Trading
und Kalküle mit Spreads
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Zur Berechnung von Spreads
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Aus rechnerischer
Sicht besteht der Spread ganz allgemein im Ausmaß der Kursdifferenz
zwischen den Kursen der zu einer Spread-Position zusammengezogenen Futures-Arten,
welche ihre beiden Seiten ("legs") bilden. Im Falle von intertemporalen
Spreads ("time spreads", "calendar spreads") lässt sich
der Spread ausdrücken – beim "bull"-Spread geradeso wie beim
"bear"-Spread – als Preisunterschied
zwischen dem Futureskurs
im zeitnahen Termin und dem Futureskurs im zeitfernen Termin des unterliegenden
Marktes, oder verkürzt gesprochen:
Spread = Kursdifferenz: "früher Terminmonat"
minus "später Terminmonat".
Der Spread
(die Kursdifferenz) kann im Ergebnis ziffermäßig positiv, negativ oder
allenfalls zufällig oder ausnahmsweise auch gleich null ("pari") sein.
Er lässt sich nicht nur absolut, sondern analog zur Notation der Outright-Positionen
ebenso gut auch ausdrücken in der Zahl seiner "ticks".
Zur
sprachlich korrekten Bezeichnung eines in Frage stehenden Spreads der
letzteren Art wird der
Terminmonat des Futures der Plusposition (Long-Bestandteil) ordentlicherweise
vor dem Terminmonat des Futures der Minusposition (Short-Bestandteil)
gestellt. Wird bspw. im Futuresmarkt für
CBOT-Weizen
der Juli-Termin gekauft und der darauf folgende nächste September-Termin
verkauft, so ist hierbei von einem "Juli/September-Spread" (der Art
"intramarket-spread") die Rede. Damit liegt zugleich auch fest,
ob es sich bei jenem Weizen-Spread um einen "bull"- oder um einen "bear"-Spread
handelt. Ein "Juli11/September11 CBOT-Weizen-Spread" stellt offenbar
einen "bull"-Spread
dar, denn ein "bull"-Spread ist, wie an anderer Stelle erörtert, in
den Warenterminmärkten dadurch charakterisiert, dass ein zeitlich näher
liegender Termin, zumeist der "nearby", gekauft und praktisch
gleichzeitig ein späterer Termin verkauft wird. Anders liegen
die Dinge etwa bei einem "CBOT-Mais-Juli11/März11-Spread". Letzterer
kennzeichnet ganz offenkundig einen "bear"-Spread; denn der erstgenannte
Juli-Futures wurde gekauft und der (zeitlich nähere) März-Futures
verkauft.
Unakkurat,
weil zu Irreführungen einladend, scheint dagegen die allgemeine populäre,
aber übel geratene Redewendung vom "Kauf eines Spreads" zu sein, die
als Bezeichnung für den Sachverhalt steht, dass Futures im zeitnahen
Termin gekauft und parallel dazu korrespondierende Futures im zeitfernen
Termin verkauft werden, ein Urteil, das sinngleich umgekehrt auch der
Wortwahl "Verkauf eines Spreads" zusteht dafür, dass Futures im nahen
Termin verkauft und andere im fernen Termin gekauft werden*.
Stattdessen sollte besser von "Eingehen eines (...-)
Spreads" (engl. "to enter (into) a spread", "to
put on a spread", "to do a spread"), oder vorteilhafter noch,
von "Aufbau einer (...-)
Spread-Position" gesprochen werden.
[* In der Praxis
wird hie und da gleichwohl von der etwas verfänglichen Wortwahl "Kauf"
bzw. "Verkauf" eines Spreads Gebrauch gemacht, etwa folgendermaßen:
"Der Kauf eines Spread bedeutet, dass eine frühere Komponente ge- und
eine spätere verkauft wird". Nach dieser Auffassungsweise werden den
Begriffen "Kauf" und "Verkauf" eine andere als die eingebürgerte Bedeutung
unterlegt. Offenbar werden nach der vorstehenden Redeweise zwei verschiedene
Dinge unter einem Namen zusammengefasst. Denn für bare Münze genommen
ist ein Kauf an sich damit nicht nur ein Kaufgeschäft, sondern für den
Käufer gleichzeitig immer auch ein davon zu trennendes Verkaufgeschäft
eines anderen Kaufgutes! Jeder Kauf wäre demnach ein Doppelgeschäft,
dessen eine Hälfte einen Kauf, die andere einen Verkauf ausmacht. Gleiches
gilt dann sinngemäß für den Verkauf – offensichtlich eine zweideutige,
Verwirrung stiftende und die Unterschiede verwischende Terminologie.
