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Futures-Kontrakte und der Handel mit Futures

 

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Allgemeine Charakteristik von Futures

Futures sind für einen schwungvollen Markthandel wie geschaffen. Jeder gesicherte, wohl ausgebildete Marktverlauf ist freilich an gewisse Voraussetzungen und Regeln gebunden. Für einen vorschriftsmäßigen Handel, besonders mit Futures, sind zweifelsfrei verbürgte Bestimmungen der Börsen von grundlegender Wichtigkeit. Hierunter fallen sämtliche Ordnungsregeln, die auf einen leichten und schnellen Zugang zu den Märkten abzielen, auf Verkehrsfreiheit und Rechtssicherheit, ein Regelwerk, das gleichzeitig Transparenz (Klarheit, Durchschaubarkeit) und Fairness (Redlichkeit) im Handelsverkehr gewährleistet – das immer unter der Nebenbedingung erschwinglicher und wettbewerbsfähiger Kosten (Transaktionskosten). Um diesen mehrfachen Anforderungen zu genügen, ersetzen die Terminbörsen die Vielheit von sonst nötigen vorvertraglichen Einzelregelungen* schon ganz an der Spitze durch eine brauchbare Vereinheitlichung ihrer Erzeugnisse, das ist durch Standardisierung von Futures. So wird jeder der von den Börsen vorbereitete Futures erst durch Aufnahme aller für den Handel wichtigen und beachtenswerten Punkte in das Vertragswerk in einen gebrauchsbereiten Zustand gebracht. Durch eine derart mustergültige Schablonisierung liegt der Vertragsinhalt jedes gelisteten Futures (seine Kontraktform) – bis auf den Terminpreis – endgültig mit allen nur erdenklichen Einzelheiten vollkommen präzise und dauerhaft fest. Kurz gesagt, Futures gelangen allein und ausschließlich in musterhaft vereinheitlichter Form an den Markt – was ohne Zweifel die Geschäfte außerordentlich vereinfacht, die Rechts- und Planungssicherheit erhöht und zu einem regen Handel ermuntert.

[* Darunter gemeint sind willkürliche Einzelregelungen, wie sie bei den bilateralen Vertragsunterhandlungen gewohntermaßen auftauchen, die dem Abschluss von nicht börsengehandelten, nicht standardisierten Termingeschäften (so etwa den sogenannten Forward-Kontrakten) regelmäßig vorausgehen. Durch Standardisierung der Futures wird der leichteren Übertragbarkeit halber eine künstliche Vertretbarkeit (Fungibilität) der Kontrakte ihrer Art untereinander geschaffen. – Wertpapiere der Wertpapierbörsen dagegen bedürfen einer Standardisierung in der hier angesprochenen Prägung nicht, weil Effekten schon von Haus aus die Fungibilität mitgegeben ist.]

Auskunft über die Artbeschaffenheit von Terminkontrakten geben die sogenannten Terminkontraktspezifikationen ("standardized contract terms"), wie die internationalen Derivatebörsen sie in ihren Regelgebäuden schriftlich niedergelegt haben. Diese finden sich im Internet auf ihren Webseiten vor, wo sie zu jedermanns Kenntnisnahme frei zugänglich sind. Solche von den Börsen erlassene Kontraktformulare zeichnen gewissermaßen ein Charakterbild jedes einzelnen zur Auswahl stehenden Futures-Artikels und vermitteln damit wichtige Aufschlüsse über dessen Wesensmerkmale und Eigenschaften. In einer Übersicht hervorzuheben sind die folgenden Hauptpunkte der zum Muster aufgestellten Kontrakt-Merkmale von Futures:

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Art, Menge und Güte des dem Futures zugrunde liegenden Marktgegenstandes ("underlying", "underlier", "instrument"), d.h. Umfang und physische Attribute des bezeichneten Basisinstruments, wie z.B.: "100 Feinunzen Gold von mindestens 995er Feinheit", oder beispielsweise im Falle einer langfristigen Anleihe (Bond) als unterliegendem Marktinstrument: "nominal 100000€ einer Schuldverschreibung der Bundesrepublik Deutschland, ausgestattet mit einem Kupon von 6 Prozent und einer Restlaufzeit von  8½- bis 10½ Jahren am Lieferungstage";

