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Ordererteilung an den Optionsbörsen

 

Um in der vorteilhaften Lage zu sein, unter allen nur denkbaren Marktverhältnissen zu rechter Zeit mit dem angemessenen Order-Instrumentarium aufwarten zu können, liegt viel daran, sich zunächst ein klares Verständnis von den verschiedenen börslichen Auftragsformen (Orderarten), ihren Anwendungsvoraussetzungen und Funktionsweisen zu verschaffen. Die folgenden Seiten bieten eine Gesamtdarstellung der an den internationalen Optionsbörsen bräuchlichen Orderarten zusammen mit Beispielen für einen möglichst zweckmäßigen Einsatz im Optionshandel.

Die Handelsabsicht wird durch die Erteilung und Weiterleitung einer Order (Auftrag, Gebot) an die Börse wirksam gemacht. Mit ihrer Hilfe konkretisiert der Händler seinen Handelswunsch und setzt damit die Realisation seines Engagements ins Werk. Individuelle Orders werden üblicherweise auf der Basis von vorliegenden Informationen mit Blick auf das aktuelle und künftige Marktgeschehen erteilt. Jede Orderart erfüllt einen unterschiedlichen Zweck und erfordert damit auch unterschiedliche Angaben. Grundsätzlich ist bei der Ordererteilung zu beachten, dass nicht immer alle an sich ausführbaren – und im Folgenden vorzustellenden – Orderarten von jeder Optionsbörse wunschgemäß und vorbehaltlos entgegengenommen werden. Welche Orderarten im einzelnen Fall zulässig sind, hängt von den jeweils geltenden Börsenregeln ab, die sich jedoch von Zeit zu Zeit ändern können. Aber auch dann, wenn die börsenseitige Zulässigkeit unstreitig ist, empfiehlt es sich, vor Aufnahme der Handelstätigkeit und einer ersten Ordererteilung in Erfahrung zu bringen, welche Orderarten im Einzelnen Ihr Kommissionshandelshaus zu akzeptieren bereit ist. Dies gilt insbesondere für Discount-Broker und sogenannte Direktbanken.

 

 

 

 

Zu den ersten Aufgaben eines jeden Bank- oder Brokerhauses gehört es, ihren Kunden die Orderabwicklung so einfach und so bequem wie nur irgend möglich zu gestalten. So leisten viele Brokerfirmen auf Wunsch nützliche Beratungsdienste zur Vorbereitung von Börsenoptionsgeschäften wie auch Hilfestellung bei der eigentlichen Durchführung. Alles, was der Kundenbetreuer zur Auftragserledigung vom Auftraggeber benötigt, ist die eindeutige, unmissverständliche Angabe der verlangten Orderspezifikationen. Bei der Ordererteilung für Optionen hat sich die Benennung der einzelnen Orderbestandteile in einer bestimmten Reihenfolge und Terminologie als zweckmäßig erwiesen:

1.) Ganz zu Anfang ist anzugeben, ob die zu handelnde Option gekauft ("buy trade"; = Long) oder verkauft ("sell trade"; = Short) werden soll. Dem schließt sich die Angabe an, ob mit der Order eine Position in Optionen neu zu öffnen ("open", "opening trade": "opening purchase" bzw. "opening sale") beabsichtigt wird, oder ob eine vorher bereits eingeleitete, bestehende (offene) Long- bzw. Short-Optionsposition wieder zu schließen ist ("close", "closing trade: "closing purchase" bzw. "closing sale"). Hierzu seien folgende Beispiele angeführt:

a.) Sie haben zuvor eine Option gekauft (Sie sind damit Halter der Option = Long) und möchten diese nunmehr wieder verkaufen. Sie formulieren dann: "close sell ..." bzw. "Zum Schließen verkaufe ich ...".

b.) Sie haben eine Option verkauft, ohne diese vorher im Besitz gehabt zu haben (= Short, Stillhalter-Position, d.h., Sie haben eine Option leerverkauft; "Short Sale") und möchten diese nunmehr zurückkaufen, um Ihre Position zu schließen. Sie sagen dann: "close buy ..." bzw. "Zum Schließen kaufe ich ...".