Dieser umgeworfene Sprachgebrauch ist indes ein rein formeller und hat,
um Umschreibungen zu ersparen, eine – cum grano salis – bloß terminologische
Bedeutung. Dabei lässt sie sich wohl vornehmlich leiten von hypothetischen
Nettozahlungsströmen aus einer kombinierten Position im Zeitpunkt ihrer
Einrichtung.]
Wie
oben erörtert, werden Preise von Spreads gewöhnlich ausgedrückt in Kursdifferenzen
zwischen beiden Seiten eines Spreads – gemeinhin auch bezeichnet als
Größe eines Spreads oder auch als hinausgeschobene Basis
("calendar basis") oder kurz Spread-Basis. Änderungen
der Basis (Basisrisiko) sind das Resultat eines geänderten Zusammenwirkens
ihrer Bestimmungsfaktoren. Zu den Letzteren zählen im Einzelnen 1.)
die Nettofinanzierungskosten ("cost of carry"; die sogenannte
"carry"-Basis), die Änderungen unterworfen sein kann, und zwar
in Hinsicht auf jede einzelne ihrer Komponenten, insbesondere also bei
den Finanzierungs-, Lager-, Transport- und Versicherungskosten etc.,
sowie 2.) die Wertbasis ("value-basis"),
die zu einem sehr namhaften Teil auf nicht quantifizierbaren "psychischen"
Faktoren und anderen "Marktunvollkommenheiten" beruht, und endlich –
indes nur im Falle von Konsumgütern – 3.) die sog. "convenience
yield", also der "Vorteilszins", der aus der unmittelbaren
physischen Herrschaft über ein Gut erwächst. Wir erhalten sonach die
folgende Gleichung:
Spread
= Kursdifferenz: "früher Terminmonat" minus "später Terminmonat"
= Unterschied der Nettofinanzierungskosten plus Unterschied der
Wertbasis plus Unterschied der "convenience yield", all das gerechnet
auf die Zeitspanne zwischen den angehenden Terminen.
Ein positiver
Zahlenwert bei einem untersuchten "time"-Spread ist Ausdruck für einen
"umgekehrten
Markt" ("backwardation" im strengen Sinne). Ein solcher erhält
sein Gepräge unzweifelhaft vom Vorwalten eines Vorteilszinses. Ein negativer
Wert bei einem Spread der benannten Art dagegen ist kennzeichnend für
einen "carry"-Markt von mehr oder minder geringem Einschlag einer "convenience
yield". Im letztgenannten Fall sind es die
Haltekosten, die den maßgeblichen
Faktor abgeben. Der Spread zwischen zwei endlichen Terminen kann jedoch
aus Arbitragegründen nicht beliebig groß ausfallen. Der größtmögliche
ziffermäßige Abstand zwischen einem beliebigen späten Terminkurs und
einem beliebigen ihm voraufgehenden Terminkurs innerhalb ein und desselben
untersuchten Futuresmarktes bewahrfähiger Güter gehorcht zu jedem beliebigen
Betrachtungszeitpunkt einmal mehr der "cost of carry"-Beziehung der
Preise. Demgemäß können wir in Anlehnung an die allgemeine
Formel zur
Bepreisung von Futures auf bewahrsame Marktobjekte die folgende
Ungleichung aufstellen:
F0,2 ≤ F0,1
(1
+ c)
;
mit F0,1: Futureskurs des frühen Termins; F0,2:
Futureskurs des späten Termins, jeweils zum Zeitpunkt t = 0; c: Haltekosten
"cost of carry", ausgedrückt als Kostensatz je Einheit, die entstehen,
um das fragliche Gut vom Zeitpunkt t = 1 bis zum Zeitpunkt t = 2 zu
bewahren.
In jenen
Finanzmärkten, in denen weder Lager- oder Versicherungskosten etc. noch
eine Verfügbarkeitsrendite eine große Rolle spielen, gibt der Spread,
prozentual genommen, grob und schlicht den Terminzinssatz ("implied
repo rate") des jeweiligen Referenzzeitraums wider. Eine vergleichbare
Analyse und Interpretation von entsprechenden Spreads in den Warenterminmärkten
dagegen gestaltet sich wegen einer Reihe zusätzlich zu berücksichtigender
Elemente weitaus verwickelter. Die Schwierigkeit liegt insbesondere
darin, die Entwicklung der beiden Komponenten Wertbasis und Vorteilszins
halbwegs verlässlich vorauszusehen und gebührend einzukalkulieren. Ihre
Schwankunken bilden den wesentlichen Bestimmungsgrund für die Variabilität
(das Basisrisiko) von Commodity-Spreads. Vom ökonomischen Standpunkt
fällt dem Preis-Spread, ebenso wie der Cash-Basis oder dem Futures-Preis
für sich, eine eigene wichtige Funktion zu: Er vermittelt nämlich einen
Anhaltspunkt für den erwarteten "fairen" Wertverlauf im Markt des betreffenden
Bezugsgutes zwischen den einzelnen Futures-Terminen.