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der erste und letzte Handelstag des Kontrakts sowie der Fälligkeitstag, und damit auch die Gesamtlaufzeit ("lifetime") des Futures von seiner Markteinführung bis zum Termin ("month of delivery");

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die täglichen Börsenhandelszeiten ("Börsenstunden"), gegebenenfalls getrennt nach Handelsphasen ("trading sessions") resp. der Wirkungsstätte (Handelsplattform; "trading system"), wie z.B. die für den Futures angesetzten Abhaltungszeiten für den Parkett- und den Computerhandel, i.d.R. bekannt gegeben nach lokaler Uhrzeit;

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die Preisfestsetzung, d.h. die Art und Weise, wie und in welcher Währung der Börsenpreis von Futures (der Futureskurs) förmlich zu notieren ist (z.B. in US-Dollar und US-Cent je Feinunze Gold, auf eine Nachkommastelle genau), sowie

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der im Handel geringstmögliche Kursänderungsbetrag ("tick"; so bspw.: Mindestkursvariation von nicht weniger als 0,10 US-$ per Unze oder ein rundes Vielfaches davon) nebst etwaigen Preislimits (z.B. keine Kursänderungen innerhalb einer Handelsperiode von mehr als 75 US-$ je Feinunze, berechnet auf den offiziellen Schlusskurs des Vortages), und

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die Abwicklungsbedingungen terminfälliger Kontrakte ("settlement terms"), also die Regelungen zur Abwicklung der physischen Lieferung von Realgütern, insbesondere die Festlegung des ersten und letzten Lieferungstages andienbarer Marktgegenstände ("delivery period"), sowie endlich gesonderte Vorschriften zu den dafür infrage kommenden Lieferorten ("delivery location"). Im Falle unanbringlicher Grundinstrumente, wie es bspw. Indices sind, treten an deren Stelle Regelungen, unter welchen Klauseln ein Barausgleich ("cash settlement") zur Durchführung zu bringen ist.*

 

 

 

 

 

 

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[* Hinweis: Die Beschaffenheit des zugrunde liegenden Marktgegenstandes (Basisobjekt, Basiswert, "underlying asset") kann bei derivaten Instrumenten grundsätzlich ebenso wohl von körperhafter als von abstrakter Natur sein. Futures, die nach dem Muster körperlicher Gegenstände und Waren gebildet sind (also z.B. solche auf Agrarprodukte, Edelmetall, Devisen oder auf andere selbständig bewertbare vertretbare Sachen), lassen sich bei Erreichen der Terminfälligkeit durch physische Lieferung der Sache erfüllen, während Futures auf abstrakter Basis (wie bspw. Indices, Volatilitäten, Zinssätze oder bestimmte wirtschaftliche Vorteile) mangels Lieferfähigkeit des Grundinstruments am Laufzeitende durch Wertausgleich zu erfüllen sind.]

Futures sind eindeutig abgefasste, in hohem Maße vereinheitlichte (standardisierte), an Terminbörsen ausgehandelte, mit voller innerer Rechtskraft versehene, also rechtsgültige und klagbare Verträge über künftige Leistungen. Die Standardisierung der Vertragsbedingungen schließt alle leitenden sachlichen, räumlichen und zeitlichen Gesichtspunkte ein, so dass, um den Abschluss perfekt zu machen, für den ausgewählten Futures lediglich noch der Kontrakt-Preis (der Futureskurs) börsenmäßig auszuhandeln ist. Alle übrigen Punkte gelten von vornherein als ausgemacht. Insofern ist ein Futures-Kontrakt ("futures contract") mit einem von außen her vorformulierten, bis zu einem gewissen Grade inhaltlich fest umrissenen, nicht mehr abdingbaren Standardvertrag gleichzusetzen.*

[* An sich sind die Terminbörsen hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung der Standardverträge von Futures frei, müssen dabei jedoch selbstverständlich den geltenden Rechtsvorschriften Beachtung zuwenden. Hervorzuheben ist ferner, dass durch das Regelwerk einer Terminbörse nicht nur die Rahmenbedingungen für den Handelsablauf genau abgesteckt und die rechtliche Ausgestaltung der standardisierten Vertragsbedingungen den Futures fest zugewiesen sind. Vielmehr sind auch die typischen Merkmale der ihnen unterliegenden Marktinstrumente ("underlying") selbst genormt, vereinheitlicht, standardisiert und genau verzeichnet. Unsicherheiten über Mengen bzw. Basisqualitäten werden hierdurch in der Tat fast vollständig ausgeräumt (Fungibilisierung).]

