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Entwicklung, Stellenwert und Anwendungsmöglichkeiten von
Finanzderivaten |
Futures, Optionen und die
anderweitigen Kernderivate haben in den vergangenen drei Dezennien an
den internationalen Börsenplätzen und Finanzzentren sowohl aus einzel-
als auch aus gesamtwirtschaftlicher Sicht eine Bedeutung erlangt, wie
es sonst beispiellos ist. Unter dem Eindruck einer im Ganzen betrachtet
stetig zunehmenden Akzeptanz der vorbezeichneten Finanzinstrumente kam
es in jener Zeitspanne an den Märkten weltweit zu einer gleichsam explosionsartigen
Ausdehnung ihres Umsatzvolumens. Seinen sachlichen Ausgang nahm der
in seiner Dynamik bisher ungebrochene Entwicklungsprozess von Derivaten
von dem Ruf vielnamiger weltweit operierender Finanzinstitute und multinationaler
Unternehmungen nach ebenso komfortablen wie wirksamen Schutzmitteln,
die sich fallweise dem Management von spezifischen Marktpreisrisiken
dienstbar machen lassen (Hedging).
Angesichts der im ausgeprägten Wirtschaftsverkehr unserer Zeit merklich
gestiegenen Preisvolatilitäten
in und zwischen den verschiedenen Güter- und Finanzmärkten nimmt es
nicht wunder, dass der angelegentliche Wunsch von sehr berufener Seite
vorgebracht auch an den Zukunftsmärkten endlich Gehör zu finden vermochte.
Treibende Kraft hinter
dieser beispiellosen Entwicklung waren rückblickend die zu Beginn der
Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts im Zuge der Globalisierung der
internationalen Finanzmärkte immer stärker aufkeimenden Deregulierungs-
und Liberalisierungsbestrebungen, welche sich auf allerlei ambitioniert
vorgebrachte konzertierte wirtschaftspolitische Aktionen gründeten.
Diese stellten für den weiteren Gang der Entwicklung in ihrem Kern darauf
ab, eine in zeitlicher und räumlicher Hinsicht immer engere Verflechtung
der bislang weitgehend unabhängig voneinander operierenden (segmentierten)
nationalen Märkte auf den Weg zu bringen, mit dem ferneren Ziel eines
einheitlichen globalen Finanzmarktes. Begleiterscheinungen, welche hergeholt
vom technischen Fortschritt in der Informationstechnologie sich noch
einmal selbst beflügelten, so zumal erhebliche Vereinfachungen von internationalen
Finanztransaktionen, die sich ehedem nur leidlich durch einen komplexen
Bankenapparat schleusen ließen, sowie seit Anfang der 80er Jahre die
Schaffung bequemer Übertragungswege für Finanztitel mittels Verbriefung
von Forderungen, Verbindlichkeiten und Restbetragsansprüchen (Securitization)
und Emission der daraus hervorgegangenen Papiere* im Sekundärmarkt,
verliehen diesem Reformprozess noch zusätzlichen Rückenwind.
[* Aus dem Kreis
jener verselbständigten Rechte sind besonders herauszuheben Certificates
of Deposit (CDs), Euronotes, Euro Commercial Papers,
Zerobonds, Floating-Rate-Notes etc., sowie als letzte
Stufe der Entwickelung im jüngsten Zeitabschnitt sog. Collateralized
Debt Obligations (CDOs), die im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise
("subprime mortgage crisis") in Misskredit gekommen sind und
seither in öffentlicher kritischer Diskussion stehen.]
Gleichzeitig kam es in
jener Phase zu einem vom Strom eines verstärkten internationalen Wettbewerbs
getragenen rasanten Aufschwung auf dem Felde der Finanzinnovationen,
der parallel mit den daraus hervorgehenden erhöhten Anforderungen
einen sprunghaft gestiegenen und noch stetig wachsenden Informationsbedarf
über die Anwendungsvoraussetzungen, Funktionen und spezifischen Risiken
von derivaten Finanzinstrumenten mit sich brachte. So gaben die jüngst
erworbenen Einsichten der modernen Finanzierungsforschung verbunden
mit Ideenreichtum in der Produktgestaltung den verschiedenen Bank- und
Emissionshäusern auf diesem Gebiete reichlich Stoff für ein entsprechend
breites Betätigungsfeld ab, auf dem unlängst eine nahezu unüberschaubare
Flut neuartiger Produkte entstehen konnte und immer kunstvollere gewiss
auch in Zukunft noch ersonnen werden, nicht zuletzt im Verfolg der Absicht,
diese zur Abschöpfung zusätzlich geschaffenen Gewinnpotenzials auf dem
Markte zu verwerten. Alles dies führte in natürlicher Konsequenz zu
einem wahrhaften Umsatzschub auf den globalen Derivatemärkten. Durch
das geballte Engagement von sogenannten Hedge-Fonds
als auch durch das zunehmende Interesse einer stattlichen Zahl von institutionellen
Partizipanten* ist ein üppiger Zuwachs bei den Handelsverkehrsziffern
in der nächstbevorstehenden Zukunft auch von dieser Seite schon heute
absehbar.