Als besondere
Vorteile, die der Handel mit Spreads darbietet, sind im Einzelnen hervorzuheben,
dass 1.) einem einmal aufgenommenen Trend in Spreads – da ökonomisch
in höherem Grade fundiert – die ihn charakterisierende Erscheinungsform
typischerweise durch eine längere Zeitspanne stabiler anhaftet als dies
bei einem erkannten Trend in herkömmlichen Solo-Positionen regelmäßig
zu beobachten ist (Nachhaltigkeit und Beharrlichkeit eines Trends),
und zwar ohne dass dabei die Notwendigkeit besteht, die Richtung der
Preisentwicklung im einbezogenen Markt vorherzusehen, 2.) ein Trend
in Spreads gewöhnlich in "ruhigeren, verlässlicheren Bahnen" verläuft,
als dies generell von Einzelpositionen behauptet werden kann (er somit
eine geringere Volatilität
bei höherer Persistenz aufweist), was wiederum zur Folge hat, dass das
Trading 3.) nun nicht mehr eine ansonsten notwendige keine Unterbrechung
duldende, oftmals unverhältnismäßig viel Zeit bindende persönliche Handelsbereitschaft
und durchgängige mechanische Verfolgung von "real-time"-Kursen abverlangt.
Ein Erfolg versprechender Trading-Ansatz ist bei Spreads sogar allein
auf Basis von Tagesschlusskursen möglich. Hierdurch lassen sich Futures
ganz neuen, selbst längerfristig orientierten Anlegerschichten nutzbar
machen.
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Trading mit Spreads
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Spreads
in Futures genießen im Allgemeinen den Ruf eines eher konservativen
Tradings, denn sie bieten Zugang zu einer ganzen Zahl von fein nuancierten
Trading-Strategien, denen allesamt ein verhältnismäßig geringes Risiko
innewohnt, verglichen mit Positionen in alleinstehenden Finanzderivaten.
Grundvoraussetzung für einen soliden und einträglichen Ansatz im Trading
mit Spreads sind fundierte realwirtschaftliche als auch technische Spezialkenntnisse
jener Märkte, in denen Spreads zu handeln beabsichtigt werden. Um die
besonderen Chancen, die der Handel mit Spreads in Aussicht stellt, erfolgreich
wahrzunehmen, sollte unzweifelhaft Klarheit darüber bestehen, welche
der bekannten verschiedenartigen, oft vielfach ineinander verschlungenen
ökonomischen, politischen, sozialen usw. Einflussgrößen ursächlich und
bestimmend sind für den Zusammenhang zwischen den Preisen in den Partikulärmärkten
eines in Aussicht genommenen Spreads – die sich an ihnen ereignenden
relativen Änderungen im Zeitablauf mit einbezogen.
Um zunächst
einen Überblick über bisherige Höchst- und Tiefststände im gewählten
Spread zu gewinnen, und um sich – a prima vista – damit zumindest einen
pauschalen Eindruck vom Gang der möglichen Preisentwicklungen in den
zu handelnden Märkten zu verschaffen, bietet sich nun als Ausgangspunkt
eine vergleichende Analyse historischer Kursverläufe anhand geeigneter
Chart-Bilder an. Ist schon dem bloßen Eindruck des Augenscheins nach
eine Gleichläufigkeit der Kurse gegeben, so schließt sich daran eine
eingehendere Untersuchung und eine kritische Würdigung der in Diskussion
stehenden Märkte mithilfe bewährter Methoden an, von denen einige im
Folgenden näher vorgestellt werden sollen. Vom Ergebnis der Untersuchung
hängt insbesondere ab, ob ein Markt unter Timing-Gesichtspunkten für
ein Spread-Trading derzeit überhaupt in Betracht kommt, und wenn dies
zu bejahen ist, welche
Art von Spread
unter der herrschenden Konstellation an technischen und ökonomischen
Faktoren zweckmäßigerweise in die engere Wahl gezogen werden soll.