Eine einheitliche Abfassung der auszeichnenden Kontrakt-Merkmale schon im Voraus gleich beim Entwurf ist im lebendigen Umgang mit Futures nach allen Seiten von größter Bedeutung. Die Kontrakt-Merkmale legen nicht bloß offen, was das Wesentliche und Kernhafte eines Futures ist. Im Besonderen wird durch deren Standardisierung erreicht, dass alle Verträge gleicher Art als untereinander vertretbar gelten mit dem Erfolg, dass Futures zu allseits bekannten, einheitlichen Bedingungen leicht und bequem handelbar werden (Mobilisierung als Zweck der Normung). Die Aufmerksamkeit der Handelswelt kann sich nachfolgend allein der Preisgestaltung zuwenden. Für einen regen und ordentlichen Handelsverkehr in liquide gestellten Märkten ist eine vorgelagerte Standardisierung der Handelsinstrumente sogar unverzichtbar. Wer die Absicht hat, in einem bestimmten Futures-Markt tätig am Geschehen teilzunehmen, braucht sich infolge davon nur noch auf eine gewünschte Anzahl von Kontrakten* im bevorzugten Monatstermin** festzulegen und dafür an der Terminbörse einen für sich annehmbaren Kurs zu vereinbaren.

[* Der Begriff Kontrakt deckt im Besonderen zwei verschiedene Sinngehalte: Einerseits bezieht er sich auf den börslichen Standardvertrag selbst, worin sämtliche der an der Börse abgeschlossenen Termingeschäfte ihr getreues Spiegelbild finden, als dessen Exemplar er bestimmend ist für die verabredete Leistung für Gegenleistung; andererseits bezeichnet er die vorgeschriebene Mindestschlusseinheit als geschlossene handelbare Einheitsmenge (Kontraktseinheit, Schlusseinheit, Börsenschluss, Losgröße, "trading unit", "lot"), womit der dem betreffenden Futures unterliegende Handelsartikel börsenseitig begabt ist ("basis contract").]

[** Zwar ist der Umstand der Normung der Markliquidität unzweifelhaft förderlich, hemmt allerdings gleichzeitig die für Verkehrsvorgänge in der tatsächlichen Wirtschaftswelt nötige Effektivkraft des Marktes. Wer also maßgeschneiderten Laufzeiten oder auch anderweitigen individuellen Qualitätsmerkmalen den Vorzug zuspricht, müsste dazu eigens ein Finanzinstitut einschalten, das bereit und in der Lage ist, die gewünschten Konditionen im Rahmen von Einzelverhandlungen über ein frei gestaltbares Termingeschäft zu gewähren. Hiernach handelt es sich allerdings nicht mehr um die Kategorie der Futures, sondern um die der (nicht-börslichen) sog. "Over-The-Counter"-Termingeschäfte (Abk.: OTC), die mit ihrem Abschluss oft die einzigen ihrer Art sind.]

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Organisatorische Voraussetzungen für die Teilnahme am Futureshandel

Wer den Handel mit Futures aufzunehmen entschlossen ist, bedarf zu allem Anfang eines fertig eingerichteten Trading-Kontos ("trading account", "brokerage account"). Ist es dem privaten Händler also mit der Aufnahme des Futures-Handels ernst, so wird er mit einem Kommissionshandelshaus (Broker*; Bank) seiner Wahl in Verbindung treten, das gewerbsmäßig auf dem Geschäftsgebiet des Terminhandels verkehrt und ihm Zugang zu den in Aussicht genommenen Terminbörsen verschafft. Der Kunde, der bei einem Handelshaus dieses Zweigs ein Trading-Konto einmal fertig erstellt hat und unterhält, ist fortan berechtigt, seine laufenden Terminmarktgeschäfte über diese Verbindung dem Vorhaben gemäß abzuwickeln. Zur wirklichen Umsetzung seiner beschlossenen Geschäfte hat er nichts weiter nötig als die passenden Handelsaufträge (Orders, "trading orders") dafür vorzubringen**. Die auf dem Terminmarkt vertretenen Finanzdienstleistungsunternehmungen machen alles dies ihren Kunden nicht sonderlich schwer. Wie selbstverständlich stellen sie nicht nur laufende Kursdaten und Marknachrichten bereit, sondern sorgen heutzutage auch für die zur Durchführung von Termingeschäften am Computer über Datenleitungen und Funknetze nötige Software-Ausstattung ("trading platform"). Diejenigen Brokerhäuser, die einen weiter ausgreifenden Dienst am Kunden anzubieten gewillt sind, leisten außerdem auf Wunsch nützliche Beratungsdienste ganz im Sinne einer sorgfältigen Vorbereitung ausgewählter Geschäftsvorhaben. Die Erteilung von Aufträgen zur Vornahme von Börsentermingeschäften ("order placement") selbst ist grundsätzlich in jeder verstehbaren Form zulässig. Alles, was ein Broker vom Auftraggeber zur richtigen Besorgung einer Order ("order execution") benötigt, ist eine genau passende, in sich stimmige Ausformulierung der einzelnen Orderbestandteile (Orderspezifikationen), vorgebracht in Gestalt einer der verschiedenen börslichen Auftragsformen (Orderarten).

