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MIT-Order ("market-if-touched order")

 

Die MIT-Order ("market-if-touched order", vereinzelt auch als "board order" bezeichnet) ist der Stopp-Order ganz ähnlich. Bei der Ordergabe einer "market-if-touched order" setzt der Investor einen sogenannten MIT-Limitkurs. Einem solchen MIT-Limitkurs kommt prinzipiell die gleiche Auslösefunktion zu wie dem Stopp-Kurs bei einer Stopp-Order: Um die Ausführung in Gang zu setzen, muss die MIT-Order zunächst erst durch eine entsprechende Marktbewegung aktiviert werden. Die Aktivierung kommt nur unter der Voraussetzung zustande, dass der Markt den vom Investor benannten MIT-Limitkurs zu erreichen bzw. zu durchschreiten vermag. Auf diese Weise einmal aktiviert, wandelt sich die MIT-Order sodann augenblicklich und automatisch in eine Marktorder. Nach Aktivierung der MIT-Order ist die Order damit nicht mehr an den sie auslösenden Limitpreis gebunden.

Der Hauptunterschied der MIT-Order zur Stopp-Order besteht aus technischer Sicht in der Relation des MIT-Limitkurses zum aktuellen Marktpreis im Zeitpunkt der Ordererteilung: Handelt es sich hierbei um eine Verkaufs-MIT-Order ("sell MIT order"), so muss der MIT-Limitkurs über dem aktuellen Marktpreis gesetzt werden; handelt es sich dagegen um eine Kauf-MIT-Order ("buy MIT order"), so muss der MIT-Limitkurs unterhalb des aktuellen Marktpreises fixiert werden.

Eine Verkaufs-MIT-Order etabliert regelmäßig eine neue Verkaufsposition (Short) bzw. schließt eine offene Kaufposition (Long), wohingegen eine Kauf-MIT-Order eine neue Long-Position aufbaut bzw. eine bestehende Short-Position schließt. Beispiel:

"Buy 1 August10 Gold at 1150 even (glatt), market-if-touched"; diese Order sei in jenem Augenblick formuliert, wo der Marktpreis des betreffenden August 2010 Gold-Futures bei 1150,40 (US-$/Feinunze) liegt. Der Futures-Händler beabsichtigt, Gold-Futures zu einem für ihn besseren Kurs unterhalb des derzeitigen Marktpreisniveaus zu erwerben. Ein denkbares Motiv hierfür mag sein, dass der Investor die Vermutung hegt, der Markt habe auf dem gegenwärtigen Kursniveau um 1150 US-$ seinen vorläufigen Tiefpunkt gesehen, in Aussicht auf einen unmittelbar bevorstehenden Kursanstieg.

Zwar könnte er auch eine Marktorder erteilen und damit sofort eine Long-Position im Goldmarkt beziehen, doch verspricht er sich von der Platzierung einer MIT-Order einen etwas niedrigeren (besseren) Kaufkurs. Die Gefahr eines solchen Taktierens besteht für den Investor jedoch darin, dass der Markt schon vor Erreichen der 1150-US-$-Marke wieder dreht, und er somit bei steigenden Kursen seinen gewünschten Einstieg verpasst; denn solange die Kursnotiz des August 2010 Gold-Futures über 1150 US-$ liegt, bleibt die MIT-Order unangetastet in den Auftragsbüchern vermerkt.

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Fällt jedoch der August-Gold-Futureskurs, sodass Abschlüsse zu 1150 US-$ oder darunter tatsächlich zustande kommen, so wird die MIT-Order hierdurch aktiviert, wandelt sich damit augenblicklich und automatisch in eine Kauf-Marktorder und wird dementsprechend schnellstmöglich zum nächstbesten Kurs im Markt zur Ausführung gelangen. Damit kann der erzielte Kurs des Futures-Geschäftes de facto ebenso gut relativ höher oder niedriger zum MIT-Limitkurs von 1150 US-$ liegen als auch äqual zu ihm sein.

Da MIT-Orders als solche nach ihrer Aktivierung von selbst zu Marktorders werden, und Marktorders bekanntlich zum nächsten erreichbaren Kurs ausgeführt werden, empfiehlt es sich, in Märkten von schwachem Verkehr (geringer Liquidität) MIT-Orders nur mit genauem Bedacht einzusetzen oder statt ihrer fallweise doch besser Limitorders zu verwenden. Andererseits hat eine MIT-Order gegenüber einer Limitorder der Vorteil voraus, dass nach Erreichen des anvisierten Kursziels ihre Ausführung wahrscheinlicher ist, während Letztere unter sonst gleichen Umständen ebenso wohl auch unausgeführt bleiben kann.

MIT-Orders haben ebenso wie Stopp-Orders einen geringeren Prioritätsrang als Marktorders, d. h. sie werden erst dann im Marktprozess berücksichtigt, nachdem alle anderen noch ausstehenden Marktorders zuvor ausgeführt werden konnten. Aufgrund der höheren Priorität von MIT-Orders gegenüber Limitorders umgeht der Investor jedoch die Gefahr, eine wünschenswerte Ausführung allein deshalb zu verpassen, weil sich der Marktpreis nur für einige wenige Augenblicke exakt auf dem Niveau des Limitpreises hat halten, dieses aber nicht durchschreiten können. Im Falle einer Limitorder wäre es hierbei möglicherweise gar nicht zu einer Ausführung gekommen.

 

Fazit: MIT-Orders sind den Stopp-Orders sehr ähnlich. Jedoch werden Erstere in praxi überwiegend zum Aufbau neuer Positionen verwandt. Ein Händler, der eine MIT-Order erteilt, tut dies in der Absicht, dass bei Erreichen eines vorher festgelegten Kursniveaus seine Order unverzüglich zur Ausführung gelangen möge, wobei − anders als etwa bei einer Limitorder − die Möglichkeit nicht per se auszuschließen ist, dass der am Märkt erhältliche Kurs hinter der eigentlich gewünschten Ausführung zurückbleibt. Der Hauptunterschied in technischer Hinsicht zur Stopp-Order besteht darin, dass MIT-Limitkurse spiegelbildlich zu den Stopp-Kursen platziert werden.

 

 

 

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2010 Bert H. Deiters
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Stand: 01. Juni 2010. Alle Rechte vorbehalten.