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Mit
dem Begriff "Offenes Interesse"
("open interest", O.I.)
bezeichnet man die Zahl aller zu einem gegebenen Zeitpunkt ausstehenden
(offenen) Terminkontraktgeschäfte eines Marktes zusammengenommen, d.i.
die Gesamtzahl der bislang noch nicht durch ein
Gegengeschäft glattgestellten
bzw. noch nicht durch
physische Lieferung
des zugrunde liegenden Marktgegenstands oder durch
Barausgleich erfüllten Terminkontraktgeschäfte
des bezüglichen Marktes ("contract outstanding")*. Dies
sei durch ein Beispiel erläutert:
[* Diese Sprachregelung
gilt im Übrigen sinngleich ungeschmälert auch für
Optionskontrakte].
Im
DAX®-Futures-Markt
wird ein neuer Kontraktmonat gelistet: der März-Dax®-Futures.
Es kommt ein erster Umsatz in dem neuen DAX®-Kontraktmonat
zustande: Käufer B kauft einen März-Dax®-Futures von
Verkäufer S, welcher einen März-Dax®-Futures leerverkauft.
Kauf und Verkauf zusammen bilden hierbei
ein offenes Terminkontraktgeschäft*
– und erhöhen folglich das "open interest" im hier betrachteten
Futures-Markt von 0 auf 1.
[* Anmerkung:
Unter rechtlichem Blickwinkel bestehen demgegenüber zwei separate Verträge:
ein erster zwischen
Clearinghaus
und Terminkäufer, und ein zweiter zwischen Clearinghaus und Terminverkäufer.
Bei der Berechnung des "open interest" bleiben einzelkontraktliche Verpflichtungen
gegenüber dem Clearinghaus jedoch stets ausgeklammert.]
Daraus
folgt: Wer einen Terminkontrakt kauft ("long
geht"), ohne vorher bereits über eine Verkaufsposition in diesem
Kontrakt zu verfügen ("opening trade"), erhöht unter sonst gleichen
Umständen das "open interest" immer dann um eins, wenn der Verkäufer
gleichzeitig eine neue Verkaufsposition eingeht ("short geht").
Umgekehrt, wer einen Terminkontrakt verkauft ("short"), ohne
zuvor über eine Kaufposition in diesem Kontrakt zu verfügen, erhöht
das "open interest" immer dann um eins, wenn der Käufer zugleich eine
neue Kaufposition aufbaut ("long"). Gleiches gilt spiegelbildlich
auch für die Verringerung des offenen Interesses.
Man
beachte wohl, nicht jeder vollzogene Umsatz führt automatisch auch zu
einer Erhöhung des "open interest". So könnte im obigen Beispiel gedanklich
Käufer B seinen März-Dax®-Futures wieder an Verkäufer
S verkaufen. Damit wäre das "open interest" trotz eines erneuten Umsatzes
an null zurückgelangt. Hätte hingegen Käufer B an einen Dritten T verkauft*
und Verkäufer S seine Leerverkaufsposition beibehalten, so wäre zwar
ebenfalls ein weiterer Umsatz zu verzeichnen, das "open interest" bliebe
hierbei jedoch konstant bei eins. Erhöht hätte sich das "open interest"
allerdings dann, wenn – c.
p. (ceteris paribus = "unter sonst gleichen Umständen") – der Dritte
T erneut einen Futures von Verkäufer S oder von einer anderen Partei
gekauft hätte.
[* Dies ist im
Handel mit Futures jederzeit möglich, ohne dafür die Genehmigung des
originären Kontraktpartners einholen zu müssen.]
Das
"open interest" steigt mithin immer dann, wenn per saldo neue (offene)
Terminkontrakte geschaffen
werden, und es fällt immer dann, wenn per saldo bestehende Terminkontrakte
geschlossen und damit liquidiert werden. Das gesamte von einem Marktakteur
gehaltene bzw. kontrollierte offene Interesse bezeichnet man auch als
seine Position.
Für
das "open interest" in einer bestimmten Kontraktart (wie z.
B. im März-Dax®-Futures) gilt somit zu jedem
Zeitpunkt die Aussage: Anzahl aller offenen Kaufpositionen (Long) gleich
Anzahl aller offenen Verkaufspositionen (Short) gleich "open interest".