[* Eine tabellarische Zusammenstellung einer Auswahl deutscher und internationaler Futures-Broker (FCM) finden Sie auf der folgenden Seite.]

[** Der Verkehr in Börsentermingeschäften wird auftragsweise durchgeführt. Die darauf Bezug nehmenden hier dargestellten Vorgänge sind im Folgenden jeweils aus dem Blickwinkel des Auftraggebers (Kommittenten) zu seinem Kommissionshandelshaus (Kommissionär) zu verstehen (Börsenkommissionsgeschäft). – Hinweis: Zur Einübung in die Handelstechnik bieten viele Broker die Möglichkeit eines befristeten unverbindlichen Ausprobierens ihrer Handelsstation am heimischen Computer ("Demo-Version").]

Die Verfertigung eines Börsenauftrags ist im Allgemeinen eine Sache nur von wenigen Augenblicken: Die erforderlichen Orderbestandteile sind zu benennen und an die Börse weiterzuleiten. Doch bevor ein Kundenauftrag die Börse erreicht, geht er notwendig zuerst durch die Hand des beauftragten Brokers. Zur Übermittlung einer Order an seinen Ort gibt es verschiedene Korrespondenzmittel. Eine vollständig ausformulierte Order kann telefonisch oder gelegentlich noch per Telefax an einen Kundenbetreuer ("account executive") des Handelshauses gerichtet sein, sie kann in schriftlicher Abfassung dorthin aufgegeben, oder eben zeitgemäß auf elektronischem Wege ohne Umweg mittels Order-Software ("front-end trading application") "online" übertragen werden. Aus einer vollständig vorgebrachten Order, die alle wesentlichen Einzelheiten des überlegten Börsentermingeschäfts in concreto erfasst, geht die Handelsabsicht des Auftraggebers in unmissverständlicher Weise hervor. Alles dies setzt weder lästige oder langwierige Verhandlungen noch großartige bürokratische Formalitäten voraus; denn bis auf die Zahl der zu ordernden Kontrakte im ausgewählten Termin (ggf. dazu noch die Nennung des Börsenplatzes) sowie besondere Bedingungen für den auszuhandelnden Börsenterminpreis – Orderbestandteile, die bei der Auftragserteilung stets eigens zu benennen sind – findet der Terminhändler alle übrigen das Futuresgeschäft betreffenden Vertragspunkte nach Maßgabe des börsenseitig anerkannten Musters (s.o.) schon fix und fertig vor. Um ein Weiteres kümmert sich ab jetzt der Broker durch sein tätiges Mitwirken mit bestem Streben und höchster Sorgfalt im wohlverstandenen Sinne des Kunden. Gleich nach Empfangnahme und interner Prüfung des Auftrags wird dieser den ihm zugetragenen Transaktionswunsch an die Börse bringen und dort bestmöglich auszurichten suchen ("best execution"). Per Datenübertragung "online" eingespeiste Order gehen geraden Weges über das Brokerhaus an die Börse. Von der Einreichung einer Order bis zu ihrer Ausführung ("trade matching") und Bestätigung des Kontaktschlusses vergehen im Allgemeinen nur wenige Augenblicke. Nach Erledigung seiner Order ("order execution") erhält der Kunde vom Broker eine offizielle Ausführungsbestätigung (Geschäftsbestätigung, Schlussnote, "purchase and sale statement P&S", "order confirmation") zurück, die alle wesentlichen Einzelheiten des Geschäftsabschlusses (wie Kurs, Menge, Handelszeit, Erträge und Kosten etc.) in einer ordentlichen Übersicht zusammenfasst.