[* Institutionelle
Marktakteure haben üblicherweise – und zwar in viel stärkerem Maße als
Hedge-Fonds – einen besonderen Sinn für die Erzielung eines stetigen
und dauerhaften Einkommens und stehen dem eigentlichen Trading eher
fern. Zum Kreise der institutionellen Anleger gehören Geschäftsbanken,
Lebensversicherungsgesellschaften, Pensionskassen, sog. "private-equity"-
und Investmentfonds, einige multinationale Unternehmungen, Stiftungen
sowie sonstige Kapitalsammelstellen.]
Im Wahrnehmungsfeld
der breiten Öffentlichkeit dagegen erweckt das Wort "Börsentermingeschäft",
sobald man es im Munde führt, diffuse Vorstellungen unterschiedlichster
Art. So kursiert beharrlich die Auffassung, Termingeschäfte seien über
alle Maßen riskant und darum unwiderruflich zu verdammen. Vielfach sogar
wird in einem Atemzuge jedwede Form von Termingeschäften pauschal identifiziert
mit waghalsigen wie gewissenlosen
Spekulanten, die von barer
Gewinnsucht beherrscht gigantische Geldsummen in moralisch anrüchiger
Weise aufs Spiel setzen und auch entfernt keinen Anstand nehmen, Preistreibereien
an den Finanzmärkten Vorschub zu leisten – alles im Sinnen und Trachten
nach schnellen Kurssteigerungen, aus denen sie ihr Vermögen zu nähren
suchen. Derlei eingealterte, von innen heraus ins allgemeine Bewusstsein
gedrungene Ansichten und wiederholt ausgesprochene Verdammungsurteile
sind irrtümlich. Sie stützen sich in der Hauptsache auf den Sachverhalt,
dass die mögliche Verlusthöhe bei gewissen Arten von (singulären) Termingeschäften
– zumal wenn solchen, bei oberflächlicher Betrachtung, ihr hoch spekulativer
Charakter dem bloßen Augenschein nach geradezu anzuhaften scheint (angesprochen
sind im Besonderen singuläre
Short-Positionen in Futures
bzw. Short-Positionen in Optionen als Outright-Geschäfte) – nach einer
Unbedachtsamkeit oder Fehleinschätzung der künftigen Preisentwicklung
theoretisch ohne Halt gegen die buchstäbliche Unendlichkeit strebt.
Und weil solch immense Summen naturgemäß von niemand allein mehr werden
getragen werden können, fielen diese letzten Endes unweigerlich der
Allgemeinheit zur Last. – Noch andere Formen von (OTC-)
Derivaten (so etwa sog. Credit Default Swaps, CDS) wieder werden
allen Ernstes bezichtigt, sie könnten ihres systemischen Risikos wegen
gar das gesamte Finanzsystem in seinen Grundfesten erschüttern!
Auf die Bildung einer
derart krassen, einseitig vorgefassten öffentlichen Meinung von der
risikoreichen Natur von Termingeschäften sind eine Reihe von spektakulären
Verlustgeschäften* in den Zukunftsmärkten gewiss nicht ohne fördernden
Einfluss geblieben. Verstärkend hinzu kamen die Einschläge der Finanz-
und Wirtschaftskrisen der jüngsten Zeit, zu denen es in der Wirtschaftstagespresse
an manch soliden als freilich auch an allerlei schief dargestellten
Berichterstattungen wahrlich nicht mangelte. Doch trotz alles gegenteiligen
Anscheines: So sehr sich ihnen auch manche historisch gewordene Übelstände
nachsagen lassen, so gründlich wird verkannt, dass die bloße Existenz
von Finanzderivaten nicht gleichbedeutend ist mit ihrem Risiko!**
Nicht diese verdienen das Misstrauen, sondern die Personen, die sie
unreflektiert anwenden und mit ihnen unsachgerecht hantieren!
Erst Erscheinungen nämlich, wie mangelndes
Fachwissen, unzureichende interne als auch aufsichtsrechtliche Sicherungsvorkehrungen
gegen technisches und menschliches Versagen sowie ein leichtfertiger,
unsachgemäßer, bisweilen sogar durch Spielfreude gelenkter Umgang mit
ihnen werden zu einer akuten Gefahr! Der geschäftsgewohnte Derivatehändler
vom Fach, der auf eine reichliche Erfahrung mit der Materie des Risikomanagements
zurückblicken kann, ist sich dieser Tatsachen nur all zu sehr bewusst
und wird darum im tagtäglichen Verkehr mit derartigen Instrumenten in
voraussichtiger Art minutiös darauf bedacht sein, potentiellen Verlustrisiken
vom Grund aus vorzubeugen. Zu diesem Zweck wird er es an besonderen
Vorsorge- und Sicherheitsmaßnahmen nicht fehlen lassen, sich etwa einem
verschärften Einsatz weithin bewährter technisch-organisatorischer Überwachungssysteme
zuwenden, welche, wo etwas darauf ankommt, noch durch speziell ausgeklügelte
Handelstechniken ihre Ergänzung finden. Allein aller Sicherungsvorkehrungen
und Kautelen zum Trotz lässt sich, solange Menschen fehlbar sind, niemals
ganz ausschließen, dass ein ungelöster Gefahrenrest bestehen bleibt.