Man kann also sagen, je mehr Positionen aufgebaut und gehalten werden
und je mehr Belange damit noch ausstehen – sprich "je stärker das Interesse"*
an einem spezifischen Kontrakt ist – desto höher wird das "open interest"
in jenem Markt ausgemessen; und umgekehrt. Berechnet und publiziert
wird die Kennzahl "open interest" für die verschiedenen Märkte regelmäßig
zum Schlusse eines jeden Börsentages mit Rücksicht auf die eben zu Ende
geführte Handelsperiode.
[* Das Interesse
hängt somit letztlich davon ab, wie stark die Marktbeteiligten die Einnahme
einer bestimmten Positionierung tatsächlich begehren.]
Das "open interest" zeichnet sich infolge davon
ziffermäßig durch eine untere Grenze von null aus, während ihm nach
oben hin theoretisch keine Grenze gezogen ist. Im Unterschied zum täglichen
Umsatzvolumen in einem Futures ("futures
series") stellt das "open interest" eine kontinuierliche,
durch die gesamte Laufzeit eines Futures berechnete Zahlengröße
dar. Unter "volume" (Transaktionsmenge, Handelsvolumen,
"trading volume") versteht man dagegen die Anzahl der gehandelten,
rechtsgeschäftlich verbindlich abgeschlossenen Terminkontrakte in
einem Futures-Markt, und zwar für eine bestimmte in Betracht gezogene
Zeitperiode berechnet (gewöhnlich für einen Tag; möglich aber auch:
eine Woche, ein Monat usw.)*. Je mehr Futures-Kontrakte innerhalb
einer betrachteten Handelsperiode abgeschlossen (umgesetzt) werden,
desto größer schlägt die Kennzahl "volume" an und umgekehrt. Ein Kauf
und Verkauf zusammen bilden immer und ausnahmslos genau
einen Kontrakt an Handelsumsatz;
denn zu jedem Käufer von Futures (long) gehört stets auch ein Verkäufer
von Futures (short). Um etwa für einen bestimmten Börsentag in einem
untersuchten Futures-Markt zur zugehörigen Umsatzzahl zu gelangen, reicht
es demnach, lediglich sämtliche Käufe in diesem Terminkontrakt zu zählen.
Hätte also Käufer B im obigen Beispiel am Ende des Börsentages seinen
DAX®-Futures wieder an S verkauft, stünde das "open interest"
nun wieder bei null, der Umsatz ("volume") indessen bei zwei.
[* Hinweis:
Aufgrund der Standardisierung der Kontrakte lässt das "trading volume"
zugleich auch die Summe aller umgeschlagenen Werte pro
Handelsperiode ermessen. – Anmerkung: Das Volume einer Handelsperiode
in Derivaten ist streng auseinanderzuhalten von einem eventuell dahinterstehenden
Handelsumsatz im unterliegenden Basisinstrument (Underlying) durch Leistung
und Gegenleistung zum Zwecke der Erfüllung.]
Die
von den Terminbörsen publizierten Handelsvolumina ("volume")
für einen abgeschlossenen Börsentag nehmen in der Regel pauschal alle
Terminmonate des jeweils
betrachteten Futures-Marktes insgesamt in sich auf, und nicht etwa nur
einzelne Termine desselben. Ließ sich hierbei, z.
B. aus abwicklungstechnischen Gründen, das Handelsvolumen einer
gerade zu Ende gegangenen Periode noch nicht abschließend ermitteln,
so wird dieses üblicherweise vorläufig geschätzt ("estimated volume").
Nach vollendeter Überprüfung, und nötigenfalls nach Bereinigung um Fehlumsätze
("mistrades"), werden die Umsatzzahlen nunmehr auch offiziell
ausgewiesen. Mit Ausnahme von
Geldmarkt-Futures fallen die Verkehrsziffern in den verschiedenen
Futures-Märkten im zeitlich nächsten ("nearby", "Frontmonat")
bzw. im übernächsten Terminmonat fast immer am höchsten aus. Der nächste
Termin mit den höchsten Umsatzzahlen wird auch als "active month"
benannt. Zeitlich nahe Termine weisen für gewöhnlich eine ansehnlich
hohe Liquidität und
– damit ineinandergreifend – auch eine vorteilhafte Markttiefe auf,
womit offenkundig die Wahrscheinlichkeit wächst, auf jenen Märkten für
Abschlüsse einen "fairen" Terminkurs zu erhalten. Je mehr Umsatz ein
Futures auf sich zu ziehen vermag, desto größer ist grundsätzlich auch
seine allgemeine Bedeutung.
