markte anders gegenüber als etwa Spekulanten. Zur Gruppe
der Hedger zählen jene Personen bzw. Organisationen, die in ihren Geschäften
am Kassa- und Terminmarkt zuvörderst Vorsorgemaßnahmen zur Preisrisikokompensation
erblicken. Speziell dienen diese dem Zweck der Absicherung offener Posten
gegen Ertrags- bzw. Vermögenswertverluste. Eingerichtet werden Hedgegeschäfte
durch Aufbau von korrespondierenden Positionen im Kassa- oder Terminmarkt,
deren Preisunsicherheitsursachen zwar abhängig voneinander sind, jedoch
in entgegengesetzter Richtungen laufen. Als Hedger werden demnach jene
Marktteilnehmer bezeichnet, welche primär die Ungewissheit über zukünftige
Marktpreise abgenommen haben wollen und bereit sind, dafür eine "Versicherungsprämie"
zu zahlen. Hedger werden häufig mit Spekulanten insofern in Beziehung
gestellt, als letztere ihnen das Kursrisiko gegen ein angemessenes Entgelt
in Form einer entsprechenden Renditeerwartung abzunehmen bereit sind.
So gesehen bewirken Hedgegeschäfte, beispielsweise durch Aufbau einer
Gegenposition im Terminmarkt mithilfe derivater Instrumente (risikokompensatorische
Maßnahme), eine Verlagerung von Preisunsicherheiten weg vom Hedger eine
Instanz weiter zu anderen Marktteilnehmern, die in der Lage und willens
sind, diese zu schultern. Das gute Gelingen jedes
Kurssicherungsgeschäftes beruht maßgeblich
auf einer preisausgleichenden Wirkung der Kursbewegungen des Grundgeschäftes
durch jene eines ergänzenden, aber entgegengerichteten Engagements in
Finanzderivaten, kurz, durch Erzeugung gegenläufiger Zahlungsflüsse.
Bei einer Parallelbewegung der Terminkurse zu den Cash-Kursen eines
abzusichernden Marktgegenstandes gleichen sich die anfallenden Kursgewinne
und Kursverluste idealerweise vollständig aus. Hedger sind in ihrer
Funktion zumeist institutionelle Akteure, wie etwa Banken und ihre Vertreter,
Versicherungen, Pensionskassen, Investmentgesellschaften, Industrie-
und Handelsunternehmungen, und eher seltener einzelne private Wirtschafter.

Was ist der
Unterschied zwischen einem Termingeschäft
(= "Forward")
und einem Terminkontraktgeschäft (=
"Futures")?
Ein Termingeschäft (Forward-Kontrakt, "forward
commitment", oder kurz "Forward") in seiner Grundform geht
hervor aus einer wechselseitig bindenden, rechtsgültig zustande gekommenen
Übereinkunft zweier Vertragsparteien, zwischen einem Käufer
(Long) und einem Verkäufer
(Short), welche zum Inhalt hat, einen in seinen Qualitätsmerkmalen
genau definierten Vertragsgegenstand (z.
B. ganz bestimmte Waren, Wertpapiere, Devisen, Zinsinstrumente
oder sonstige Verfügungsrechte) in einer vereinbarten Menge (bzw. im
Wert eines bestimmten Finanzinstruments), zu einer zukünftigen Zeit
(dem "Termin"), zu dem bei Geschäftsabschluss stipulierten fixen
Austauschverhältnis (Preis) zu vertauschen. Das Eigentümliche an Termingeschäften
ist demnach, worauf auch der Name bereits hindeutet, dass ihr Vollzug
– bei Handelswaren etwa durch Lieferung, Übergabe, Abnahme und Bezahlung
des Vertragsgegenstandes zum Einigungspreis – auf eine entlegenere Zukunft
hinausgeschoben ist. Vertragsabschluss und Erfüllung fallen mithin zeitlich
sichtlich auseinander. Der in den vorangehenden Vertragsunterhandlungen
frei beschlossene Terminkurs wird, wie bei allen Kaufgeschäften, auch
hier bestimmt von der individuellen Vorstellung des Käufers von seiner
Preisobergrenze und jener des Verkäufers von seiner Preisuntergrenze,
gewendet indes auf den hinausgeschobenen Erfüllungszeitpunkt. Momente,
wie Margin-Zahlungen oder eine tägliche Neubewertung ("marking to
market"), die für die vordefinierten Futuresgeschäfte kennzeichnend
sind, sind bei Forwards ebenso Verhandlungssache wie alle übrigen Vertragspunkte;
der erste der eben genannten Punkte tritt jedoch in der Praxis der Forwards
weitaus seltener auf als bei Futures. Forwards zählen demzufolge zu
den nicht börsengehandelten, nicht standardisierten, unbedingten
(fixen) Termingeschäften. Zu den in der Wirtschaftspraxis bedeutendsten
Erscheinungsarten von Forwards gehören Devisen- und Zinstermingeschäfte.