[* Illustrationsbeispiele
bieten sich in reicher Zahl dar. Stellvertretend hierfür stehen Namen
wie: Midland Bank (1990), Orange County (1994), Barings
(Frühjahr 1995), Daiwa Bank (Herbst 1995), Kidder Peabody,
Long-Term Capital Management (1998), Sumitomo (90er Jahre).
Mit Allfirst (2002), China Aviation Oil (2004), WestLB
(2007), Societé Générale (2008) setzt sich die Aufzählung von
Finanzhäusern, die deswegen eine nicht eben beneidenswerte Berühmtheit
erlangt haben, auch in diesem Jahrtausend fort. Dabei wäre es ein Leichtes,
diese Liste noch um einiges zu verlängern.]
[** Einige Anmerkungen
mögen in dieser Note ihre Stelle finden: Finanzderivate stellen an sich
insofern kein Novum dar, als sie sich, wie man längst weiß, nach dem
Prinzip des Bausteineffekts in ihre altüblichen Komponenten zerlegen,
wieder neu mischen und duplizieren lassen ("financial engineering").
Auch wenn für das Laienauge prima vista nicht erkennbar, so verkörpern
sie damit in ihrem Kern doch grundsätzlich die gleichen Prinzipien und
Strategien mit Inbegriff all ihrer Risiken, die bereits seit langem
von traditionellen Finanzanlagen her bekannt sind, aus deren Elementen
sie ja aufgebaut und von denen sie ihren Wert in letzter Hand ableiten.
Nichtsdestoweniger greifen in neuerer Zeit, zumal in Deutschland, ein
gutes Dutzend Finanzmarktunternehmungen im Verein mit der werbenden
Wirtschaftspresse derartige in ihrer äußerlichen Schlussform umstrukturierte
Produkte (oftmals unter Täuschung über den üblichen Wortsinn der
Derivate, indem
dieser Name schlechthin für
Zertifikate u.dgl.
allein in Anspruch genommen wird, ohne auch nur mit einer Silbe von
der Existenz bedeutsamerer, transparenter und weithin etablierter Derivate
Notiz zu nehmen – sie wird rundweg totgeschwiegen!) begierig auf, um
sie angesichts der davon ausgehenden Gewinnlockungen dem privaten Geldanleger
geradezu reißerisch als verheißungsvolle "Neuerung" unter einem Wust
von wohllautenden Namen, wie Discount-Zertifikate, Bonus-Zertifikate,
Index-/Tracker-Zertifikate, Sprint-Zertifikate, Basket-Zertifikate,
Garantie-Zertifikat, Airbag Zertifikate, Knock-out-Zertifikate etc.,
mundgerecht und griffig zu machen. Derlei Lobpreisungen auf solcherart
Finanzinstrumente sind insofern bedauerlich, als manch weniger kundige
Inhaber eines kleinen Kapitales, eine überlandesübliche Verzinsung aufsuchend,
dadurch allzu leicht in Verlockung gerät, sein sauer erspartes Geld
in für ihn kaum durchsichtigen Instrumenten zu investieren, anstatt
es lieber werbend aufs Sparbuch (realiter
Termingeld, Bundesanleihen
usw.) zu legen. Doch die Vorkommnisse der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrisen
haben die Skepsis gegenüber Zertifikaten rege gemacht. Zweifellos aber
hat das dahinterstehende Konzept, das bis vor kurzem noch inmitten der
Modeströmung lag, einen so herben Dämpfer bekommen, dass das Vertrauen
selbst in den Reihen der treusten Zertifikateanhänger schwankend geworden
ist. Bis zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers Inc.
im September 2008 jedenfalls schien es so, als sei der fortschreitend
steigenden Zahl der umstrukturierten Produkte keine Schranke gezogen.