Mit besonderer
Vorliebe wird im Idealfall eines sogenannten "full carrying charge
market" der "bull"-Spread bedacht – d.
i. eine Marktsituation, in der die
Terminkurse der bezüglichen Ware
("commodity prices") sämtliche Lagerhaltungs- und sonstige Finanzierungskosten
(= "cost of carry") in ihrer vollen Höhe getreu und unmittelbar
widerspiegeln. Abgesehen von einem jähen Anstieg der "cost of carry"
ist das Verlustrisiko eines Spread-Traders hier insoweit minimal, als
ein Kursanstieg über die im Terminkurs bereits enthaltene Prämie ("premium",
"contango") hinaus als sehr wenig wahrscheinlich gilt*.
Somit erhält der Trader zwar die Chance auf Kursgewinne im Long-Bestandteil
seines Spreads, wohingegen kaum mehr mit einem unerwünschten überverhältnismäßigen
Kursanstieg im späteren Terminmonat, der den Short-Bestandteil des Spreads
bildet, zu rechnen ist. Entwickelt sich aus dieser Situation heraus
ein "umgekehrter Markt", ist der Gewinn in diesem Spread in seiner Höhe
sogar theoretisch unbegrenzt. Das Verlustrisiko dagegen ist von vornherein
eng begrenzt, weil ein Aufpreis über die "full carrying charges"
hinaus einen dazu gegenläufigen Anpassungsvorgang zur Folge hätte. Zahllose
Arbitrageure – i. d. R. sind
dies sog. "commercials", die ihre Märkte sehr gut kennen – wären nun
sofort zur Stelle, um unter hohem Handelsvolumen ("volume") Futures
im zeitnahen Termin reaktionsschnell zu kaufen und solche gleichzeitig
im zeitfernen Termin genauso schnell zu verkaufen, was sehr rasch wieder
zu einer Verschmälerung ("narrowing") des Spreads führen würde
("forward cash and carry arbitrage"). Eine derartige (ungleichgewichtige)
Marktsituation könnte infolge davon nicht lange Bestand haben. Der vorstehend
beschriebene Typ von Spread wird nicht zuletzt deshalb füglich auch
als "limited risk spread" bezeichnet.
[* Achtung:
Prinzipiell unbegrenzt ist das Verlustrisiko indes bei "bull"-Spreads
auf nicht-lagerfähige Waren, wie z.
B. auf Flüssigmilch, lebende Schweine oder
lebende Rinder.
Die diesen Märkten eigene innere Preisstruktur von Terminen ist aller
Erfahrung nach in einem Maße aufgelockert, dass jeder einzelne Termin
derselben sich praktisch als eigenständiger Markt auffassen lässt.]
Der Inhaber eines "bear"-Spreads
trägt im Allgemeinen ein Risiko von deutlich höheren Prozenten als der
Halter eines "bull"-Spreads. Die dahinterliegende Ursache ist in einem
prinzipiell unbeschränkten Verlustrisiko bei leerverkauften Futures-Kontrakten
auszumachen. Während die Gewinnchance für den Halter eines "bear"-Spreads
begrenzt ist durch das Erreichen eines "full carrying charge market",
besteht demgegenüber grundsätzlich keine Begrenzung im Hinblick auf
steigende Marktpreise im Spotmonat (d.
h. in der Höhe des Abschlags ("discount") des Futureskurses
beim späteren Termin gegenüber dem Marktpreis im "nearby" bzw. der Höhe
der "convenience
yield" zwischen den Terminen). Hat sich aktuell im Terminmarkt eines
aufspeicherbaren Gutes ein "normaler Markt" ("contango market")
herausgebildet, so ist es mehr denn je ratsam, einen "bear"-Spread hier
nur mit äußerstem Bedacht und unter großer Umsicht einzusetzen.
Doch
von welchem Gesichtspunkt aus wird die Wahl unter mehreren zur Auswahl
stehenden Spreads letztlich getroffen werden? – Die Vorgehensweise zur
Beurteilung der Vorteilhaftigkeit einzelner Spreads knüpft an die Berechnung
ihrer Basen an: "früher Termin minus später Termin". Nachdem
die untersuchten Spread nun in ihren jeweiligen Zahlenwerten vorliegen,
werden diese anschließend zum Zwecke der Vergleichbarkeit auf einen
Monat normiert, d. h. Division
des absoluten Spreads durch die Anzahl der Monate zwischen Long- und
Short-Position. Beim Dezember10/August10 Heizöl-"bear"-Spread wäre beispielsweise
durch 4 zu teilen, da zwischen August und Dezember des Jahres insgesamt
4 Monate liegen. Um schließlich Aussagen über die Vorteilhaftigkeit
in Hinblick auf eine konkrete Anlageentscheidung treffen zu können,
werden die so berechneten relativen Spreads in einem letzten Schritt
der Größe nach geordnet. Hiernach genießt derjenigen "bear"-Spread den
Vorzug vor allen anderen Spreads gleichen Typs, welcher den höchsten
Wert für den Preisspread (die stärkste Basis) pro Monat aufweist. Richtet
sich das Augenmerk an den Märkten hingegen auf eine entsprechende Strategie
unter Verwendung von "bull"-Spreads, so fällt die Wahl umgekehrt auf
den niedrigsten Preisspread (die schwächste Basis) pro Monat.
