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Orderarten an den Kassamärkten der Wertpapierbörsen

Um unter allen nur denkbaren Marktverhältnissen mit dem angemessenen Order-Instrumentarium mit sicherem Griff zur Hand zu sein, bedarf es einer genauen Kenntnis der Anwendungsvoraussetzungen und Funktionsweisen der unterschiedlichen börslichen Auftragsformen (Orderarten). Die folgenden Seiten bieten eine Gesamtdarstellung der an den Effektenbörsen gebräuchlichen elementaren Orderarten zusammen mit praxisgerechten Beispielen, an denen ihre jeweils zweckmäßigen Einsatzmöglichkeiten im Aktien-, ETF- und Optionshandel näher erläutert werden.

 

Der Börsenverkehr in Wertpapiergeschäften wird auftragsweise durchgeführt. Der einzelne Transaktionswunsch wird durch Erteilung einer Order (Auftrag, Gebot, Bestellung) dem kontoführenden Handelshaus gegenüber verbindlich zum Ausdruck gebracht. Durch den sachgemäßen Gebrauch einer Order gibt der Wertpapierhändler seine Handelsabsicht zu erkennen und setzt mit ihrer Einreichung die Ausführung seines Wertpapiergeschäfts ins Werk. Im Börsenleben trifft man, je nach dem verfolgten Geschäftsvorhaben, auf die unterschiedlichsten Orderarten. Bei der Auswahl einer zweckdienlichen Orderart ist zu berücksichtigen, dass nicht immer jede an sich ausführbare – und im Folgenden vorgestellte – Orderart auch tatsächlich an jeder Wertpapierbörse vorbehaltlos zulässig ist. Welche davon im einzelnen Falle statthaft sind, hängt ab von den jeweils geltenden Börsenregeln, die freilich von Zeit zu Zeit Änderungen erfahren können. Doch selbst dann, wenn die börsenseitige Zulässigkeit ganz außer Zweifel gesetzt ist, empfiehlt es sich, vor der erstmaligen Auftragserteilung in Erfahrung zu bringen, welche der vielnamigen Orderarten im Einzelnen das beauftragte Handelshaus (Wertpapierhandelsbank, Filialbank, Broker) zu akzeptieren bereit ist. Dies gilt in besonderem Maße für Discount- und die neu aufgekommenen Broker (Neo-Broker). Auskunft darüber wie auch über derzeit geltende Regelungen, welche der einzelnen Orderarten von den Effektenbörsen entgegengenommen werden und welche nicht, erhält der private Wertpapierhändler auf Anfrage von einem Kundenbetreuer ("account executive") seines Wertpapierdienstleisters oder durch Aufruf der jeweiligen Netzseiten, so auch in ausgearbeiteter Form aus den Satzungen der betreffenden Börsen selbst.

Zur Ordererteilung für Aktien und ETFs an den Wertpapierbörsen:

Eines der Hauptanliegen jedes Kommissionshauses (Wertpapierhandelsbank oder sonstiger Finanzdienstleister, kurz Broker) ist es, dem auf eigenen Entschluss handelnden Kunden beim Umgang mit Wertpapieren und börsennotierten Fonds so wenig Hindernisse wie nur irgend möglich in den Weg zu legen. Alles, was der für die Orderabwicklung zuständige Kundenbetreuer zur Erledigung ("order execution") einer ihm vom Auftraggeber (Kommittenten) zugetragenen Order bedarf, ist eine eindeutige und unmissverständliche Benennung der beabsichtigten Orderspezifikationen*. Um ein Weiteres braucht sich der Kunde nachher nicht mehr zu kümmern. Der Broker wird nach Entgegennahme des Auftrags den an ihn herangetragenen Transaktionswunsch im Dienste des Kunden an die Börse bringen und dort bestmöglich auszurichten suchen. Im Handelsverkehr mit Wertpapieren und ETFs gehören einer Order im Einzelnen folgende wesentliche Bestandteile an, die zu deren formgerechter Vorbringung erforderlich sind:

  1. die Angabe, ob gekauft oder verkauft werden soll. Hinzu kommt bei einem in Auftrag gestellten Verkaufsgeschäft ggf. die Mitteilung, ob es sich hierbei um einen Leerverkauf ("short sale"), und im bejahenden Fall, ob es sich um einen gedeckten oder ungedeckten Leerverkauf handelt. – Mündlich heißt es einleitend: "Zum Öffnen verkaufe ich ...",