c.) Sie möchten eine Option kaufen, ohne diese vorher bereits in blanko verkauft zu haben (der Kauf soll also kein Deckungskauf sein, sondern ein offener Kauf). Sie formulieren dann: "open buy ..." bzw. "Zum Öffnen kaufe ich ...".

d.) Sie möchten eine Option verkaufen, ohne diese vorher im Besitz gehabt zu haben (= "short sale"). Sie sagen hierbei: "open sell ..." bzw. "Zum Öffnen verkaufe ich ...".

Vorstehende Beispiele haben gleichermaßen für Kauf- (= Call) als auch für Verkaufsoptionen (= Put) Gültigkeit.

Im Falle des öffnenden Verkaufs ist fernerhin anzugeben, ob die fragliche Option durch den Besitz des Basisinstruments gedeckt ist ("covered") oder nicht ("uncovered").

2.) Es folgt die Zahl der zu ordernden Optionskontrakte. Bei Aktien als Basiswert der Option bezieht sich ein Optionskontrakt i. d. R. auf einen Mindestschluss von 100 Aktien, bei "futures options" dagegen stets auf einen Futures-Kontrakt.

3.) Darauf folgen die Benennung des Verfallmonats (Verfalldatum, "expiration date") und der Name des Basiswertes der Option. Der Basiswert wird mit dem Namen des zugrunde liegenden Wertpapiers, des Index oder der Währung (z. B. XYZ-Aktie, DAX®-Index) bzw. des zugrunde liegenden Future-Marktes (z. B. Euro FX Futures) bezeichnet. Bei schriftlich abgefasster Ordererteilung resp. Verwendung von Ordersoftware wird hierbei verschiedentlich auf die eindeutige Wertpapierkennnummer (ISIN) oder dem gängigen Tickersymbol ("trading symbol") zurückgegriffen. Wird die Option an mehreren Börsen gleichzeitig notiert, so ist zweckmäßigerweise zusätzlich der Name der Optionsbörse (der Ausführungsplatz) anzugeben, für welche der Handel bestimmt ist (so z. B. " ... September-Silver COMEX ...).

4.) Hiernach folgt der Ausübungskurs der Option ("exercise price", "strike price") und der Typ der Option, also die Angabe, ob es sich bei der zu ordernden Option um eine Kauf- ("call") oder um eine Verkaufsoption ("put") handelt.

5.) Daran schließen sich spezielle Anweisungen und besondere Ausführungsklauseln an, die den Order-Typ bzw. das Handelsvolumen kennzeichnen, wie z.B. "at the market" oder preisliche Limits bei der Optionsprämie, "fill or kill" oder sonstige spezielle Anweisungen des Auftrags (s. u.). Werden Preislimits benannt, so ist es bei börsengelisteten Optionen nicht zwingend erforderlich, zugleich auch die Einheit (Währung, Punkte u.dgl.) mit anzugeben, da sich diese von sich aus auf die reguläre Standardeinheit bezieht (z. B. US-$, US-¢, €, Indexpunkte usw.).

6.) Den Schluss bilden die Gültigkeitsdauer der Order in Verbindung mit der zugeordneten Kontonummer. Handeln Sie im Auftrag von Kunden, so ist außerdem anzugeben, ob es sich um eine Kundenorder ("customer order") oder um eine eigene Order dreht. Diese Angaben können jedoch auch ganz zu anfangs erfolgen (bei telefonischer Ordererteilung sollten Sie in diesem Fall, bevor Sie hiernach fortfahren, kurz abwarten, bis dass der Broker Sie als Kunde identifizieren konnte). Unterbleibt die Angabe zur Gültigkeitsdauer, so geht der Broker davon aus, dass es sich bei der betreffenden Order um eine Tages-Order ("good-for-day-order") handeln soll.