Die
von den Terminbörsen veröffentlichte Kennzahl "open interest" dagegen
ist stets zeitpunktbezogen. Sie wird für jeden einzelnen Terminmonat
innerhalb der verschiedenen Futures-Märkte extra bekannt gegeben, wobei
i. d. R. der Handelsschluss
einer soeben abgelaufenen Handelsperiode den Bezugszeitpunkt der Berechnung
darstellt. Jeder Termin eines Futures-Marktes für sich genommen ist
auf den genannten Bezugszeitpunkt gewendet somit durch eine ganz bestimmte
Größe an "open interest" gekennzeichnet. Darüber hinaus arbeiten die
internationalen Börsenaufsichtsbehörden (in den USA z.
B. die CFTC)
detaillierte Berichte ("Commitments of Traders Report",
COT Report*) zum "open interest" aus, die meist wöchentlich
oder vierzehntäglich publiziert werden. Diese Berichte sind sehr nützlich,
um sich einen genaueren Aufschluss über Handelsaktivitäten der einzelnen
Teilnehmergruppen zu verschaffen.
[* Die CFTC veröffentlicht
regelmäßig freitags COT Reporte für alle jene Terminmärkte, in denen
mindestens fünf Händler (Trader) Positionen halten, welche die Zahl
für die Meldepflicht von Terminkontrakten ("reportable
limit") übersteigen.]
Wann
genau wie viele Kontrakte zu welchen Kursen gehandelt wurden, erfahren
Sie unter der Angabe "times and sales", eine gesonderte von den
Terminbörsen regelmäßig veröffentlichte offizielle Statistik über Umsatzzahlen
für sämtliche Terminmärkte ("trading statistics"). Anhand derlei
Statistiken kann sich jedermann Klarheit verschaffen über Uhrzeit und
Umfang der einzelnen vermittelten Umsätze innerhalb der fraglichen Börsenhandelsperiode
eines Marktes. Umsatzstatistiken solcher Art dienen noch einem weiteren
Ziel: Die interne Auswertung des gesamten vorliegenden Zahlenmaterials
im Rahmen einer regelmäßig stattfindenden umfassenden Kontrolle aller
Marktaktivitäten ("systematische Handelsüberwachung") soll verhindern,
dass einem verbotenen Vortäuschen von verzerrenden Scheinumsätzen in
Futures (d. h. der gleichzeitige
Kauf und Wiederverkauf identischer Kontrakte, sog. "wash sales")
und sonstigen undurchsichtigen Machenschaften von irgendeiner Seite
Vorschub geleistet wird.
Interpretieren
lässt sich das "open interest" zum einen als Indikator für den an der
Restlaufzeit eines Terminkontrakts ausgerichteten, noch zu tätigenden
Mindestumsatz in diesem Markt; denn schließlich müssen alle derzeit
gehaltenen, aber vorläufig noch ungedeckt gebliebenen Futures-Kontrakte
spätestens bis zum Fälligkeitstage glattgestellt (oder gegebenenfalls
erfüllt) werden, was von allen "unbedingten Termingeschäften" gilt.
So gesehen vermittelt das "open interest" ein zuverlässiges Merkzeichen
dafür, welcher Mindestumsatz in Zukunft noch zu erwarten ist. Zum anderen
stellt das "open interest" zweifellos auch ein bedeutendes Richtmaß
zur Einschätzung der
Liquiditätslage eines Terminmarktes dar.