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Öffnung von Positionen in Futures und Glattstellung

Mit Futures lässt sich gleichermaßen an steigenden wie an fallenden Kursen Gewinn ziehen. Dem Händler mit ausgeprägtem Sinn für die Spekulation geben sie für sein Zweckstreben vielfach sogar das einfachste und bequemste Mittel an die Hand. Für alle riskierten Einzelgeschäfte in Futures gilt beim Einstieg: Wer auf steigende Kurse rechnet, kauft Futures ("geht long"); wer dagegen auf fallende Kurse reflektiert, verkauft Futures ("geht short").* So mag etwa im August 2017 ein privater Händler (Trader) in Erwartung höherer Terminpreise von Gold seinem Broker einen Auftrag erteilen über den Kauf von beispielsweise drei Dezember-2017-Gold-Futureskontrakten, auszuführen an der Terminbörse COMEX in New York (eine Abteilung der CME Group; das dortige Produktkürzel oder "Börsenkürzel" ("trading symbol") für Gold ist GC), im Preise limitiert, etwa nicht mehr als 1320US-$ je Unze. Das beauftragte Handelshaus wird sich als Kommissionär daraufhin um die bestmögliche Ausführung bemühen, indem es den hereingenommenen Transaktionswunsch im Dienste des Kunden (= Kommittent) über Weiterleitung an die Börse in eigenem Namen, aber für Rechnung des Kunden – wofern möglich – zum gerade herrschenden Marktpreis, höchstens jedoch zum anfangs gesetzten Limitpreis, mithilfe der Börsentechnik zusammenzuführen sucht (= Finanzkommissionsgeschäft).

[* Anmerkung: Der Name "Kauf" und "Verkauf eines Futures" ist von bloßer handelstechnischer Natur und sagt nichts aus über die rechtliche Gestalt eines hierdurch vermittelten später möglichen Effektivgeschäfts.]

Bei der Auftragerteilung über Futuresgeschäfte ist zu beachten, dass die kleinst zulässige Partie (Abschlusseinheit und Mindestordergröße) stets genau mindestens je einen (1) Futures-Kontrakt umfassen muss. Jedem Futures selbst unterliegt wiederum eine ganz bestimmte Menge an Gütern oder Finanztiteln als einheitliches Ganze, im obigen Beispiel sind dies 100 Feinunzen Gold ("contract size"). Sollen größere Quantitäten gehandelt werden, so muss die Zahl der georderten Futures-Kontrakte ein rundes Vielfaches davon betragen*. Der Handel in gebrochenen Kontraktzahlen ist bei Futuresgeschäften demnach ausgeschlossen. Überdies kann jeder Futures für gewöhnlich nur an derjenigen Terminbörse gehandelt werden, die ihn als Produkt listet und von der er sich herschreibt.**

[* In dieser Note sei der vorteilhafte Sachverhalt hervorgehoben, dass dank der Standardisierung von Futures eine einzelne größere Order, die gleich mehrere Kontrakte umfasst, teilbar in dem Sinne wird, dass sie sich an der Börse mühelos auf diverse Gegenparteien verteilen lässt.]

[** In einigen wenigen Ausnahmefällen lassen sich Futures wahlweise zwischen zwei oder mehr Terminbörsen handeln, so nämlich, wenn zwischen diesen im Vorhinein rechtsgültige Vereinbarungen zur Glattstellung und Schlussabrechnung ("offset agreements", "clearing links") getroffen wurden und in Geltung stehen.]

Futuresgeschäfte erfordern zu ihrem Abschluss keine ungewöhnlich großen Kapitalsummen. Sie lassen sich selbst mit knapp bemessenen Mitteln vornehmen.* Denn bis auf eine ordentlicherweise im Voraus einzubringende Sicherheitsmarge ("inital margin") von ungefähr 5 bis 20 Prozent des Kontaktgegenwertes sowie die Begleichung der allfälligen Börsenspesen (Maklergebühren, Provisionen; "exchange fees", "commission") löst die Eröffnung eines Futuresgeschäftes ("opening trade", "half-turn") als solche in diesem Zeitabschnitt aus sich heraus keine weiteren Geldbewegungen aus. Die von Aktien- und anderen Wertpapiergeschäften her bekannten sofort fälligen Anschaffungsausgaben oder etwa auszulegende Prämien*, wie von Optionsgeschäften gewohnt, existieren beim Abschluss von Futures-Kontrakten jedenfalls nicht.