  2. die genaue Zahl der Stücke (bzw. ihr Nennwert) der zu ordernden Börsenpapiere (Ordervolumen),

  3. die genaue Bezeichnung des Wertpapiers oder Fonds bzw. die zugeordnete Wertpapierkennnummer (WKN, ISIN). Wird der betreffende Titel gleichzeitig an verschiedenen Börsen notiert, so ist zusätzlich der Ausführungsplatz (Börsenplatz) anzugeben, an dem der Handel stattfinden soll ("order routing");

  4. gesonderte Anweisungen im Hinblick auf Handels- und Ausführungsbeschränkungen (Ausführungsklauseln), d.h. ausgewählte Orderattribute, die den Order-Typus bzw. das Handelsvolumen kenntlich machen, wie z.B. "at the market" im Falle von Marktorders, bzw. preisliche Limits, "FOK", "opening only" usw. (s. u.), sowie

  5. die Gültigkeitsdauer der Order in Verbindung mit der Kontonummer oder Depotnummer. Diese Angaben können indessen auch ganz an den Anfang gesetzt werden (bei telefonischer Ordererteilung sollte man für diesen Fall, bevor man mit der Ordergabe fortfährt, kurz innehalten, bis der Broker einen als Kunden sicher erkannt hat).

[* Unter dem Fachfremdwort Orderspezifikationen versteht man die Einzelaufzählung der zugehörigen Bestandteile eines Börsenauftrags. – Hinweis: Man beachte auch die Besonderheiten bei der Ordererteilung für Optionsgeschäfte.]

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Weil es bei der Auftragsaufgabe ("order placement") erwiesenermaßen leicht zu allerlei Missverständnissen kommen kann, wird auf das angelegentlichste empfohlen – sofern nicht bereits durch die Ordermaske der verwendeten Software-Ausstattung vorgegeben –, mit Rücksicht auf unstrittige Abschlüsse sich mit unbedingter Strenge an obiges Ablaufmuster zu halten. Grundsätzlich aber werden die Depot-führenden Finanzinstitute jeden von ihren Kunden eindeutig und klar formulierten Börsenauftrag anstandslos annehmen und zulassen. Nach heutigen Verhältnissen werden Börsenaufträge zum weit überwiegenden Teil zeitgemäß auf elektronischem Wege mittels Order-Software ("front-end trading application", "mobile apps") über Draht und Funk online zum Brokerhaus übertragen und von dort zum betreffenden Handelsplatz weitergeleitet. Eine fertig ausformulierte Order kann aber auch telefonisch oder im persönlichen Gespräch an einen Kundenbetreuer ("account executive") des Handelshauses gerichtet oder in schriftlicher Abfassung dorthin aufgegeben werden. Telefonisch zugewendete Orders wird der Kundenbetreuer, der sie in Empfang nimmt, dem Auftraggeber zur Sicherheit noch einmal vortragen, wodurch dieser die Gelegenheit erhält, seine Order nochmals auf Versprecher und Oberflächlichkeitsfehler zu prüfen, um sie nötigenfalls gleich darauf richtig zu stellen. Ein aufmerksames Zuhören lohnt in diesem Stück ganz besonders, da auftauchende Versehen oder Irrtümer bei der Ordererteilung fast immer dem Kunden allein angelastet werden. Im Falle nicht eindeutig oder nicht leicht verstehbarer Orderarten erscheint es angezeigt, den Kundenbetreuer der Bank, vielleicht auch einen börsenkundigen Dritten, in einem vorgängigen Beratungsgespräch um fachkundigen Rat und Hilfe zu ersuchen. Man lege ihm bei dieser Gelegenheit seine Handelsabsicht möglichst anschaulich und ins Einzelne gehend dar.