Den durchgreifenden Unterschied zwischen Forwards und
Futures begründet der Umstand, dass Forwards das direkte Ergebnis von
auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene gegenseitige Vertragsabstimmungen
zweier rechtlich gleichgestellter Vertragspartner sind (individualisierte
Kontrakte), während Futures einseitig vordefinierte, vorweg normierte
Verträge abgeben, die fortgesetzt an einer Terminbörse ausgehandelt
werden. Auf Individualität kommt es Letzteren dabei nicht an. Demgegenüber
gestatten freie bilaterale Vereinbarungen von Forwards, eine für beide
Parteien bessere Vertragsgestaltung auszubedingen als es die hochgradig
vorbestimmten Futures vorsehen. So kann es nicht fehlen, dass Forwards
prinzipiell auch ein breiteres Spektrum von möglichen Vertragsgegenständen
("underlying asset") umschließen als Futures. Eine weitere sachliche
Verschiedenheit zeigt sich in der Art der Zweckbeziehung: Bei Forwards
ist die effektive Lieferung des unterliegenden Vermögensgegenstandes
im Regelfall der Praxis ausdrücklich gewollt, bei Futures ist sie dagegen
mehr nur die Ausnahme.
Ein Wesensmerkmal von Forwards ist ferner, dass sie weit
überwiegend in gerader Linie "an der Börse vorbei" im sogenannten "Telefonhandel"
eigens angebahnt und erst bei Einigung über sämtliche Vertragseinzelheiten
fix abgeschlossen werden (=
OTC-Geschäft, "Dealer-Markt"). Die Umstände, unter denen
individuelle Abmachungen solcherart zustande gebracht werden, sind aus
naheliegenden Gründen mit allerlei Anbahnungs- und Abwicklungskosten
beladen. Solche Transaktionskosten für Forwards übertreffen in ihrer
Gesamtsumme meist jene, welche für die unter Börsenbedingungen fortlaufend
abgewickelten Futuresgeschäfte gleichen Umfangs anzuschlagen sind. Darüber
hinaus unterliegen Forwards im Gegensatz zu Futures einem gewissen Erfüllungsrisiko
("counterparty risk", "performance risk"), das die jeweilige
Gegenpartei bis auf weiteres zu tragen hat; denn eine dritte Partei,
die bei Geschäftsabschluss mechanisch dazwischentritt und die Geschäfte
sichert, gibt es bei Forwards grundsätzlich nicht.