Trotz alledem scheinen
Zertifikate gegenwärtig wieder weit oben auf der Beliebtheitsskala so
mancher Privatanleger zu stehen. Ihre Zahl ist Legion. Aktuell umspannt
allein der deutsche Zertifikatemarkt eine riesenhaft angewachsene Produktzahl
– einschließlich einer Unzahl abgewandelter Hebelprodukte und sonstiger
Mischgebilde – von insgesamt ca. 500000
Produktarten, die zusammen ein Marktvolumen von mehr als 100 Milliarden
Euro auf sich vereinen (Stand: September 2011). Ob sie damit ihren Gipfelpunkt
gesehen hat, oder ob der Markt für Zertifikate eine abermalige Belebung
erfährt, und ob auf einer nächsten Stufe der Entwicklung wohl gar noch
kunstreichere Konstruktionen umstrukturierter derivater Produkte in
Schwange kommen, wird die weitere Entwicklung lehren. Die Emissionshäuser
schließlich haben allen Anreiz, diesen florierenden Markt mit Papieren,
die der aktuellen Zeitrichtung augenscheinlich zugeneigt sind, immer
weiter auszudehnen. – Im Hinblick auf eine konkrete Anlagestrategie
soll endlich nicht versäumt werden noch zu bemerken, dass jene, die
am Finanzmarkt einen aus herkömmlichen Instrumenten (Aktien, Anleihen,
Futures und Optionen) gegebenen Einkommensstrom unter Ersparung von
Gebühren in einen anderen, dazu äquivalenten zu transformieren wissen,
Zertifikate mit großer Gleichgültigkeit betrachten werden.]
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Motive für den Einsatz von Finanzderivaten |
Derivativer Finanzmarktinstrumente
gibt es viele und vielgestaltige. Sie alle sind ohne Ausnahme das Ergebnis
alternativer Vertragsgestaltungen. Allein die derzeit auf dem Markt
zur Auswahl stehende Produktpalette an vorgefertigten derivativen Finanzinstrumenten
ist dank ihrer mehrfachen Brauchbarkeit breit genug konstruiert, das
Entscheidungsfeld der Reflektanten um einen ganzen Schwung an bedarfsgerechten
Handlungsalternativen, die ohne das Dasein von Zukunftsmärkten, auf
denen sie entstehen und umgesetzt werden, kaum oder gar nicht realisierbar
wären, gehörig zu erweitern und zu ergänzen (Komplettierung und Vervollkommnung
der Finanzmärkte). Der besondere (individualwirtschaftliche) Vorteil
von Finanzderivaten liegt nun ganz entschieden darin, dass die Nutzleistungen,
die sie jedem Sachkundigen zu stiften vermögen, sich durch individuelle
Kontraktausformung präzise ausrichten lassen auf die konkret vorherrschende
Markterwartung nicht minder als auf die psychische Disposition, insbesondere
auf die persönliche Einstellung gegenüber wirtschaftlichen Unsicherheiten,
d.i. die Risikoneigung des
Disponierenden.
Derivative Finanzinstrumente
öffnen den Zugang zu einer Fülle von verschiedenartigen, sonst nur unwegsam
zu erreichenden oder unzugänglichen, wirtschaftlichen Nutzverwendungen.
Vorbedingung dafür ist ein umfassendes und tiefgreifendes Verständnis
ihrer Wirkungsweise. Ihr gekonnter Einsatz erschließt den versierten
Marktteilnehmern eine ihren individuellen Markteinschätzungen und Risikoneigungen
konforme Positionierung in den Güter- und Finanzmärkten, die ohne die
Existenz solcher Instrumente entweder gar nicht denkbar oder doch nur
unvollkommen zu realisieren wären ("risk/return management").
So lässt sich durch den sachgerechten Gebrauch von Finanzderivaten häufig
und gern ein gewünschtes Risiko-/Ertragsprofil wohlgefällig verwirklichen,
ohne dabei dem Erfordernis unterworfen zu sein, die sofort fälligen
und meist nicht unerheblichen Summen zu finanzieren, die auf einen effektiven
Erwerb der unterliegenden Vermögenswerte ("underlying") und der
ihm folgenden physischen Bestandhaltung sonst auszulegen wären ("cost
management").* Gleichzeitig lassen sich Risiken und Liquidität
durch den Einsatz von Derivaten auf einfache Weise separieren. Planvoll
eingesetzt, lässt sich etwa mit Hilfe von Futures und Optionen im Zusammenspiel
mit anderen Formen der Geldanlage (d.h.
im Rahmen der Ausrichtung des Gesamtportefeuilles und vor dem Hintergrund
eines gegebenen wirtschaftlichen, steuerlichen und persönlichen Entscheidungsumfeldes)
bei vergleichsweise geringem Mitteleinsatz unter Einsparung von
Transaktionskosten
nach Belieben nahezu jede den Marktverhältnissen konforme Risiko-Rendite-Kombination
mit leichter Mühe verwirklichen (vollständige Märkte, "complete markets").
[* Finanzderivate,
wie Futures, Optionen, Swaps etc., erhalten hierdurch zum Mindesten
den Zuschnitt einer eigenständigen Klasse an Vermögenswerten ("Asset-Klasse").]