Börsengeschäfte, und damit auch die gesamte Orderabwicklung, sind bekanntlich schleunig sich abspielende Geschäfte. Kein Wunder also, wenn im Zeitalter der Schnelllebigkeit zur Beschleunigung und Entlastung des Geschäftsgangs in besonderer Häufung abkürzende Fachbegriffe, Akronyme und besondere Symbole Verwendung finden, die stellvertretend für die wichtigsten Abläufe und Bestandteile eines Börsenauftrags stehen – so beispielsweise Market, MIT, Stopp, GTC usw. Die folgenden Seiten seien dazu bestimmt, Begriffe und Usancen (das sind durchgängig anerkannte Handelbräuche und kaufmännische Gepflogenheiten bei Börsengebrauch), die bei der Auftragserteilung im Effektenhandel wiederholt anzutreffen sind und um die es uns geht, des Näheren zu erläutern. Da es sich im Börsenalltag bei allen diesen Bezeichnungen um eindeutige und zugleich allgemein gebräuchliche Formulierungen und Anweisungen handelt, wird vorausgesetzt, dass der Anwender gut weiß, worauf er sich einlässt, wenn er sie anwendet. Er muss sich also bei einer unsachgerechten Verwendung derselben möglicher unangenehmer Folgen rechtlicher wie finanzieller Art klar bewusst sein.

 

Weitere allgemeine Hinweise:

Orderarten bestehen, weil im Zeitpunkt der Auftragserteilung der sich abschließend einstellende Marktpreis des betreffenden Handelsgegenstandes noch nicht bekannt ist. Jede gegebene Orderart erfüllt als solche hierbei ihren besonderen Zweck und verlangt deshalb unterschiedliche Angaben, Anweisungen und Zusätze, die ihren Gebrauchszweck kennzeichnen. Trotz der Fülle von vorhandenen Orderarten verursacht ihr Einsatz dem Kunden und Händler nirgends irgendwelche Zusatzkosten. Die dem Kunden einer Wertpapierhandelsbank in Rechnung gestellten Bank- und Brokergebühren (Provision, "brokerage fees", "commissions") für die Verrichtung und Abwicklung der Geschäfte sind üblicherweise für alle Orderarten, gleichviel ob für den Kauf oder Verkauf bestimmt, ohne Ausnahme durchweg von gleicher Höhe. Diese können allerdings im Einzelfall Bezug nehmen entweder auf lediglich einen Kauf- bzw. einen Verkauf ("half turn") einerseits oder andererseits auf Kauf und Wiederverkauf zusammengenommen ("round turn"). Ferner ist Acht zu haben auf Bauschsummen und Mindestgebühren, die manche Handelshäuser zur Vornahme von Börsengeschäften erheben. Oft sind die Börsenspesen jedoch abhängig vom Umfang der Order ("volume"). Bei kleineren Aufträgen fallen die Brokergebühren sodann anteilsmäßig für gewöhnlich stärker ins Gewicht. Überdies werden bei umfänglicheren Ordergaben Teilausführungen von einigen Brokerhäusern nicht selten jeweils gesondert in Rechnung gestellt. Im Falle einer Teilausführung lässt sich eine zur Erledigung eingereichte Order aufgrund der gegebenen Marktlage – zumal bei geringem Handelsaufkommen und mangelnder Marktliquidität, so etwa infolge eines kaum nennenswerten Streubesitzes in ohnedies engen Märkten – nicht in einem Abschluss allein in ihrem vorgesehenen Gesamtumfange, sondern nur, wenn überhaupt je, stück- bzw. stufenweise aufeinanderfolgend ausführen, wobei im vorausgehenden Fall Ausführungskurse verschiedener Größenordnung nicht auszuschließen sein werden. Bei manchem mit beschränktem Wirkungskreis tätigem Kommissionshandelshaus ("Billigbrokern"), welche ihre Dienste meist ausschließlich über das Netz anbieten, lassen sich die Gebühren für einige ausgesuchte Wertpapiere, ETFs und Sparpläne hier und da sogar ganz ersparen. Grundsätzlich sind alle Brokerhäuser verpflichtet, über sämtliche mit einem Wertpapiergeschäft verbundene Kosten schon vorher wahrheitsgetreu Aufschluss zu geben.