An sich
kann das "open interest" in einem Terminmarkt das
physische Angebot im zugeordneten Kassa- bzw. Spotmarkt ohne weiteres
um ein Vielfaches übertreffen. Durch grobe Unachtsamkeit oder auch durch
absichtliches Missbrauchen dieses Umstands wird im gleichen Zuge jedoch
die Gefahr von sogenannten "corners" (oder auch "squeeze"
genannt) heraufbeschworen. Unter "corner" ist das Manöver einer systematischen
Ausnutzung einer marktbeherrschenden Position in einem Markt eines andienungsfähigen
Terminkontrakts zu verstehen, welches mittels zeitweiliger, "künstlicher"
Angebotsverknappung über forcierte Aufkäufe im Interesse einer Preiserhöhung
in die Wege geleitet wird ("corner the market"). Ein derartiges
Unterfangen hat im Allgemeinen eine umso bessere Aussicht zu gelingen,
je seltener und je gefragter der betreffende Marktgegenstand tatsächlich
ist. Bei Terminfälligkeit des Kontrakts ist der Inhaber der Long-Position
damit gleichzeitig im Besitz eines Großteils des physischen Gesamtangebots,
so dass die gegenüberstehenden Inhaber von ungedeckten Short-Positionen
nun in der Klemme sind. Letztere können ihren Lieferverpflichtungen
nicht mehr anders nachkommen, als dem Aufkäufer den betreffenden Marktgegenstand
zu dem von ihm zuvor diktierten Preis abzukaufen. "Corners" drohen zumal
dann zu entstehen, wenn mit herannahender Fälligkeit in einem Terminkontrakt
die durch das "open interest" repräsentierten Quantitäten die tatsächlich
vorhandenen Bestände an Waren mehr als aufwiegen. Glücklicherweise sind
die einzelnen Derivatebörsen heutzutage bestrebt, "corners" und die
daraus drohenden Übelstände durch die Einrichtung von
Positions-Obergrenzen bereits
in ihrer Ausgangslage im Keime zu ersticken.
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"open
interest" und "volume" als Kennzahlen im praktischen Einsatz
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Nach
Einführung eines neuen zyklischen
Termins in den Handel steigt
das "open interest" in jenem Markt üblicherweise zunächst ganz allmählich
und dann im Laufe immer stärker an – und zumal dann, wenn zu jenem Termin
der Voraussicht nach umfangreichere
Hedgegeschäfte
anstehen, verbleibt es i.
Allg. auch auf relativ hohem Niveau. In seiner weiteren zeitlichen Entwicklung
wird es – wie man erfährt ganz besonders unter der Wirkung saisonbedingter
Einflüsse und der in häufig wiederkehrenden Parallelen damit zusammentreffenden
spekulativen Eskapaden – mehr oder weniger stark ausgeprägten Schwankungen
unterliegen, um nach Erreichen seines Maximums dann langsam im Niedergang
begriffen einige wenige Tage vor Fälligkeit des Termins steil und immer
rascher abzunehmen, bis das "offene Interesse" spätestens nach Vollendung
des letzten Handelstages schlussendlich wieder bei null angelangt sein
wird ("Kontraktlebenszyklus"). Der rapide Rückgang im "open interest"
während der letzten Handelstage eines Futures lässt sich erfahrungsgemäß
auf Umschichtungen vom nun auslaufenden in die nächsten, nunmehr liquideren
Monatstermine zurückführen ("roll-over" oder "switching"
genannt). Im Allgemeinen konzentrieren sich die Handelsaktivitäten in
den Futures-Märkten nämlich auf die vorderen Terminmonate, so dass beide
Kennzahlen, "open interest" wie auch "volume", i.
d. R. hier ziffermäßig höher ausfallen werden als in den späteren
Terminen. Einbegriffen in die Kennzahl "open interest" ist dabei selbstverständlich
auch der nicht unwesentliche Anteil an offenen
Spread-Positionen im Handel.