Die nachfolgende summarische
Aufzählung spezifischer Anwendungsfälle von Finanzderivaten möge die
Weitflächigkeit ihrer Einsatzmöglichkeiten exemplifizieren: So lassen
sich mittels strategischen Einsatzes von Derivaten etwa Index-Terminkontrakte
einem korrespondierenden Aktienportfolio beisteuern in der Absicht,
unter Ersparung von Kosten an in Kürze erwarteten Kurssteigerungen an
den Aktienmärkten überproportional zu partizipieren (Ertragsoptimierung,
Investing), ohne dazu die sonst notwendigen Umschichtungen im Depot
vornehmen zu müssen. Darüber hinaus vervollständigen Futures, Optionen
und andere Derivate die bestehenden Finanzmärkte auch mit Rücksicht
auf die Versicherbarkeit von Risiken: Durch ausgewählte – und durch
die moderne Finanzierungsforschung noch stetig verfeinerte – Methoden
der Risikosteuerung lassen sich mit diesen Instrumenten beispielshalber
spezifische Versicherungen in ihrer Zahlungsstruktur präzise nachbilden,
Kreditrisiken übertragen, leistungswirtschaftliche Risiken von finanzwirtschaftlichen
Risiken trennen oder systematische Risiken* aus
Wertpapierportfolios, welche
mit konventionellen Anlageinstrumenten allein nicht weiter diversifizierbar
sind, taktisch mithilfe von Futures weiter reduzieren bzw. im Extremfall
sogar gänzlich ausschalten (Hedging). Fernerhin werden Derivate namentlich
von institutionellen Investoren (s.o.)
oftmals eingesetzt zum Zwecke einer
Index-Arbitrage,
zur Minderung von Transaktionskosten und Steuern sowie aus bilanziellen
Gründen ("regulatory arbitrage"), unlängst aber auch zur Schaffung
neuartiger (sog. strukturierter) Produkte ("synthetic securities";
Innovationsfunktion) als endlich zu einer Kosten sparenden Duplizierung
bereits vorzufindender Kapitalanlageformen. Doch ebenso zur Verstetigung
von Renditen, und zwar weitgehend unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung,
hat sich der gekonnte Einsatz von derivaten Instrumenten bewährt. Kurzum:
Kraft ihrer breit gefächerten Nutzungsmöglichkeiten zählen Finanzderivate,
wie Futures, Optionen und Swaps etc., im modernen Wirtschaftsleben unserer
Zeit fraglos zu den integralen Bestandteilen eines soliden Portfolio-
und Risikomanagements ("risk management").
[* Das Systematische
Risiko, auch Marktrisiko
genannt, umschreibt die Wertgefahr, die vornehmlich von allgemeinen
makroökonomischen Einflussgrößen ausgeht, insbesondere also Wechselkurs-
und Zinsänderungsrisiken, Unsicherheiten bei Wachstumsraten und Wirtschaftszyklen
usw. Aber auch Wirtschaftspolitik und Steuergesetzgebung, Kriegsgefahren
oder Naturkatastrophen treten als Risikofaktoren dazu. Kennzeichnend
für systematische Risiken ist also, dass sie stets von einer Wirtschaftsgemeinschaft
als Ganzes getragen werden müssen.]
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Zur
Bedeutung und Funktion von Futures im Besonderen |
Futures ordnen sich in
die Reihe der Derivativen Finanzmarktinstrumente
(Finanzderivate) ein. Zusammen mit Forwards, Optionen und Swaps bilden
sie den Kreis der Kernderivate ("core derivatives"). Finanzmarktderivate
als solche sind bekanntlich Termingeschäfte
("forward contracts", "contingent claims"), deren Wert
in eindeutig bestimmbarer Weise ableitbar ist von mindestens einer gegebenen,
originären Variablen, wie beispielsweise dem Kurs einer Aktie oder dem
einer Marktware ("primary asset"). Kontrakte in Futures zählen
als Klasse für sich genommen, anders als Aktien und Schuldverschreibungen
– da unverbrieft, weder zu den Wertpapieren noch dienen sie, wie die
Letzteren, primär der Finanzierung*. Vielmehr handelt es sich
bei Futures ihrem Wesen nach um durch Standardverträge begründete, zeitlich
befristete Verfügungsrechte über künftig zu erbringende Leistungen**.
Beide Bereiche, die Märkte für börsennotierte Zukunftsgeschäfte auf
der einen und die ihnen beigeordneten Teilbereiche altüblicher Spotmärkte
auf der anderen Seite, ergänzen einander in vortrefflicher Weise, indem
sie mit Rücksicht auf die Vielzahl real anzutreffender Rendite/Risiko-Profile
der Wirtschaftssubjekte zur Vervollständigung und Vervollkommnung der
Finanzmärkte einen nutzbringenden Beitrag leisten. Der Nutzen steigt
nicht nur für den einzelnen Marktbeteiligten, der Futures für sich ersprießlich
zu verwenden weiß, sondern ihr Dasein erhöht im Zusammenspiel mit den
realwirtschaftlichen Vorgängen das Gemeinwohl aller.
[* Futures dienen
weit weniger der Finanzierung zur Widmung von Kapital in der Zeit für
produktive Zwecke als vielmehr, und gewiss nicht am wenigsten, der Nutzung
der vielfältigen Chancen aus den Kursvariationen. Böswillige versteigen
sich deshalb mitunter sogar zu der Behauptung, Futures seien nicht mehr
als geschickt ersonnene Glücksspiele, die überdies auf gegenseitige
Übervorteilung basiert sind. Neben der Nutzung zur Handelsspekulation
(Trading) lassen sich Futures freilich ebenso gut der Absicherung bzw.