[* Die zur Kontoeröffnung bei einem Brokerhaus aufzubringenden Mindesteinlagen liegen heutzutage im Bereich von lediglich 10000 US-Dollar, unter Umständen zum Teil selbst deutlich darunter.]

[** Mithin kann es bei Futures-Geschäften weder eine Volatilitätsprämie noch einen Zeitwertverfall geben.]

Nach erfolgtem Zustandekommen des hier beispielhaft gezeigten Auftragskaufs an der US-amerikanischen Börse COMEX besitzt der Auftraggeber nunmehr einen offenen Kaufposten in Futures über drei Dezember-2017-Gold-Kontrakte zum börslich ausgehandelten Einstandspreis (Futureskurs). Keinesfalls kommt es dabei an dieser Stelle vorzeitig zu einem Austausch des zugrunde liegenden Handelsgegenstandes, dem Underlying des Futures, gegen Geld. Bei allen Futures, die zur Erfüllung überhaupt einen tatsächlichen Austausch verlangen, kann die Auslieferung des Underlying einzig und allein zum Laufzeitende des Kontrakts, also mit Eintritt des "Termins", vollzogen werden.

Jeder Futures hat grundsätzlich eine im Voraus festgelegte, begrenze Laufzeit, an deren Ende die Leistungspflichten aus dem Kontrakt nach Anleitung der Börse abschließend zu erfüllen sind ("unbedingtes Termingeschäft"). Nach außen grob kenntlich gemacht wird der Erfüllungszeitpunkt bzw. -zeitraum durch den standardisierten Fälligkeitsmonat des Futures, d.i. der Name des "Termins", den er als Etikett an sich trägt. Das Genauere hierzu findet sich gesondert für jeden in Verkehr gebrachten Futures in den einschlägigen Börsenregeln, die an Ort und Stelle öffentlich vorliegen und auch über das Internet jederzeit offen einsehbar sind. Die Leistungspflicht (Erfüllungsgeschäft) aus dem oben beispielhaft berufenen Gold-Futures steht demgemäß erst späterhin zur Erfüllung an, das ist im Dezember 2017, wenn der Zukunftstermin Gegenwart geworden ist.

Vom Rechtsstandpunkt aus verpflichtet sich der Käufer eines Futures (= Inhaber oder Halter eines Terminkaufvertrages, "Long") mit Eingehung des Geschäfts ("opening transaction") dazu, die vereinbarte Handelsmenge bzw. den übereinkunftsmäßigen Wert des als Grundlage dienenden Wirtschaftsgutes (Kontraktumfang, Kontraktvolumen, Schlusseinheit, "unit of trading", "contract unit"; im vorerwähnten Beispielsfall also ein ganz bestimmtes Quantum Gold) zu dem auf der Börse ausgemachten Preis je Einheit – dem Abschlusspreis ("delivery price") – "zum Termin" zu kaufen. Dem Verkäufer eines Futures (= Inhaber eines Terminverkaufsvertrages, "Short") als Konterpart fällt die Pflicht zu, dieselbe fixe Menge des bezüglichen Gutes zum gleichen Preis je Einheit zum gleichen Termin zu verkaufen. Die wechselseitigen Leistungen selbst sind zwar etwas Künftiges, werden aber durch das Futures-Geschäft schon jetzt vertraglich ausgemacht und damit gesichert. Der Standardvertrag des Futures begründet die schuldrechtliche Vereinbarung, die beide Seiten gegenseitig an ihr Leistungsversprechen bindet. Unmittelbarer Gegenstand von Futures-Geschäften ist sonach nicht etwa eine gegebene Menge an einer der Gattung nach genau gekennzeichneten Ware bzw. eine gegebene Anzahl von bestimmten handelbaren Anteils- oder Schuldtiteln (Effekten) o.dgl., sondern das vertraglich zugesicherte spätere Verfügungsrecht an dem betreffenden Aktivum ("underlying asset"; Vermögensposition).*

[* Ein Geschäft in Futures darf deshalb nicht ohne Anstoß gleichgesetzt werden mit einem Investment in seinem ureigensten Wortsinne: "Auszahlung jetzt – (erwartete Mehr-) Einzahlung später".]