Beispiel:
Folgende Terminkurse des Heizöl-Futuresmarktes
(NYMEX Heating Oil
No. 2) liegen vor (alle Angaben in US-Dollar und Cent pro
Gallone):
|
Terminmonat |
Futureskurs |
| Oktober04 |
0,8192 |
| November04 |
0,8215 |
| Dezember04 |
0,8245 |
| Januar05 |
0,8252 |
| Februar05 |
0,8176 |
Berechnung des vorteilhaftesten
"bear"-Spreads unter den folgenden Alternativen:
Nov./Okt.: – 0,0023/1 =
– 0,0023
Dez./Okt.: – 0,0053/2 =
– 0,00265
Jan./Okt.: – 0,0058/3 =
– 0,002
Feb./Okt.: – 0,0016/4 =
– 0,0004
Dez./Nov.: – 0,003/1 =
– 0,003
Jan./Nov.: – 0,0037/2 =
– 0,00185
Feb./Nov.: + 0,0039/3 =
+ 0,0013
Da letzterer "bear"-Spread
mit +0,0013 die stärkste Basis aufweist, ist demnach der Februar05/November04-Spread
hier eindeutig der vorteilhafteste unter den oben aufgeführten Alternativen.
Angenommen, der Spread-Trader geht den Februar05/November04-Spread
zu den oben angeführten Kursen ein: Er kauft 5 Februar05-Heizöl-Futures
zu 0,8176 US-$ und verkauft gleichzeitig 5 November04-Heizöl-Futures
zu 0,8215 US-$. Eine gewisse Zeit später schließt er seine Position
in "bear"-Spreads wieder, wobei im November04-Heizöl-Futures ein Kurs
von 0,8310 US-$ und im Februar05-Heizöl-Futures von 0,8295 US-$ realisiert
wird. Die Brokergebühren für Spread-Geschäfte sind einheitlich mit 7
US-$ pro "round turn"
anzuschlagen. Welches Ergebnis hat der Spread-Trader erzielt?
Lösung:
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Terminmonat |
Kaufkurs |
Verkaufskurs |
Differenz |
| November04 |
0,8310 |
0,8215 |
– 0,0095 |
| Februar04 |
0,8176 |
0,8295 |
+ 0,0119 |
|
Ergebnis:
|
+ 0,0024 |
Der Gewinn aus jenem Spread beträgt demnach 0,0024
US-$ pro Gallone Heizöl. Da ein Heizöl-Futures bekanntlich 42000
U.S. Gallonen (= 1000
Barrels) Heizöl umfasst,
errechnet sich ein Gewinn pro Spread von 42000
× 0,0024 US-$ = 100,80 US-$. Insgesamt wurden 5 Spread-Positionen eingegangen.
Dies ergibt einen Bruttogewinn von 5 × 100,80 US-$ = 504 US-$. Davon
sind Brokergebühren in Höhe von 5 × 7 US-$ = 35 US-$ abzuziehen, wonach
ein Nettogewinn vor Steuern von 469 US-$ ausgewiesen
wird.
Abschließende Bemerkungen:
In Ansehung
der erhöhten Komplexität und der eigentümlich komplizierten Natur, die
dem Handel mit Spreads unleugbar anhaftet, ist der wackere angehende
Spread-Trader wohlberaten, statt auf eigene Faust frischweg zur wirklichen
Tat zu schreiten sich zunächst mit den Grundlagen gewöhnlicher (isolierter)
Futures-Positionen, vorweg aber auch mit den Besonderheiten bei der
Ordererteilung von Spreads, sorgfältig und umfassend vertraut zu machen.
Ebenso unzweifelhaft ist vor einem Einstieg in das Spread-Trading ein
solides, grundlegendes Verständnis des theoretischen
Zusammenhangs zwischen Spotmarktpreis
und der Terminstruktur von Futureskursen von höchst praktischem Nutzen.
Auf diesen Kenntnissen aufbauend eignen sich Spreads dann aber auch
glänzend selbst für den risikobewussten Einsteiger und bieten ihm mit
etwas Geschick bei verantwortbarem Risiko beste Trading-Aussichten an
den globalen Börsenplätzen.
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