 

Es folgen einige typische Beispiele hierzu: "This is account number 12345678 ... On an Open/Day-Order, please Buy 1 Juni ABCD-Company 35 Put at ¢ 65"*, – "Zum Öffnen verkaufe 3 Dezember DAX® 6000 Call, Market", – "Closing Customer, Buy 4 August VWXY-Shares 55 Put at 52, GTC", "Zum Schließen verkaufe 2 Dezember Euro-Bund-Futures 110 Call zu 0,75. Die Kontonummer ist ...".

[* Hinweis: Auch wenn einem Optionskontrakt üblicherweise mehrere, i. d. R. 100 Aktien unterliegen, richten sich Preisangaben zur Optionsprämie stets auf eine einzige Aktie des Kontrakts. Der Kontraktpreis selbst beträgt demgemäß hiernach insgesamt das Hundertfache der in der Order benannten Prämie ("total premium".]

Grundsätzlich sind Aufträge zur Einleitung und Vollendung von Börsenoptionsgeschäften in jeder verständlichen Form zulässig. Die Übermittlung der einzelnen Orderangaben wird in jeder verstehbaren Ausdrucksform akzeptiert und macht die betreffende Order mit ihrer Annahme durch den Broker ("brokerage house", "commission house") im Allgemeinen sogleich verbindlich. Telefonisch aufgegebene Orders werden vom Kundenbetreuer des Hauses zur Sicherheit noch einmal laut nachgesprochen, wodurch der Auftraggeber die Gelegenheit bekommt, seine Order erforderlichenfalls nochmals zu verbessern. Schwierigere Ordertypen mitsamt der Handelsabsicht sollte ein achtsamer Händler vorsichtshalber vorher mit einem Kundenbetreuer des Hauses gründlich besprechen.

Erfahrungsgemäß kann es bei der Ordererteilung leicht zu allerhand Missdeutungen und Missverständnissen kommen. Deshalb ist umso dringender anzuempfehlen – sofern nicht bereits durch Order-Software vorgegeben – sich im Hinblick auf unstrittige Abschlüsse streng an obiges Schema zu halten. Bei der Orderabwicklung "online", über das Internet bzw. via elektronischer Handelssysteme mit Online-Brokern, ist es darüber hinaus unerlässlich, sich vor einer ersten Auftragserteilung sorgfältig in die Bedienung und Technik der spezifischen Ordermodule der Software einzuarbeiten. Jedermann kann sich die fatalen Folgen eines falsch verwendeten Kürzels oder eines Vertauschens von Kauf und Verkauf, Put und Call und all dergleichen selbst ausmalen!

Börsengeschäfte sind bekanntlich schnelllebige Geschäfte. Zur Abkürzung der Abwicklungsdauer bei der Ordererteilung werden deshalb häufig spezielle Fachbegriffe, Akronyme und Symbole verwendet, die stellvertretend für die wichtigsten Bestandteile einer Order stehen (bspw. Market, MIT, Stopp oder GTC). Die folgenden Seiten sollen dazu dienen, Ihnen diese Begriffe und Usancen bei der Auftragserteilung im Optionshandel näher zu erläutern. Da es sich bei allen diesen Bezeichnungen um ebenso eindeutige wie allgemein gebräuchliche Formulierungen handelt, wird vorausgesetzt, dass der Anwender sie genau kennt und bei unsachgerechter Verwendung derselben sich möglicher unwillkommener Konsequenzen bewusst ist.

 

Weitere allgemeine Hinweise:

Orderarten bestehen, weil der sich abschließend einstellende Marktpreis im Zeitpunkt der Auftragserteilung noch nicht bekannt ist. Jede Orderart erfüllt dazu einen anderen Zweck und verlangt damit auch unterschiedliche Angaben. Trotz der Fülle an in der Praxis anzutreffende Orderarten, zu denen der beschlagene Börsenhändler mittels besonderer Anweisungen ganz nach Bedarf und Wahl Zuflucht nehmen kann, entstehen ihm durch den Gebrauch derselben keine Sonderkosten. Die Brokergebühren der Handelshäuser ("brokerage fees", "commissions") sind ungeachtet unterschiedlicher Orderarten üblicherweise einheitlich gestaffelt. Gleichwohl können sich je nach Gebührenmodell des betreffenden Brokerhauses Verschiedenheiten daraus herleiten, ob die Brokergebühren Bezug nehmen auf lediglich einen isolierten Kauf- bzw. Verkauf (= "half turn") oder auf Kauf und Verkauf (bzw. Ausübung) eines Optionskontrakts zusammengenommen (= "round turn"). Im Gegensatz zu Futuresgeschäften wird der Broker die fälligen Kommissionen im Falle von Optionsgeschäften gewöhnlich auf "half turn"-Basis berechnen. D.h., wird eine Option beispielsweise zuerst gekauft und später dann wieder verkauft, so fällt hierbei eine doppelte Kommissionszahlung an: eine erste im Zeitpunkt der Anschaffung der Option und eine zweite seinerzeit bei ihrer Glattstellung. Bei Nicht-Ausübung und Verfall einer Option wird allerdings von einer abermaligen Erhebung einer Kommission gänzlich abgesehen.

Darüber hinaus werden von einigen Brokerhäusern Teilausführungen jeweils extra berechnet. Bei einer Teilausführung ("a partial fill") lässt sich eine erteilte Order aufgrund der aktuellen Marktlage nicht in ihrem vorgesehenen Gesamtumfang, sondern nur teil- bzw. stufenweise ausführen, wobei voneinander abweichende Kurse bei den einzelnen Abschlüssen nicht auszuschließen sind.

Selbstverständlich gilt bei Optionsgeschäften des Finanzmarktes: Haben Sie einen Call gekauft, so müssen Sie eine Verkaufs-Order für eben diesen Call erteilen, um Ihre offene Position in Call-Optionen glattzustellen; haben Sie einen Call verkauft (= Short, Stillhalter-Position), so müssen Sie eine Kauf-Order für diesen Call erteilen, um Ihre offene Position in Call-Optionen wieder einzudecken. Ein Entsprechendes gilt auch für Put-Optionen.

Die dem heutigen Börsenwesen eigene fortschrittliche Orderabwicklung ist erkennbar durch den Einfluss der Informationstechnologie und mit ihr durch die computertechnische Entwicklung der letzten Jahre geprägt. Dank der Vernetzung computerisierter Börsenhandelssysteme vergeht von der Ordererteilung bis zur Orderausführung ("matching") i. Allg. nur ein kurzer Augenblick, abhängig von der jeweilig verwendeten Handelseinrichtung (Online, per Telefon, Präsenzhandel, vollelektronisches Bildschirmhandelssystem usw.). Allgemein gilt hierbei: Je kurzfristiger die Orderausführung möglich ist, desto flexibler lässt sich disponieren. Dies trifft natürlich insbesondere für das Daytrading in Optionen zu. Lassen Sie sich also auf jeden Fall vor einem ersten Engagement an den Terminmärkten darüber aufklären, wie lange die Kommunikation von der Ordererteilung über die Orderausführung bis hin zur Bestätigung der Ausführung braucht.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, bei jeder Ordererteilung den genauen Zeitpunkt des Auftrags sowie sämtliche Einzelheiten der eingereichten Orders getrennt zu notieren, um auf diese Weise stets den Überblick zu wahren. Bereits getätigte Handelsgeschäfte lassen sich so leichter und sicherer nachvollziehen, zuvor erteilte offene Orders gegebenenfalls rechtzeitig widerrufen, Limits neu bestimmen oder Stopp-Kurse an veränderte Marktverhältnisse angleichen. Haben Sie nachträglich Zweifel an der Richtigkeit einer Orderausführung, sollten Sie von Ihrem Broker zunächst die amtlich verbürgte Angabe über "times and sales" erfragen. "Times and sales" (Handelszeiten und -abschlüsse) geben Auskunft darüber, wann genau wie viele Optionskontrakte an der Optionsbörse bei welchen Prämien gehandelt wurden.