Hier sei der Ort darauf hinzuweisen, dass die Begründung einer Short-Position (Minusposition) in Futures weder voraussetzt, dass der (Leer-) Verkäufer den zugrunde liegenden Marktgegenstand gleich zur Zeit des Terminverkaufs physisch in seinem tatsächlichen Besitzstand hat bzw. hält noch ein solcher auch nur in der Gegenwart schon körperlich fertig vorhanden sein muss. So kann beispielshalber mit einem "Corn"-Futures zu heutiger Zeit die Futterpflanze Mais verkauft werden, die noch gar nicht vorrätig, denn angepflanzt worden ist. "Short zu gehen" an den Terminbörsen ist von daher also gar nichts Sonderliches – für den wirklich besitzenden so wenig wie für den besitzlosen Händler. Vielmehr wird dort – anders etwa als es an den Aktienbörsen hauptsächlichst der Fall ist – von so verstandenen Leerverkäufen ebenso selbstverständlich Gebrauch gemacht wie von Käufen von Terminkontrakten.

Der Händler in Futures hat es keineswegs nötig, eine einmal aufgebaute Position jedes Mal bis zu deren Endfälligkeit durchzuhalten. Er kann nämlich, sofern er seine vertragliche Bindung schon vorher wieder aufzuheben entschlossen ist, an der Börse dafür jederzeit Deckung finden. Hierdurch befreit er sich von der Leistungspflicht aus dem Futures. Die Eindeckung selbst wird durch ein börsliches Gegengeschäft (Realisationsgeschäft, "closing transaction", "reversing trade"), das ist der Abschluss eines gegenläufigen, ansonsten identisch ausgestalteten Kontrakts, herbeigeführt ("offsetting transaction"; darüber und ausführlich über den "Termin" von Futures vgl. folgende Seite). Eine begonnene Spekulation in Futures à la hausse wird demgemäß durch Verkauf von Futures, eine Spekulation à la baisse durch Kauf von Futures in jeweils gleicher Art und Zahl wieder aufgehoben und auf diese Weise realisiert. Wann und zu welcher Gelegenheit er die deckungsgleiche Gegenoperation durchzuführen gedenkt, ist seinem freien Belieben überlassen, wenn er diese nur während der Laufzeit seines Futures, spätestens aber mit Heranrücken des Erfüllungstermins, zur Börsenzeit in Auftrag gegeben und abgeschlossen hat. Solchermaßen lässt sich jede gehaltene Position auf bequeme und denkbar einfachste Weise in einem einzigen Zug wieder egalisieren. Durch den Abschluss eines übereinstimmenden Gegengeschäfts verwirklicht der Händler überdies einen nach einer Marktwertänderung sich einstellenden Gewinn- oder Verlustsaldo, der gleich nach der obligatorischen Verrechnung unter Mitwirkung des der Börse angeschlossenen Clearinghauses seinem Konto gutgeschrieben bzw. belastet wird. Schließlich und endlich bewirkt ein "reversing trade" eine vollständige Aufhebung und damit eine Lösung von sämtlichen kontraktlichen Rechten und Verpflichtungen aus dem ursprünglich vorgenommenen Eröffnungsgeschäft. Der Kontrakt ist damit aus dem Spiel, der Händler geht hernach "glatt" von der Börse.

Futuresgeschäfte sind gewagte Geschäfte. Der Börsenpreis von Futures ("futures price"), von dessen Verlauf das finanzielle Ergebnis der Geschäfte unmittelbar abhängt, variiert für gewöhnlich von Augenblick zu Augenblick, ohne sich je mit völliger Gewissheit vorausbestimmen zu lassen. Bereits im nächsten Moment kann ein Futures im Kurs höher oder tiefer stehen als eben noch im Abschlusszeitpunkt. Durch jede Bewegung im Kurs erhält der Kontrakt ganz analog jedes Mal einen neuen selbständigen Augenblickswert und Preis, der wiederum, je nach Richtung der damit bezogenen Position, seinem Halter einen Gewinn oder Verlust von entsprechender Höhe beschert. Auf eben diesem Mechanismus bauen nun ebenso grundlegende wie einfache Trading-Strategien auf. So wird eine singuläre spekulative Long-Position in Futures (Kauf des Futures) allemal dann eingenommen und gehalten, wenn der Terminhändler vorhersieht, dass der Wert des "underlier", und mit diesem auch der Futureskurs*, in der nächsten Zeit, längstens aber bis zum Termin, sich steigert ("bullish position"). Für den zur Spekulation aufgelegten Inhaber einer Short-Position (den Verkäufer von Futures) gilt sinngemäß das gerade Gegenteil. Er verkauft Futures, wenn und weil er darauf rechnet, dass der Wert des "underlier", und mit ihm auch der Futureskurs, sich fortab herabsenkt ("bearish position").