Forwards werden für gewöhnlich bedarfsgemäß auf Laufzeiten
von Monaten abgeschlossen, Futures dagegen werden zu ganz bestimmten
standardisierten Terminen fällig. Da es sich bei einem nicht standardisierten,
nicht börslichen, unbedingten Termingeschäft also stets um bilaterale
Absprachen handelt, durch die die gegenseitigen individuellen Rechte
und Pflichten in allen Punkten verbindlich festgeschrieben werden, lassen
sich Forwards, anders als Futures, erforderlichenfalls grundsätzlich
nur dann auf Wunsch vorfristig wieder aufheben, wenn es gelingt, vorher
das Einverständnis der anderen Vertragspartei einzuholen (geringe Fungibilität
durch fehlenden oder schwach ausgeprägten Sekundärmarkt) und diesem
Vorhaben überdies auch vom Rechtsstandpunkt sonst keine Hindernisse
entgegenstehen. Eine vorfristige Aufkündigung unter Bruch früher getroffener
vertraglicher Vereinbarungen hätte dagegen notwendig eine empfindliche
Konventionalstrafe zur Folge. Ein zunehmendes Bedürfnis seitens der
Wirtschaft hat nun auch bei Devisentermingeschäften unter Banken ("forex
forwards") zu der heutzutage in weitestem Umfang akzeptierten Möglichkeit
geführt, durch Einnahme einer entsprechenden Gegenposition ein zuvor
abgeschlossenes "forward"-Geschäft im Bedarfsfall umgehend wieder glattzustellen
(OTC Clearing). Zudem hat in jüngster Zeit der zunehmende Gebrauch von
standardisierten Rahmenvereinbarungen (bspw. jene der
ISDA) diesbezüglich
auch bei OTC-Geschäften für eine gewisse Erleichterung in der Abwicklung
gesorgt.
Futures haben sich aus Forwards entwickelt, indem sie
standardisiert und damit im Verkehr leicht übertragbar gemacht wurden.
Beide Instrumente ergänzen einander und haben hier wie dort ihre eigenen
spezifischen Nutzanwendungen und Vorteile. Ihnen ist daher auch das
gleiche symmetrische Gewinn-/Verlust-Profil eigen (aufgrund ihrer graduellen
Verschiedenartigkeit haben sie jedoch ein unterschiedliches Risikoprofil!)
und so lassen sie sich auch in vergleichbar wirkungsvoller Weise zum
Zwecke einer effizienten Absicherung (Hedging) gegenüber einer künftigen
unsicheren Preisentwicklung im zugrunde liegenden Risikoposten einsetzen.

Immer wieder ist im Zusammenhang
mit Termingeschäften von einem "Hebeleffekt"
zu hören. Was versteht man eigentlich unter dem Begriff "Hebeleffekt"?
Mit Hilfe eines Hebels von genügender Stärke lassen sich
relativ schwere Objekte mit relativ wenig Kraftaufwand bewegen. Ein
ganz ähnliches Verhalten legen gehebelte Termingeschäfte an den Tag:
Mit verhältnismäßig kleinen Summen Geldes, die für den Erwerb von Derivaten
aufzubringen sind, lassen sich bei hinlänglichem Hebel vergleichsweise
große Kapitalbeträge steuern – ein Mechanismus, der bei zutreffender
Prognose der Kursentwicklung die Aussicht auf erhöhte Vermögensgewinne
verheißt. Derart verlockenden Gewinnchancen stehen indes am anderen
Ende des Hebels unverbrüchlich grundsätzlich nicht minder hohe Verlustrisiken
gegenüber. Der Grund dieser Erscheinung ist folgender: Wer ungedeckte,
unbedingte Termingeschäfte, wie etwa Futures-Kontrakte, abschließt,
hat grundsätzlich für den Gesamtwert des Kontraktumfangs geradezustehen,
unbeschadet des Umfangs des verlangten Margin, also selbst dann, wenn
für den Abschluss eines Futuresgeschäfts anfangs regelmäßig nur etwa
5 bis 15 Prozent des jeweiligen Kontraktgegenwerts als Einschuss ("initial
margin") zu hinterlegen ist. Aber eben weil der Mindesteinschuss
für ein Engagement in Futures (ebenso wie der Erlangungsaufwand allerhand
anderer Derivate auch) nur solch einen geringen Bruchteil des jeweiligen
Kontraktgegenwertes ausmacht, können diese Instrumente vermöge ihrer
Konstruktionsweise aus sich heraus einen entsprechend starken Hebeleffekt
in Bewegung setzen (auf Neudeutsch: "Leverage-Effekt", "risk-return-leverage").
Wenn dem so ist, so steht das einfache Prinzip in Geltung: je schwächer
der prozentige Anteil des eingeschossenen Kapitals, desto kraftvoller
kann, bei vorgegebener Ausstattung eines gehebelten Derivats, der Hebeleffekt
seine Wirkung entfalten (=
Hebelwirkung sinkender Ersteinschüsse auf die Eigenkapitalrentabilität,
Margin-Rendite etc.).