Nach erfolgter Orderausführung ("order execution") erhält jeder Kunde, der bei einem Brokerhaus ein Trading-Konto führt, im Regelfall unverzüglich eine offizielle Ausführungsbestätigung ("order confirmation", "execution confirmation", oder kurz: "a fill") in schriftlicher, fernmündlicher oder elektronischer Form zurück, woraus die wichtigsten Einzelheiten der Transaktion (Menge, Prämie, Handelszeit, Erträge und Kosten etc.) klar ersichtlich hervorgehen. Steht eine Ausführungsbestätigung bereits eine Zeitlang aus, obschon sich der Kunde einer Ausführung gewiss sind, kann und sollte er seinen Broker um einer Orderausführungsüberprüfung ("order check") ersuchen.

Neben dem Recht auf eine obligatorische Ausführungsbestätigung hat der Kunde zudem Anspruch auf eine detaillierte Geschäftsbestätigung sowie auf eine aufgezeichnete Monatsübersicht im Verein mit den zugehörigen Kontoauszügen, die zusammen erschöpfend Auskunft geben über seine durchgeführten Börsenoptionsgeschäfte innerhalb dieses Zeitraums ("detailed monthly statement").

Die Optionsbörsen kennen drei Order-Typen: preislich illimitierte Orders, preislich limitierte Orders und zeitlich limitierte Orders. Diese wiederum lassen sich in vier elementare Orderarten untergliedern: Marktorders, Limitorders, Stopp-Orders und alternative Orders. Hinzu treten in Bezug auf gesonderte Ausführungsbedingungen zusätzlich qualifizierte Orders. Folgende Übersicht stellt die einzelnen möglichen Orderarten für Optionsgeschäfte zusammen*:

 

Aufzählung

Preislich unlimitierte Order

Marktorder ("market order")

Aufzählung

Preislich limitierte Orders ("price limit orders")

Limitorder ("limit order") und zusätzlich qualifiziert durch eine:

Aufzählung

OB-Order ("Limit-or-Better"-Order)

Aufzählung

FOK-Order ("Fill-or-Kill"-Order)

Aufzählung

IOC-Order ("Immediate-or-Cancel-Order")

Aufzählung

CV- oder MV-Order ("complete volume order", "minimum volume order")

Stopp-Order ("stop order")

Stopp-Limitorder ("stop-limit order")

Varianten der Stopp-Order (SCO-, SLCO- und SWL-Order)

MIT-Order ("market-if-touched order")

Aufzählung

Zeitlich limitierte Orders ("time limit order")

Tages-Order ("day order")

GTC-Order ("good-till-cancelled order")

MOO-Order ("market-on-opening order")

MOC-Order ("market-on-close order")

Aufzählung

Kombinierte und sonstige Orderarten

OCO-Order ("one cancels other order")

Basis Order ("contingent order")

AON-Order ("All-or-None-Order")

Handelsvollmacht ("discretionary order")

CXL-Order ("straight cancel order", Stornierungs-Order)

CFO-Order ("cancel former order")

[* Hinweis: Alle hier und im Folgenden erörterten Orderarten beziehen sich schwerpunktmäßig auf den ordergeleiteten kontinuierlichen Auktionshandel ("order-driven continuous auction market") aus der Perspektive des Auftraggebers (Kommittenten) zu seinem Kommissionshandelshaus.]

 

Eine detaillierte Beschreibung der verschiedenen Orderarten von Optionen finden Sie, abhängig von der Art ihres Basiswertes, auf den folgenden Seiten:

Aufzählung

Für Aktien- und sonstige Wertpapieroptionen:

Orderarten an den Wertpapierbörsen

Aufzählung

Für Optionen auf Futures ("futures options"):

Orderarten an den Terminbörsen

 

Wie oben bereits erwähnt, werden de facto nicht immer alle erdenklichen Orderarten an allen Börsenplätzen anstandslos akzeptiert. Gleichwohl werden zum Teil derlei "nicht qualifizierte" Orders von den einzelnen Brokerhäusern entgegengenommen in der Absicht, Kundenwünschen hierdurch möglichst weitgehend zu entgegenzukommen. Diese Orders erhalten dann im Regelfall den Status "not held", wodurch keinerlei Anspruch oder Gewähr auf Ausführung besteht. Aber auch der umgekehrte Fall ist denkbar: Aufgrund der Komplexität und des damit verbundenen Kosten- und Zeitaufwands wird eine Order nicht akzeptiert, obzwar sie an der betreffenden Terminbörse durchaus zulässig wäre.