[* Grundsätzlich gilt: Der Wert eines Long-Futures-Kontrakts wird sich erhöhen, weil und insofern sein Underlying im Werte steigt, und umgekehrt; der Wert eines Short-Futures-Kontrakts wird sich erheben, weil und insofern sein Underlying im Werte fällt, und umgekehrt. Zur eingehenderen Betrachtung des Zusammenhangs zwischen dem Verlauf von Spotmarktpreis und Futureskurs sei auf das folgende Kapitel verwiesen.]

Unmittelbar einleuchtend erscheint dies deshalb, weil die für den Kauf des einem Futures unterliegenden Marktgegenstandes maßgebliche Summe über den Terminkurs zwar heute an der Börse ausgehandelt wird, diese aber – sofern ein Gegengeschäft inzwischen ausbleibt – erst später zum Erfüllungstermin effektiv auszulegen resp. zu verrechnen ist, während das betreffende Handelsgut seinerzeit sich zu einem vielleicht höheren oder tieferen Marktpreis umsetzt. So mag z.B. im Dezember 2017 der Barpreis für eine Feinunze Gold auf 1400US-$ stehen. Unser Händler, der im August des Jahres seine Dezember-2017-Gold-Futures zu einem Börsenterminkurs von 1320 gekauft hat, könnte sich jetzt über eine inzwischen angehäufte Margengutschrift von 80 US-$ pro Unze freuen.** Bei einem normierten Kontraktumfang von je 100 Feinunzen hat er mithin einen Reingewinn aus seinen drei Futureskontrakten von 3 x 100 x 80US-$ = 24000US-$ erhandelt (Näheres darüber vgl.: Gewinn und Verlust aus Futures-Geschäften).

[* Bei einem fixen Termingeschäft ("forward contract", Lieferungsgeschäft) gleichen Umfangs hingegen könnte er sich das Quantum Gold jetzt für 1320 US-$ je Unze zuliefern lassen und es zum herrschenden höheren Spotmarktpreis von 1400 US-$ je Unze sofort wieder losschlagen. Von Zinseffekten abgesehen steht das Forward-Geschäft dem Futures-Geschäft sonach an Gewinn und Verlust stets gleich.]

Lesen Sie auf der folgenden Seite:

Der Fälligkeitszyklus von Futures: die Kontrakt-Monate

 

 

 

Siehe auch:

 

Aufzählung

Wie entstehen Futures?

Aufzählung

Der Handel mit Futures

Aufzählung

Der Futureskurs

Aufzählung

Das Offene Interesse ("open interest") und der Umsatz ("volume")

Aufzählung

Glattstellung offener Positionen: Das Gegengeschäft

Aufzählung

Settlement: Die Erfüllung eines Futures-Kontrakts durch physische Lieferung oder "cash settlement"

Aufzählung

Die Mindestkursänderung ("tick", "minimum price fluctuation")

Aufzählung

Tägliches Kurs-Limit ("daily price limit") – "limit-up" bzw. "limit-down"

Aufzählung

Die Positions-Obergrenze ("position limit"), "accountability rules" und Reportpflicht ("reportable limit")

Aufzählung

Zur Beziehung zwischen Spotmarktpreis und Futureskurs und "cost of carry"

Aufzählung

Devisen-Futures

Aufzählung

Aktienindex-Futures

Aufzählung

Zins-Futures auf Geldmarktinstrumente

Aufzählung

Zins-Futures auf mittel- und langfristige Anleihen

Aufzählung

Aktueller Vergleich von Depotbanken und Brokern

Aufzählung

Liste von Markt-Datenanbieter (Data Vendor)

Aufzählung

Übersicht über Banken und Brokern mit deutschsprachigem Service

 

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"Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun."
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

 

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Stand: 16. Juli 2017. Alle Rechte vorbehalten.