Eingrenzung gegenüber spezifischen Preisrisiken (Hedging)
wie auch Arbitragezwecken
dienstbar machen. Was für einen Zweck ein einzelnes Futuresgeschäft
nun tatsächlich verfolgt, lässt sich ihm von außen jedoch nicht ansehen.
Einen Deklarationszwang oder Ähnliches gibt es an den Terminbörsen grundsätzlich
nicht.]
[** Jene künftige
Leistungen stellen traditionell ab auf eine physische Andienung von
Gütern und Waren in natura, erstrecken sich jüngst aber vermehrt auf
eine (ex ante unsichere) Geldausgleichszahlung; vgl. darüber: Erfüllung
von Futures-Kontrakten im Wege des "cash
settlement"-Verfahrens.]
Durch die Futures eigentümliche
Fähigkeit, Zahlungsstromverläufe (Cashflows) bzw. Risiko/Ertrags-Profile
an persönliche Zielvorgaben wie auch an objektive Marktgegebenheiten
anzupassen, lassen sie sich dem Abbau von Unvollständigkeiten und Unsicherheiten
in den Märkten ebenso dienstbar machen, wie sie in hohem Maße berufen
sind, auftretende Ineffizienzen durch
Arbitragen zu beseitigen.
Daneben öffnen sie ein breites Anwendungsfeld auch für
spekulativ orientierte Akteure
(Trader) an den Finanzmärkten. Der letzteren Gruppe geben Futures ein
vortreffliches Instrument an die Hand, um spezifische Informationen
und Erwartungen über (meist kurzfristig, aber ebensowohl auch langfristig)
steigende oder fallende Kursentwicklungen in den Terminmärkten (Wissensvorsprünge,
z.B. aufgrund einer Fundamentalanalyse)
auf einfache und kostengünstige Weise in zweckentsprechende Markthandlungen
zu überführen. Hierbei zeigt sich, dass insbesondere ein frühzeitiges,
richtiges Erkennen und eine prompte Ausnützung von existierenden Fehleinschätzungen
des Marktes oder inkonsistenten Bewertungen (Informationsineffizienzen)
eine erfolgreiche Vollendung der darauf sich stützenden Spekulationen
wahrscheinlich machen. Sollten die gehegten Erwartungen über die künftige
Marktentwicklung sich in der Folge tatsächlich verwirklichen, indem
der Markt vermeintliche Fehlbewertungen solchergestalt korrigiert, so
erwachsen dem Futures-Trader aus der bezogenen Position die erhofften
Spekulationsgewinne;
der Marktgegenseite indes fallen in demselben Verhältnis Vermögensverluste
zur Last. Durch die herrschende Publizität des Preisgeschehens erzeugen
verwirklichte Spekulationsgewinne bzw. -verluste gleichzeitig
öffentliche Signale an das übrige Marktpublikum, wo erfolgreiche Tradinggelegenheiten
sich boten bzw. verlustbringende bevorstanden, die ihrerseits laufende
Anpassungsentscheidungen hervorrufen. Der eben skizzierte Marktablauf
der bestätigten und enttäuschten Spekulationserwartungen, die sich bilden
aus den einzelnen sich darbietenden unsicherheitsbehafteten Vermögenschancen,
ist ein unumkehrbarer Prozess, der sich beständig wiederholt. Der Erfolg
jeder spekulativen Positionierung in Futures wird damit letztlich entscheidend
abhängen von der Güte der Prognosefähigkeit über die künftige Marktentwicklung
und deren Folgen.
Spekulativ ausgerichtete
Terminmarktteilnehmer sind demnach überhaupt weniger an einer Finanzierung
oder Vermögensanlage im klassischen Sinne interessiert als vielmehr
an einer kurzfristigen Ausnutzung der wahrgenommenen Marktchancen durch
eine vom "Timing", d.i. von
der vorteilhaftesten Zeitwahl, bestimmte Positionierung in Erwartung
einer unmittelbar darauffolgenden Korrektur der mutmaßlichen Fehlbewertung
durch den Markt, wodurch ihnen die erhofften Spekulationsgewinne zuwachsen*.
Die hierbei zutage tretende Publizität des Preisgeschehens wirkt, wie
erwähnt, gleichsam als Signal an andere Marktteilnehmer, das aufzeigt,
wo angesichts von Divergenzen vorteilhafte Handelsmöglichkeiten bestanden
bzw. in naher Zukunft denkbar sind (informationswirtschaftliche Effekte
durch Wissensaufdeckung).