 

Die computertechnische Entwicklung in den letzten Jahren hat zweifellos auch vor den Hilfs- und Verständigungsmitteln im Börsenwesen nicht Halt gemacht. Dies wirkt sich nicht nur kostensparend auf den Spesenaufwand aus, sondern verkürzt insbesondere auch die Zeitdauer für die Auftragsausführung. Dank der Vernetzung höchst leistungsfähiger Rechenanlagen verstreicht vom Zeitpunkt der Erteilung eines Auftrags bis zu dessen Ausführung ("matching") meist nur ein Bruchteil einer Sekunde, was gleicherweise auch für die darauf folgende Einbuchung der Wertpapiere bei der Verwahrstelle für das Kunden-Depot bzw. bei Verkäufen für deren Ausbuchung gilt, abhängig von der Arbeitsweise der genutzten Handelsvorrichtung und der Art des Übertragungsweges (Güte der Datenleitung oder des Funkverkehrs bei der Datenfernübertragung, der Datendurchsatzrate, der Beschaffenheit der im vollelektronischen Handel eingesetzten Handelsplattform und deren Anwendungen, der Schnelligkeit des Handelsverkehrs usw.). Im Allgemeinen gilt hier die Regel: Je kurzfristiger eine Orderausführung zu bewerkstelligen ist, desto rascher und zuverlässiger lässt sich an den Märkten wirtschaften. Dies betrifft aus naheliegenden Gründen im besonderen Maße den Tageshandel (das "Daytrading"). Man lasse sich also vor einem Erstgeschäft an den Fonds- und Wertpapiermärkten unbedingt darüber aufklären, wie lange es von der Orderaufgabe über die Orderannahme, deren Prüfung, der Orderausführung (das sog. "Order-Routing") bis hin zur Bestätigung der Ausführung im guten Durchschnitt braucht. Zu allem dem ist es unerlässlich, bei der Auftragsabwicklung über elektronische Handelsvorrichtungen im Geschäft mit Online-Brokern sich vor der Erteilung einer ersten Order in die Bedienung und Technik der zur Verwendung verfügbaren Ordermodule der Handels-Software ("Trading-App", "Broker-App", "Investment-App", Desktop-Anwendung) gründlich einzuarbeiten.

Darüber hinaus mag man es als notwendig und zweckmäßig erachten, bei jeder Ausrichtung eines Börsenauftrags, jeder Änderung oder Wiederaufhebung desselben auch den genauen Zeitpunkt dafür einzeln aufzuzeichnen oder niederzuschreiben, um – zumal im Falle technischer Schwierigkeiten oder Störungen – im Hinblick auf sämtliche Einzelheiten stets den Überblick zu wahren. Bereits getätigte Geschäfte lassen sich auf diese Weise leichter und sicherer nachvollziehen, schwebende Orders gegebenenfalls rechtzeitig widerrufen, Limits neu bestimmen oder gesetzte Stopps entsprechend an- und abgleichen.

Dem Kunden wird, wie es von jedem redlich wirtschaftenden Brokerhaus mit Recht erwartet und vorausgesetzt werden kann, nach erfolgter Ausführung seines Börsenauftrags unverzüglich eine ordentliche Ausführungsbestätigung (Schlussnote, Schlussbrief, "order confirmation", "trade confirmation") in schriftlicher, elektronischer oder fernmündlicher Form ausgefertigt, worin er über die wichtigsten Einzelheiten des Börsengeschäfts, aufgeschlüsselt nach Gattung und Menge der Werteffekten, deren Kurs, Handelszeit, Erträge, Kosten u.a., in unmissverständlicher Weise benachrichtigt wird. Steht indessen die eigentlich fällige Geschäftsbestätigung schon für einen längeren Zeitraum aus, obwohl man sich einer Ausführung gewiss sein konnte, so hat der Händler allen Grund, seinen Broker zu einer Orderausführungsüberprüfung ("order check") zu veranlassen, indem er sich z.B. danach erkundigt, ob der betreffende Kurs denn nun "fest" sei. Gleich nach Erhalt der Auftragsbestätigung sollte der Wertpapierhändler die darauf aufgeführten Angaben jede für sich auf Richtigkeit prüfen, nötigenfalls das betreffende Börsengeschäft beanstanden. Die Brokerhäuser sind gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden klare, eindeutige und nicht irreführende Auskünfte über alle mit einem Börsengeschäft anfallende Orderkosten und Gebühren zu erteilen.