Welche Ordertypen zulässig sind, hängt in jedem Fall von den jeweils gültigen Börsenregeln ab, die sich allerdings von Zeit zu Zeit ändern können. Einen Überblick über aktuell zulässige Orderarten erhalten Sie auf den Webseiten der Internetpräsenz der jeweiligen Wertpapier- bzw. Terminbörsen oder von Ihrem Handelshaus.

Bei aller Verschiedenheit im Einzelnen werden Markt-, Limit-, Stopp-, FOK-, MOO- und MOC-Orders fast von allen Optionsbörsen (mit gewissen Restriktionen allerdings an der GLOBEX® und der Eurex) und für alle Optionskontrakte akzeptiert. Einige der Optionsbörsen erkennen sämtliche der hier dargestellten Orderarten an, andere wiederum lassen neben den vorstehend erwähnten zum Teil auch die übrigen Orderarten zu, machen jedoch ggf. Einschränkungen bei bestimmten Märkten (z.B. bei Optionen auf Getreide-Futures) einerseits bzw. hinsichtlich des Anspruchs in Bezug auf die Orderausführung andererseits.

 

Anmerkungen:

 

Die kleinste handelbare Einheit (der Mindestschluss) beträgt bei börslichen Optionsgeschäften genau je ein (1) Optionskontrakt. Ein einzelner Optionskontrakt auf Futures ("futures options") bezieht sich stets auf je einen (1) Futures-Kontrakt, z.B. auf einen April-Gold-Futures, der etwa über standardisierte 100 Feinunzen Gold lauten kann. Der Mindestschluss bei Aktien-Optionen beläuft sich, mit gelegentlich vorkommenden Ausnahmen davon, i.d.R. auf hundert (100) Aktien im zugrunde liegenden Aktienwert.

Auf Initiative der Options Clearing Corporation (OCC; "Options Symbology Initiative" OSI) findet seit dem 12. Februar 2010 zum Zwecke der eindeutigen Kennzeichnung der verschiedenen Serien von Optionskontrakten eine spezielle Symbolik an den Optionsbörsen Verwendung ("options symbology"). Danach werden Optionen eindeutig gekennzeichnet durch:

1.) das Ticker-Symbol des Basisobjekts ("root symbol"), 2.) die letzten beiden Jahresziffern des Verfalljahres, 3.) die beiden Ziffern des Verfallmonats, 4.) die beiden Ziffern des Verfalltages, 5.) den Buchstaben C für Kaufoptionen (Call) bzw. den Buchstaben P für Verkaufsoptionen (Put), sowie 6.) die Ziffern für den Ausübungspreis ("strike"). Die maximale Länge eines Optionssymbols beträgt demnach 23 Stellen.

Hinweis: Insofern der Emittent eines nicht an der Börse gelisteten Optionsscheins oder sonst bei Börsenartikeln die einschlägigen Börsenregeln es zulassen, können die meisten der oben beigebrachten Orderarten, da es keinen Börsenzwang gibt, auch jenseits des Börsenparketts zusammengeführt werden. In diesem Falle spricht man von einer "off-floor order".

Alle Angaben ohne Gewähr.

Weitere Informationen zum Thema Optionen:

 

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"Irrtum verlässt uns nie; doch ziehet ein höher Bedürfnis
Immer den strebenden Geist leise zur Wahrheit hinan."
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

 

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Stand: 15. November 2017. Alle Rechte vorbehalten.