Der Händler in Terminkontrakten kann mithilfe eines Hebels
mehr gewinnen oder verlieren als er erwirtschaften würde, wenn er bei
gleichem Kapitaleinsatz den Hebel entbehren müsste. Auf manchen Terminmärkten
– zumal auf jenen, die wiederholt heftigen Schwankungen unterworfen
sind – vermag ein glücklich arbitrierender Händler kraft der beträchtlichen
Hebelwirkung, die (zwar kein wesenbestimmendes Merkmal für die Klasse
der Finanzderivate, aber) einer ganzen Reihe von Derivaten eigentümlich
ist, in kürzester Zeit auf das hinterlegte Kapital ("initial margin"
bzw. auf eine Optionsprämie) bezogene Gewinne einzustreichen, die mitunter
Größenordnungen weit jenseits der 100
%-Marke belegen. Und so kommt es, dass es dem einen oder anderen
beschieden ist, im Nu ein Vermögen aufzuhäufen. Diesen beachtlichen
Gewinstchancen steht jedoch, wie soeben geschildert, auf der anderen
Seite unweigerlich die Wertgefahr (Verlustrisiko, Gefährdung des Vermögens,
Insolvenzrisiko) gegenüber. Da nämlich der Hebel nicht allein bei sich
erfüllender Markterwartung, sondern prinzipiell in gleichem Maße, nur
mit umgekehrtem Vorzeichen, auch bei Misslingen der Handelsabsicht seine
Kraft entfaltet, sind hierbei jederzeit ebenso grelle Verluste möglich.
Insofern ist jedes Engagement in gehebelte Finanzmarktprodukte wahrhaft
immer als ein zweischneidiges Schwert zu betrachten. Bei einer ganzen
Anzahl von Formen von Termingeschäften, so etwa bei Short-Futures, Short-Forwards
und Short-Call-Optionen u.
dgl. m., ist das Verlustpotential,
zumal bei gröblicher Unachtsamkeit, sogar ein überaus hohes. Der Belauf
potenzieller Geldvermögensverluste aus einem verfehlten Einsatz vorstehend
berührter Instrumente ist bezeichnenderweise nicht auf Ersteinlagen
oder Prämien beschränkt, sondern kann praktisch weit darüber hinausreichen,
ja selbst bis zu einer unbestimmbaren Grenze ins Ungeheuerliche wachsen.
Theoretisch gedacht sind hier dem Verlust bei steigenden Marktpreisen
also gar keine Schranken gesetzt. Demnach muss für spekulativ motivierte
Engagements in Termingeschäften konsequenterweise die grobe Faustregel
greifen, dass prinzipiell nur so viel Risikokapital aufs Spiel gesetzt
werden sollte und darf, dass ein damit eingegangenes Risiko jederzeit
tragbar bleibt. Dieser Vorsatz schützt nicht nur gegen die Unannehmlichkeiten
eines kurzfristigen Liquiditätsengpasses, sondern soll 1.) ein Hineinmanövrieren
in eine existenzgefährdende Situation als Folgeerscheinung eines möglichen
Fehlschlags vermeiden helfen, und 2.) dafür Gewähr leisten, dass der
gewohnte standesgemäße Lebensfuß zwischenzeitlich keinen Abbruch erleidet
und auch in Zukunft nicht schwindet.
Beispiel Hebeleffekt: Der Ersteinschuss für einen
Euro-Bobl-Futures
der Terminbörse Eurex (Produktkürzel: FGBM) mag
1000 € betragen. Kauft der
Investor diesen Futures bei einem Börsenterminkurs von 105,00
%, so bewegen Kursänderungen des Futures, trotz des vergleichsweise
geringen Einschussbetrages, immer den Gesamtwert der zugrunde liegenden
Anleihen, hier in Höhe von 105000
€ (d. h. 105,00
% von 100000 € Nominalwert)
insgesamt. Steigt der Futureskurs in der Folgezeit beispielsweise auf
115,00 %, so gewinnt der Investor
10000 € hinzu. Bezogen auf
seinen ursprünglich hinterlegten Einschuss von
1000 € – den der Investor natürlich
zusammen mit seinem Gewinn bei Glattstellung des Futures zurückerhält
– errechnet sich eine Margin-Rendite
von (10000/1000)
× 100 =
1000
%.
