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Die MIT-Order ("market-if-touched order", vereinzelt auch als "board order" bezeichnet) ist der Stopp-Order ganz ähnlich. Kennzeichnend für den Order-Typ einer "market-if-touched order" ist, dass der Händler bei der Ausformulierung seiner Order einen sogenannten MIT-Limitkurs setzt. Dem MIT-Limitkurs kommt eine Auslösefunktion ("trigger") zu in derselben Weise, wie dem Stopp-Kurs bei einer Stopp-Order: Um die Ausführung der MIT-Order in Gang zu setzen, muss sie zunächst erst durch eine entsprechende Marktbewegung aktiviert werden. Die Aktivierung kommt allein und ausschließlich unter der Voraussetzung zustande, dass der Markt den vom Investor benannten MIT-Limitkurs vollständig zu erreichen bzw. zu durchschreiten vermag. Auf diese Weise einmal aktiviert, wandelt sich die MIT-Order sodann augenblicklich und automatisch in eine Marktorder*. Nach Aktivierung der MIT-Order durch den Markt und Wandlung zur Marktorder ist diese freilich nun nicht mehr an den für ihre Auslösung maßgebenden MIT-Limitpreis gebunden. Sie wird zum nächstbesten Marktpreis Berücksichtigung finden ("matching"). [* Zur Familie der "If-touched"-Orders gehört überdies die "limit-if-touched order" (LIT-Order). Diese wandelt sich nach Aktivierung entsprechend in eine Limitorder zum anbei genannten Limitpreis.] Der Hauptunterschied der MIT-Order zur Stopp-Order besteht aus technischer Sicht in der Relation des MIT-Limitkurses zum aktuellen Marktpreis im Zeitpunkt der Ordererteilung: Handelt es sich hierbei um eine Verkaufs-MIT-Order ("sell MIT order"), so muss der MIT-Limitkurs über dem aktuellen Marktpreis gesetzt werden; handelt es sich dagegen um eine Kauf-MIT-Order ("buy MIT order"), so muss der MIT-Limitkurs unterhalb des aktuellen Marktpreises fixiert werden. Eine Verkaufs-MIT-Order etabliert regelmäßig eine neue Verkaufsposition (Short) bzw. schließt eine offene Kaufposition (Long), wohingegen eine Kauf-MIT-Order eine neue Long-Position aufbaut bzw. eine bestehende Short-Position schließt. Beispiel: "Buy 1 August12 Gold at 1450 even (glatt), market-if-touched"; diese Order sei in jenem Augenblick formuliert und an die Börse weitergeleitet, wo der Marktpreis des betreffenden August 2012 Gold-Futures bei 1450,40 (US-$/Feinunze) liegt. Der Futures-Trader beabsichtigt, Gold-Futures zu einem für ihn besseren Kurs unterhalb des derzeitigen Marktpreisniveaus zu erwerben ("entry"). Ein denkbares Motiv für seine Strategie mag die gehegte Vermutung sein, der Markt habe auf dem gegenwärtigen Kursniveau um 1450 US-$ seinen vorläufigen Tiefpunkt gesehen, was die Aussicht auf einen unmittelbar bevorstehenden Kursanstieg wahrscheinlich macht. Zwar könnte er auch eine Marktorder erteilen und damit sofort eine Long-Position im Goldmarkt beziehen, doch verspricht er sich von der Platzierung einer MIT-Order einen wenn auch nur um eine Kleinigkeit niedrigeren (besseren) Kaufkurs. Die Gefahr eines solchen Taktierens besteht jedoch für den Händler darin, dass der Markt schon vor Erreichen der 1450-US-$-Marke wieder dreht, und er somit bei weiter steigenden Kursen seinen gewünschten Einstieg verpasst; denn solange die Kursnotiz des August 2012 Gold-Futures über 1450 US-$ liegt, bleibt die MIT-Order unangetastet in den Auftragsbüchern vermerkt. Fällt jedoch der August-Gold-Futureskurs, sodass Abschlüsse zu 1450US-$ oder darunter wirklich zustande kommen, so wird die MIT-Order hierdurch aktiviert, wandelt sich damit augenblicklich von selbst in eine Kauf-Marktorder und wird dementsprechend schnellstmöglich zum nächstbesten Kurs im Markt zur Ausführung gelangen. Sonach kann der tatsächlich erzielte Kurs des Futures-Geschäftes (Abschlusspreis) de facto ebenso gut über den gesetzten MIT-Limitkurs von 1450US-$ hinausgehen als unter ihm zurückbleiben als diesem beiläufig äqual sein. Da MIT-Orders als solche nach ihrer Aktivierung selbsttätig zu Marktorders werden, und Marktorders bekanntlich zum nächsten erreichbaren Kurs ausgeführt werden, empfiehlt es sich, in Märkten von schwachem Verkehr (geringer Liquidität) MIT-Orders nur mit gründlichem Bedacht einzusetzen oder statt ihrer fallweise doch besser Limitorders zu verwenden. Andererseits hat eine MIT-Order gegenüber einer Limitorder der Vorteil voraus, dass nach Erreichen des anvisierten Kursziels ihre Ausführung wahrscheinlicher wird, während Letztere unter sonst gleichen Umständen sehr wohl unausgeführt bleiben kann. MIT-Orders haben ebenso wie Stopp-Orders einen geringeren Prioritätsrang als Marktorders, d.h. sie haben im Marktprozess erst dann Anrecht auf Berücksichtigung, nachdem alle übrigen noch ausstehenden Marktorders zuvor erledigt werden konnten. Allein aufgrund der höheren Priorität von MIT-Orders gegenüber den Limitorders umgeht der Händler die Gefahr, eine wünschenswerte Ausführung schlicht deshalb zu verpassen, weil der Marktpreis sich nur für einige wenige Augenblicke exakt auf dem Niveau des Limitpreises hat halten, dieses aber nicht durchschreiten können. Im Falle einer Limitorder wäre es unter diesen Umständen womöglich gar nicht zu einer Ausführung gekommen.
Fazit: MIT-Orders sind den Stopp-Orders sehr ähnlich. Erstere werden in praxi jedoch überwiegend zum Aufbau neuer Positionen verwandt. Ein Händler, der eine MIT-Order erteilt, tut dies in der Absicht, dass bei Erreichen eines vorher festgelegten Kursniveaus seine Order unverzüglich zur Ausführung gelangen möge, wobei allerdings − anders als etwa bei einer Limitorder − die Möglichkeit nicht per se auszuschließen ist, dass der am Märkt erhältliche Kurs hinter dem eigentlich beanspruchten Ausführungskurs zurückbleibt. Der Hauptunterschied in technischer Hinsicht zur Stopp-Order besteht darin, dass MIT-Limitkurse spiegelbildlich zu den Stopp-Kursen platziert werden.
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