Anwendung
finden die Kennzahlen "open interest" und "volume" u.
a. bei der Analyse der Zusammensetzung von Gruppen gegenwärtig
involvierter Marktakteure (beispielsweise untergliedert nach Hedger,
Hedge-Funds, sonstige Kapitalanlagegesellschaften und Kleinanleger etc.),
zwecks Aussagen über den Zuwachs im Handel von bestimmten Futures-Produktreihen,
über die allgemeine Liquiditätslage an den Derivatemärkten, sowie zur
vagen Einschätzung der Erwartungshaltung der Marktbeteiligten im Hinblick
auf die mögliche künftige Kurs- und Umsatzentwicklung im betrachteten
Terminmarkt. Ein hohes "open interest" bei gleichzeitig leidlich geringem
"volume" etwa deutet i. A.
hin auf ein großes kommerzielles Interesse an Kurssicherungsgeschäften;
denn viele berufsmäßige Hedger ("commercials") pflegen ihre Terminmarktpositionen
über einen längeren Zeitraum unverändert aufrechtzuerhalten. Andererseits
legt ein niedriges "open interest" bei gleichzeitig relativ großem "volume"
den Schluss nahe, dass in einem derartigen Markt das spekulative Interesse
überwiegt. Was als ein hohes und was als ein niedriges "open interest"
und "volume" zu deuten ist, hängt ab vom jeweiligen Markt. Ein als gering
zu betrachtendes "open interest" oder "volume" für den einen Markt kann
durchaus ein hohes für den anderen bedeuten. Zu konstatieren ist indes,
dass die Aktivitäten von "Daytrader"
und "Scalper" prinzipiell nicht in
das "open interest" mit einfließen, da diese beiden Gruppen von Tradern
ihre eingeleiteten Positionen gewöhnlich bis zum Ende jeder Börsenhandelsphase
wieder aufheben werden.
Augenfällig
ist, dass Änderungen bei den Kennzahlen "volume" und "open interest"
nicht zwingend in Abhängigkeit zueinander stehen. Beispielsweise wird
ein hoher Umsatz in einer Handelsphase allemal dann ohne jeden nennenswerten
verändernden Einfluss auf das "open interest" bleiben, wenn sich gleichzeitig
die Zahl der neu geöffneten Kauf- mit jener der neu geöffneten Verkaufspositionen
in etwa die Waage hält. Oder aber, das "volume" wird bei fallendem "open
interest" immer dann ansteigen, wenn bei lebhaftem Handel überwiegend
Positionen geschlossen werden. Auch kann das "volume" jederzeit höher
oder tiefer liegen als das "open interest".
"Technisch"
orientierte Händler, die der
Charttechnik* zugeneigt sind, bemühen sich, aus der Entwicklung
des "open interest" im untersuchten Futures-Markt konkrete Schlüsse
zu ziehen in der Hoffnung, daraus stichhaltige Anhaltspunkte für die
wahrscheinliche künftige Kursentwicklung gewinnen zu können. Dazu bedienen
sie sich vorzugsweise einer Chartanalyse unter Einbeziehung von "open
interest" und Umsatzzahlen ("volume") und von anderen sogenannten
"Indikatoren", die sie den historischen Kursbewegungen zu entnehmen
vermeinen. So stellen im Munde von "Chartisten" gewisse "Signale", wie
etwa ein zunehmendes "open interest" bei gleichzeitig steigenden Umsätzen
und steigenden Kursen, ein Prognostikon auf, das aller menschlichen
Voraussicht zufolge auf weitere Kurssteigerungen hindeute; denn – so
wird manchenorts argumentiert – "es werden fortwährend aggressiv neue
Käufe zu immer höheren Kursen getätigt, was auf einen 'technisch festen
Markt' mit Anschlusskäufen schließen lasse".
[* Charts
sind optisch aufbereitete Kurs-Schaubilder, die in graphischer Darstellung
Aufschluss über die Kurs- und Umsatzentwicklung innerhalb vergangener
Zeitperioden geben.]
Einen
abschließenden Überblick über den mutmaßlichen Zusammenhang zwischen
Futures-Preis, "volume" und "open interest" zeigt die folgende Tabelle.
Über den Erkenntnisgehalt, der einer derartigen Lehre vielfach untergeschoben
wird, mag indes einiger Zweifel angebracht sein.
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Futures-Preis |
"open interest" |
"volume" |
Beurteilung |
| steigt |
steigt |
steigt |
fester
Markt ("bullish") |
| steigt |
fällt |
fällt |
sich
abschwächender Markt |
| fällt |
steigt |
steigt |
schwacher
Markt ("bearish") |
| fällt |
fällt |
fällt |
sich
erholender Markt |
Tabelle: Futures-Preis,
"volume" und "open interest"
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Settlement: Erfüllung von Futures durch physische
Lieferung
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