Ergebnis: Der Hebeleffekt bewirkt, dass bereits
relativ geringfügige Kursänderungen von Finanzderivaten prozentual relativ
große Änderungen in der Margin-Rendite hervorrufen.
Brokergebühren, die neben evtl. entgangenen Zinseinnahmen
einen Großteil der eigentlichen Kosten für eine Teilnahme am Terminhandel
darstellen, verändern regelmäßig den Hebeleffekt einseitig zu Lasten
des Investors; denn die Brokergebühren müssen zunächst zurückverdient
werden und schmälern somit etwaige Gewinne bzw. erhöhen anfallende Verluste.

Zertifikate und andere umstrukturierte Finanzprodukte*
von sachlich verwandter Natur stehen mit den Kernderivaten im Grunde
in einer nurmehr losen Beziehung. Allein durch die Gemeinsamkeit ihres
Grundgedankens bringen sie einige vergleichbare Ergebnissen hervor.
Derivative Finanzmarktinstrumente sind bekanntlich Termingeschäfte,
deren Wert in theoretisch eindeutig bestimmbarer Weise ableitbar ist
von einem bereits vorliegenden, originären Marktwert (einer bekannten
Variablen). Inhaltlich ruhen beide aber auf ganz verschiedener Grundlage.
[*
In der Fachsprache der Marketing-Strategen der Banken steht dafür allein
der Name "strukturierte Produkte" ("structured products") in
Übung. Der Name "umstrukturierte Finanzprodukte" verdient meines Erachtens
den Vorzug, weil durch ihn der Sachverhalt trefflicher zum Ausdruck
kommt, dass derartige Finanzmarkttitel in aller Regel einen Komplex
bilden, der sich neu zusammenträgt aus ineinander gepassten Bausteinen
herkömmlicher Finanzanlagen und allerlei Derivaten, wie etwa Futures
oder Optionen.]
Zertifikate ("...-linked certificates of deposite")
sind rechtlich gesehen Inhaberschuldverschreibung. Sie unterliegen damit
selbstverständlich auch den üblichen Bonitätsrisiken des Emissionshauses
als Schuldner, und nicht am wenigsten dem Insolvenz- und Kreditrisiko
der Bank oder Sparkasse (Emittentenrisiko). Der Käufer von Zertifikaten
nimmt, im Gegensatz etwa zu Fonds, welche stets geschütztes Sondervermögen
bilden, durch den Erwerb solcher Papiere die Stellung eines Gläubigers
gegenüber dem ausgebenden Kreditinstitut ein. Wie alle Welt weiß, können
Banken gleich anderen Schuldnern in Verlegenheit geraten oder fallieren.
Aus eben diesem Grunde gibt es bei Zertifikaten überhaupt keine 100%ige
Garantie auf Rückzahlung des investierten Kapitales an den Käufer desselben
– selbst dann nicht, wenn es sich beim fraglichen Zertifikat um ein
sog. Garantiezertifikat handelt oder, wie es gelegentlich vorkommen
mag, es vorher mit kaptivierenden Argumenten als zusätzlich besichert
angepriesen, beworben oder das Schuldnerrisiko schlicht wegeskamontiert
wurde!
Zertifikate in ihrer ganzen Komplexität reihen sich allesamt
der Klasse der verbrieften derivativen Finanzinstrumente an. Von Haus
aus sind diese von vornherein so beschaffen, dass sie vornehmlich den
privaten Investor ("retail client") apostrophieren. Der kommerziellen
Tüchtigkeit der mit unermüdlicher Schaffenskraft begabten Emissionshäuser
ist es wohl zu verdanken, dass es, zumal auf deutschem Boden, derzeit
eine schier unüberschaubare Flut von Zertifikaten und ähnlichen umstrukturierten
Produkten verschiedenster Couleur gibt ("financial engineering").