[* Gerade in jüngster
Zeit machen sog. Hedge-Fonds verstärkt
durch die Politik der sie leitenden Manager auf sich aufmerksam, voraussichtliche
Marktineffizienzen durch zumeist kurzzeitiges Jonglieren mit relativ
großen (zum Teil auch kreditfinanzierten) Kapitalbeträgen zu ihren Gunsten
auszubeuten. Nach dem Transaktionsmotiv beschränken sich Hedge-Fonds
dabei aber nicht nur auf Spekulation im engeren Sinne, sondern treten
auch als Arbitrageure oder selbst als Hedger an die Märkte heran. Hedge-Fonds
agieren zu einem großen Teil von wohl bekannten Steueroasen aus und
unterliegen damit nur sehr eingeschränkt obrigkeitlichen Auflagen. Somit
steht ihnen im Rahmen ihrer Investmentstrategien das gesamte Spektrum
an Einsatzmöglichkeiten von Finanzderivaten frei. Derzeit gibt es weltweit
etwa 9000 verschiedene Hedge-Fonds
mit einem verwalteten Kapital von insgesamt rund 1,9 Billion US-Dollar
(Stand: September 2010).]
Die von zahlreichen Spekulanten
in den Terminmärkten ausgehenden enormen Beträge an Risikokapital bewirken
überdies eine Konzentration finanzieller Mittel auf eine nicht allzu
große Menge an ausgewählten Terminkontrakten (einschl. Optionen*),
womit diese Gruppe von Marktakteuren einen ganz wesentlichen Beitrag
zur Erhöhung der Liquidität
im Marktsegment der börslichen Zukunftsmärkte leistet. Nicht selten
übersteigt das konsolidierte Handelsvolumen in den Futuresmärkten jenes
der (zudem noch stärker fragmentierten) Spot- bzw. Kassamärkte, auf
die sie sich beziehen, um ein Vielfaches, womit Futures und nächst ihnen
auch anderweitige Derivate in und zwischen den einzelnen Märkten zur
treibenden Kraft hinsichtlich der Preisentwicklung werden ("lead
and lag"-Beziehung). Infolge davon ist eine an aktuelle Informationen
ausgerichtete Bewertung und darüber hinaus auch eine zweckentsprechende
Umverteilung von isolierten Preisrisiken mithilfe handelbarer Finanzderivate
in den Zukunftsmärkten oftmals leichter möglich als im jeweiligen Spotmarkt
des Basisinstruments selbst.
[* Der Handel mit
Futures wird begleitet von einem regen Handel mit Optionen auf Futures
("futures options", "options on futures"). Hierbei wird
ein Futures selbst zum Gegenstand eines börsennotierten Optionsgeschäftes
("zweifach derivatives Termingeschäft"). Dem Publikum eröffnet sich
hierdurch die Möglichkeit einer indirekten Teilnahme am Futures-Handel,
indes mit einem für Optionskäufe typischen vorab begrenzten Verlustrisiko.
Der Handelsverkehr in Futures und börsennotierten Optionen ist ein enormer.
Im Jahre 2010 wurden an den internationalen Börsenplätzen davon rund
22,3 Mrd. Kontrakte umgesetzt – ein neuer Spitzenwert.]
Ein komfortabler und
flexibler Börsenhandel mit Terminkontrakten bei einem hohen Grad an
Liquidierbarkeit (Fungibilität) ist jedoch schwerlich ohne Transaktionskosten
sparende Standardisierung der Geschäfte vorstellbar. Der Vorteil eines
friktionslosen, liquiden und flexiblen Börsenhandels geht deshalb in
der Mehrzahl der Fälle unvermeidlicherweise einher mit einem Verzicht
auf die Vorzüge einer an individuelle Bedürfnisse der Vertragspartner
orientierten bilateralen Einzelvereinbarung, wie sie beispielsweise
außerbörslich (OTC) ausgehandelte Swap- oder
Forward-Geschäfte (kurz:
"forwards") erlauben.
Die Übertragung und Umverteilung
einzelwirtschaftlicher Risiken ist eine wichtige, aber längst nicht
die einzige gemeinwohlfördernde Funktion, deren Futures fähig sind.
Hinzu tritt eine allgemeine Preisermittlungsfunktion. Zur Bedeutung
der Preisbildung in den Futuresmärkten
lässt sich grundsätzlich Folgendes feststellen: Auch wenn empirische
Futureskurse nicht zwingend einem ehernen
Gesetz folgend allezeit ihren fairen, theoretisch richtigen Konkurrenzgleichgewichtspreisen
zustreben werden, so geht die herrschende Meinung jedenfalls dahin,
dass die über einen zentralisierten börslichen Handel zustande kommenden
Terminpreise – zumindest in den liquiden, effizient arbeitenden Märkten
– sich doch in bestmöglicher Weise auf dem tatsächlichen künftigen Wert*
des zugrunde liegenden Marktgegenstandes ("underlying") einzupendeln**
streben; denn sämtliche Informationen über die aktuell bestehende bzw.