Neben dem Anrecht auf Erhalt einer verbindlichen Ausführungsbestätigung hat der Kunde zudem für jeden Handelstag Anspruch auf eine förmliche Geschäftsbestätigung ("detailed statement"), woraus alle Einzelheiten seiner bis zur Stunde vorgenommenen Börsengeschäfte vollständig, offen und unzweideutig ersichtlich werden. Desgleichen hat er für jedes seiner Wertpapiergeschäfte Anspruch auf eine Wertpapierabrechnung, nebstdem nachträglich auf eine genauestens aufgezeichnete Monatsübersicht sowie auf den regelmäßigen Erhalt eines Depotauszugs, der mit vollständiger Genauigkeit Aufschluss gibt über alle seine in dem betreffenden Zeitabschnitt getätigten Börsengeschäfte ("monthly statement", "blotter") und den baren Vermögensbestand. – Nun zu den Orderarten im Einzelnen:

Die Effekten- und Optionsbörsen kennen dreierlei verschiedene Order-Gruppen: preislich unlimitierte Orders, preislich limitierte Orders und zeitlich eingeschränkte Orders. Diese lassen sich wiederum in vier gesonderte Orderarten untergliedern: Marktorders, Limitorders, Stopp-Orders und sog. alternative Orders. Hierzu kommen in Bezug auf besondere Ausführungsbedingungen noch zusätzlich qualifizierte Orders. Nachfolgende Übersicht stellt die einzelnen möglichen Orderarten* ("order types") für ETFs, Wertpapier- und Wertpapieroptionsgeschäfte in einer Liste zusammen:

 

Aufzählung

Preislich unlimitierte Order

Marktorder ("market order")

 

Aufzählung

Preislich limitierte Orders ("price limit order")

Limitorder ("limit order")

Stopp-Order ("stop order")

Stopp-Limitorder ("stop-limit order")

Trailing Stopp-Order

MIT-Order ("market-if-touched order")

 

Aufzählung

Zeitlich limitierte Orders ("time limit order")

Tages-Order ("day order")

GTC-Order ("good-till-cancelled order")

MOO-Order ("market-on-opening order")

MOC-Order ("market-on-close order")

 

Aufzählung

Zusätzlich qualifizierte Orders

OB-Order ("Limit-or-Better"-Order)

FOK-Order ("Fill-or-Kill"-Order)

IOC-Order ("Immediate-or-Cancel-Order")

AON-Order ("All-or-None-Order")

Alternativ-Order ("alternative order")

DNR-Order ("Do-not-Reduce-Order")

Handelsvollmacht ("discretionary order")

 

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[* Hinweis: Alle hier und nachstehend erörterten Orderarten beziehen sich schwerpunktmäßig auf den ordergeleiteten kontinuierlichen Auktionshandel ("order-driven continuous auction market"),  und zwar aus der Sicht des Auftraggebers (Kommittent) in Verhältnis zu seinem Kommissionshandelshaus ("securities broker").]

Wie oben bereits erwähnt, wird nicht immer und ausnahmslos jede einzelne Orderart aus dem Kreis aller nur denkbaren Orderarten auch von jeder Börse einhellig entgegengenommen. Gleichwohl werden zum Teil solche an sich "nicht qualifizierte" Orders von den verschiedenen Brokerhäusern gutgeheißen in der Hoffnung, dass den Kunden des Hauses dadurch ein Dienst geschieht, d.h. ihren Handelsabsichten hiermit so weit als irgend angängig entsprochen wird. Andererseits wird manche ursprünglich gar nicht verfügbare Orderart, besonders im elektronischen Handel online ("electronic brokarage service"), erforderlichenfalls von dem Order-Modul der genutzten Trading-Plattform sachgerecht nachgebildet ("synthetic order"). Sämtliche Orders dieser Gattung erhalten in aller Regel den Zusatz "not held", wodurch gleichzeitig jedweder Anspruch oder jede Gewähr auf eine Ausführung abgewiesen wird.

 

Einige Anmerkungen:

Die Kurse von Aktien wie auch die von ETFs werden heutzutage vorherrschend in Währungseinheiten und Untereinheiten (Dollar, Euro und Cent usw.) für das Stück bzw. für den einzelnen Fonds-Anteil notiert. An den Aktienbörsen entspricht das Stück gemeinhin der kleinsten handelbaren Einheit an Aktien überhaupt, das ist der Mindestschluss (Mindestordergröße) je Auftrag. Dieser umfasst demgemäß genau ein Stück, d.i. je eine (1) Aktie. Entsprechendes gilt für einen Indexfonds. Der Kauf bzw. Verkauf von Bruchteilen einer Aktie oder eines Fonds-Anteils scheidet somit grundsätzlich aus.* Die übliche Schlusseinheit bei Geschäften mit Aktien an der Börse umfasst in aller Regel gleich mehrere Stücke. Jenseits des Weltmeeres, so zumal in Kanada und in den Vereinigten Staaten, wird i.Allg. als Standardschlusseinheit ein "round lot" im Umfang von 100 Aktien oder 100 Anteilen eines ETF verstanden. Ausnahmen hiervon bilden besonders teure Aktien wie auch solche, die nur selten gehandelt werden. Hierbei fasst ein "round lot" i.d.R. weniger als 100 Aktien bzw. 100 Anteile eines Fonds. Für börsennotierte Anleihen wieder ist die Standardmenge je eine (1) Obligation (so etwa an der NYSE; im Freiverkehrshandel (OTC) allerdings je 5 Obligationen oder einem runden Mehrfachen davon ("multiple round lot")). Börsengehandelte "multiple round lots" größeren Umfangs werden an nordamerikanischen Börsen häufig als "block" bezeichnet. Deren endgültige Ausführung durch einen zumeist größeren Broker heißt "exchange distribution" (sofern vom Verkäufer ausgehend) oder "acquisition" (sofern vom Käufer eingeleitet).

[* Manche Maklergeschäftsfirmen bieten ihren Kunden jedoch gefälligkeitshalber die Möglichkeit, eine bestimmte Auswahl von Wertpapieren unter gewissen Einschränkungen auch in gebrochener Zahl zu handeln ("fractional investing").]

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Der Name "odd lot" kennzeichnet indessen "ungerade" Aufträge (Fraktion) in einem Umfange von gewöhnlich 99 Stück Aktien bis auf ein Stück hinab. Eine Order über beispielsweise 555 Aktien wäre demnach ordertechnisch betrachtet eine Zusammenstellung aus 5 "round lots" und einem "odd lot" über 55 Aktien. Orders über "odd lots" können mit dem Orderzusatz "WOW" ("with or without sale") ausgestellt und erteilt werden. Hierdurch wird jener Kurs zugeordnet, der als erster beim "specialist" an der Börse eintrifft: d.i. entweder der zurzeit herrschende Marktpreis oder ein derzeit quotierter "bid"- bzw. "offered"-Preis. – Zur Beachtung: Für Orders über "odd lots" werden oftmals zusätzliche Gebühren erhoben!

[Hinweis: Da es einen allgemeinen Börsenzwang nicht gibt, können – sofern bestimmte Börsen- oder Geschäftsregeln dem nicht hindernd entgegenstehen – die meisten der vorhin angeführten Orderarten auch jenseits der für die Allgemeinheit zugänglichen Börsenplätze zum Einsatz gebracht werden, so vor allem auf den besonders schnellen ("high-speed") außerbörslichen Handelsplattformen, wie sie etwa die für Neobroker arbeitenden Finanzdienstleister bereitstellen. In diesem Falle spricht man von der Ausübungsart einer "off-book market order" (gelegentlich noch "off-floor order", "fourth market", "upstairs market"). Hierher gehören neben den Börsengeschäften kleinerer Privathändler auch durch Geschäftsverabredung eigens ausgehandelte, meist sehr umfangreiche Orders (sog. "block orders", d.i. an der NYSE bei Aktien von 10000 Stück oder mehr), die von Market-Makern, Dealern oder anderen regulierten Institutionen ausgeführt werden. Der Vorteil außerbörslich zustande kommender Abschlüsse (Over-the-Counter OTC, "Direkthandel") besteht vor allem in der Ersparung von Börsengebühren, daneben in der Leichtigkeit der Unterbringung großer oder unterschiedlicher Order zu gleicher Zeit. Die Börsenregeln verlangen für gewöhnlich, dass "off-floor orders" zeitlich vor gleich lautend ausgestalteten "on-floor"-Orders ausgeführt werden müssen. Als sogenannte "Dark Pools" bezeichnet man dagegen den außerbörslichen Verkehr mit Aktien ("unnotierte" Papiere) zwischen Personen, die einander unbekannt bleiben .]

Siehe auch:

Orderarten an den Terminbörsen

Kurszusätze

Depotkonten für Wertpapiere und ETF-Fondsanteile im Vergleich

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2022 Bert H. Deiters
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Stand: 17. August 2022. Alle Rechte vorbehalten.