Und so bleibt es nicht aus, dass jenem, der sich auf diesem Felde um
Überblick bemüht, nach einer ersten mehr nur flüchtigen Sichtung des
Produktenmarktes das Angebot an derartigen Papieren in tausendfältiger
Gestalt förmlich entgegenzuspringen scheint.
Der eigentliche Nutzen von Zertifikaten für den Anleger
mag nun darin liegen, dass er, ebenso wie schon von jeher mit Optionen
und anderen Finanzderivaten, dank ihrer gegebenen Angebotsfülle mit
den entsprechenden Papieren an der Marktentwicklung fast jedes Basiswertes
(Underlying) zu partizipieren vermag, sei es nun an steigenden oder
an fallenden, sei es an gleichbleibenden oder pfadlosen Preisen eines
solchen. Hierbei sind die unterschiedlichsten Konstruktionen denkbar:
ein proportionales Beteiligungsversprechen an der Kursentwicklung ebenso
wohl wie ein von der Gestaltung gewisser Verhältnisse abhängig gemachtes.
Auch wenn streng genommen laufend Kurse gestellt werden sollen: In Krisenzeiten
indes, soviel hat sich herausgestellt, erwiesen sich derartige Papiere
bisweilen als schwer oder gar nicht handelbar – einer der Umstände,
die einer gedeihlichen Entwicklung von Zertifikaten überaus hinderlich
sind.
Zertifikate werden sowohl an gesonderten Börsenplätzen
als auch im außerbörslichen Bereich (OTC) umgesetzt. An Basisobjekten
von Zertifikaten kommt grundsätzlich das gesamte Spektrum von Anlageinstrumenten
und Marktvariablen sowie deren Mischungen in Betracht. Analog spricht
man von Index-/Tracker-Zertifikaten, Rohstoffzertifikaten, Basket-Zertifikaten,
Airbag-Zertifikaten, Discount-Zertifikaten, Bonus-Zertifikaten, Express-Zertifikaten,
Knock-out-Zertifikaten usw. usw. Die Laufzeit von Zertifikaten (das
Kreditverhältnis) kann auf eine bestimmte Frist begrenzt ("open end")
oder auch unbegrenzt ("closed end") sein, oder aber, der Emittent
behält sich gar unter gewissen für ihn vorteilhaften Bedingungen ein
Kündigungsrecht im Emissionsprospekt ausdrücklich vor.
Zertifikate schienen bis vor kurzem noch auf der Beliebtheitsskala
von Privatanlegern ganz oben zu stehen. Zur gleichen Zeit fanden, angelockt
durch abnorm hohe Gewinnsätze im Emissionsgeschäft mit Zertifikaten
und den damit verwandten (Hebel-)Produkten,
hierzulande immer mehr Bankhäuser ein weites Betätigungsfeld vor, auf
dem sie ihre jüngst erworbenen Einsichten der modernen Finanzierungsforschung
im großen Stile anzubringen und mit ihren Pfunden zu wuchern verstanden.
Für viele Sparer wohl überzeugend genug, um denn auch ihr Erspartes
in sie hineinzustecken, kurzum: der Markt für Zertifikate befand sich
fürwahr in voller Blüte. Doch mit dem Untergang der Investmentbank
Lehman Brothers Inc. und den herben Verlusten, die Zertifikatehalter
seither zu verschmerzen hatten, hat sich gerade auch angesichts der
mit einem Male wegbrechenden Umsätze mittlerweile starke Ernüchterung
in der Zertifikatebranche eingestellt, so zwar, dass selbst das Vertrauen
in den Reihen ihrer treusten Anhänger schwankend geworden ist.
Im Hinblick auf die Gewinnmarge, die den Banken aus der
Begebung von Zertifikaten zufällt, bleibt letztlich noch anzumerken,
dass jene, die am Finanzmarkt einen gegebenen Einkommensstrom aus herkömmlichen
Instrumenten (Aktien, Anleihen, Futures und Optionen) unter Einsparung
von Gebühren in einen anderen, dazu äquivalenten zu transformieren wissen,
nicht gewillt sind, andere, die dies für sie tun, dafür zu bezahlen.

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Börse folgen in Kürze.
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