zu erwartende fundamentale wirtschaftliche Angebots- und Nachfragesituation
fließen als Ergebnis des in Märkten bewerteten Handelns augenblicklich
in die Kursbildung ein (Preisermittlungsfunktion, Signalfunktion
und Bewertungseffizienz). Wie leicht begreiflich, können allein
mehrheitlich richtig eingeschätzte Zukunftsinformationen für die Gesamtwirtschaft
von Nutzen sein und das Preisgefüge stabilisieren. Spekulationen, die
auf unzutreffende Voraussetzungen beruhen oder ganz ohne Hintergrund
sind, werden dagegen zu unnatürlichen Preisschwingungen und unliebsamen
Übersteigerungen führen. Umso wichtiger ist eine im Marktprozess waltende
breite Öffentlichkeit (Transparenz) des Preisgeschehens. Die damit verbundene
Wissensaufdeckung erleichtert eine allseits faire Bewertung von Terminkontrakten
zum reinen Nutzen aller und damit am Ende auch die Entscheidung, ob
und in welchem Umfang jeweilig die Wertgefahr getragen respektive abgegeben
werden soll ("Risikoallokation").
[* Hinweis:
Unter Unsicherheit impliziert jeder Bewertungsakt eine zutreffende Antizipation
möglicher zukünftiger Zustände der Welt.]
[** Hierbei handelt
es sich zwar um eine recht mutige, gleichwohl plausibel erscheinende
Hypothese, die aber nach dem derzeitigen Stand des Wissens noch nicht
stichhaltig zu belegen ist.]
Finanzderivate, wie Futures,
Forwards, Optionen und Swaps, zeichnen sich überhaupt durch eine ungemeine
Vielseitigkeit aus. Als überaus gefügige Werkzeuge des Terminhandels
lassen sie sich ganz nach Maßgabe eines konkreten Erfordernisses instrumentell
nutzen. Je nach handelspolitischen Zweckmäßigkeitserwägungen lassen
sich ihre Nutzleistungen zielgenau abstimmen auf die unterschiedlichsten
Motive ihres Einsatzes. Deren gibt es zahlreiche. Die Leichtigkeit in
ihrer Gebrauchsweise etwa macht sie unleugbar vielenorts zu einem bevorzugten
Instrument der Handelsspekulation als nebstdem auch zu einem solchen
der Arbitrage. Ihre außerordentlich große Popularität beruht jedoch
im vortrefflichen Sinne und zu einem ganz bedeutenden Teil auf die ihnen
anhaftende Verwendungsmöglichkeit als ein Vehikel zur Absicherung gegenüber
Preisrisiken aus koordinierten Kassamarkt- resp. Lokogeschäften (Hedging).
Eine angestrebte Versicherungswirkung lässt sich mit ihrer Hilfe oftmals
nicht nur billiger, sondern auch auf einfachere und flexiblere Weise
vermitteln und bewerkstelligen, als durch den Einsatz alternativ verfügbarer
Instrumente. Aufgrund ihrer innewohnenden spezifischen Assekuranzeigenschaft
verkörpern Derivate demnach ein maßgeschneidertes Instrumentarium der
Versicherbarkeit gegenüber den unerwünschten Folgen bestimmter künftig
denkbarer Marktzustände. Mehr noch: Erst durch den Umstand, dass ein
zielgerichteter Einsatz derivativer Instrumente es jedem Kundigen gestattet,
gegebene Marktrisiken isoliert zu bewerten, zu steuern, zu bündeln und
zu überwälzen, gelingt eine sinnvolle Umverteilung knapper Ressourcen
auch auf gesamtwirtschaftlicher Betrachtungsebene (allokationsverbessernde
Wirkung).
Hervorgehoben zu werden
verdient zu guter Letzt die allseits anerkannte Fähigkeit von Futures
und anderen Derivaten zur Bewältigung gesonderter kurz- wie mittelfristiger
Preisrisiken, zuvörderst jene, die von effektiven Waren- bzw. Finanzgeschäften
(Kurssicherungsfunktion, Hedging) herrühren. Ihr Einsatz
ermöglicht es, realwirtschaftlich gegebene Risiken der eben angesprochenen
Art gegen die Vorstellung einer angemessenen Renditeerwartung gebündelt
auf die Gruppe der weniger risikoscheuen Spekulanten zu übertragen (Marktfähigkeit
spezifischer Risiken). Demnach spiegelt sich in der Wirksamkeit und
Nachhaltigkeit, mit der finanzwirtschaftliche Risiken sich mit Hilfe
von Futures und anderen zeitgemäßen
derivativen Instrumenten über
den Marktprozess sowohl isoliert bewerten als auch durch deren Einsatz
zum Zwecke von Kurssicherungsgeschäften gezielt beherrschen lassen,
ohne Zweifel die zentrale ökonomische Bedeutung* des "Finanzintermediärs"
Terminmarkt für eine vorgeschrittene Volkswirtschaft wider.
[* Siehe hierüber
auch: Signal-
und Informationsfunktion der Preise.]
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Wie entstehen Futures?
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