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   Stopp-Limitorder ("stop limit order")

 

Durch den Gebrauch einer herkömmlichen Stopp-Order setzt der Auftraggeber sich regelmäßig der Gefahr aus, dass der im laufenden Marktverkehr tatsächlich erzielte Abschlusspreis sich vom gesetzten Punkt auf der Preisskala (dem Stopp-Kurs) weiter entfernt als ihm lieb ist. Um eben jene an der Verwendung einer Stopp-Order hängende Unsicherheit über den effektiv erzielbaren Kurs besser in den Griff zu bekommen, wurde die Stopp-Limitorder erschaffen. Diese zeichnet sich aus durch eine ebenso praktikable wie sinnvolle Verknüpfung einer Stopp-Order mit einer Limit-Order zu einer einheitlichen Order.

Zur korrekten und unmissverständlichen Formulierung einer Stopp-Limitorder wird daher erfordert, zwei Arten von Kursen separat aufzuführen, nämlich: 1.) einen Stopp-Kurs ("trigger price") und 2.) einen Limit-Kurs.

Ihrer Beschaffenheit nach lässt sich eine Stopp-Limitorder an den Terminmärkten grundsätzlich so gut für Kauf- ("long") wie für Verkaufszwecke ("short") nutzen. In Bezug auf die Festlegung des Stopp-Kurses gilt für den Kauf wie für den Verkauf das zur Stopp-Order Gesagte ganz analog: Im Falle einer Verkaufs-Stopp-Limitorder ("sell-stop-limit order") muss der Stopp-Kurs unterhalb des aktuellen Marktpreises fixiert werden; handelt es sich hingegen um eine Kauf-Stopp-Limitorder ("buy-stop-limit order"), so muss der Stopp-Kurs über dem aktuellen Marktpreis gesetzt werden.

Für die Festlegung des Stopp-Kurses einer Stopp-Limitorder gelten somit die gleichen Vorbedingungen wie für eine gewöhnliche Stopp-Order. Entsprechendes gilt für die Festlegung des Limitkurses einer Stopp-Limitorder. Für ihn gelten auch wieder die gleichen Voraussetzungen wie wie von einer herkömmlichen Limitorder. Es empfiehlt sich daher, vor dem praktischen Gebrauch einer Stopp-Limitorder genügend vertraut zu sein sowohl mit den Details und Anwendungsvoraussetzungen von Stopp-Orders als auch mit denjenigen von Limitorders. Beispiel:

Der Preis des August2012 COMEX-Gold-Futures (Produktkürzel: GC) wird mit 1288 (US-$/Feinunze) notiert. Ein Händler erwartet, dass nach Durchbrechen der 1290er-Marke in diesem Markt eine Fortsetzung des Kursanstiegs folgt. Er erteilt demgemäß die folgende Order: "Buy 3 August12 Gold at 1290 Stop, 1291 Limit". Hier an unserem Beispiel wird ein weiteres Mal deutlich, dass eine Stopp-Limitorder sich durchwegs aus zwei zu unterscheidenden Kursangaben zusammensetzt, nämlich aus dem Ansatz eines Stopp-Kurses und eines Limit-Kurses.

Vermag nun der laufende Börsenterminkurs in weiterer Folge die Höhe des vom Händler gesetzten Stopp-Kurses ("trigger price") seiner eingereichten Stopp-Limitorder ziffermäßig ganz zu erreichen oder endlich zu durchkreuzen, so wandelt sich die Stopp-Limitorder augenblicklich und automatisch um zu einer herkömmlichen Limitorder (im Falle einer Stopp-Limitorder also niemals zu einer Marktorder!), und zwar gerade so, und zwar gerade so, dass das in ihr zuvor benannte preisliche Limit als Limitkurs im Markt zum Tragen kommt. Das hat zur Konsequenz, dass eine sich hieran schließende Ausführung der Stopp-Limitorder im Marktgeschehen immer nur zum Limitkurs oder zu einem für den Auftraggeber besseren Kurs möglich ist.

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Der Unterschied zwischen einer Stopp-Limitorder und einer Stopp-Order liegt demgemäß darin, dass sich eine Stopp-Limitorder – nachdem sie zuvor durch eine entsprechende Marktbewegung ausgelöst worden ist – in eine Limitorder verwandelt, während eine Stopp-Order sich unter dieser Voraussetzung dagegen stets in eine Marktorder wandelt. Eine Stopp-Limitorder lässt sich daher auch als "bedingte Limitorder" kennzeichnen.

Konkret gesprochen: Eine Kauf-Stopp-Limitorder, bei der, wie erwähnt, der Stopp-Kurs über dem aktuellen Marktpreis fixiert wird, wandelt sich immer dann zu einer Limitorder, wenn a.) zum genannten Stopp-Kurs Umsatz zustande kommt, oder b.) wenn Nachfrage zu oder über dem genannten Stopp-Kurs entsteht ("bid at or above the stop price"). Zur Orderzusammenführung ("matching") selbst kommt es indes nur unter der Voraussetzung, dass der Marktpreis im Anschluss an die Aktivierung der Stopp-Limitorder den vom Investor gesetzten Limitkurs in seiner Höhe nicht überschreitet.

Eine Verkaufs-Stopp-Limitorder, bei der der Stopp-Kurs stets unterhalb des aktuellen Marktpreises fixiert wird, wandelt sich immer dann zu einer Limitorder, wenn a.) zum genannten Stopp-Kurs Umsatz zustande kommt, oder b.) wenn Angebot zu oder unterhalb des genannten Stopp-Kurses entsteht ("offered at or below the stop price"). Zur Orderzusammenführung selbst kommt es indes nur unter der Voraussetzung, dass der Marktpreis im Anschluss an die Aktivierung den vom Investor gesetzten Limitkurs in seiner Höhe nicht unterschreitet.

Anwendung findet die Stopp-Limitorder – vergleichbar der Stopp-Order – hauptsächlich in folgenden Marktsituationen:

  1. zur Öffnung einer neuen Position,

  2. zur Begrenzung von Verlusten einer bereits bestehenden Position (jedoch weniger empfehlenswert!), und

  3. zur Absicherung eines Buchgewinns aus einer offenen Position,

wobei die Stopp-Limitorder tendenziell öfter in weniger liquiden und/oder stark schwankenden Märkten anzutreffen ist.

Aber auch vor Beginn des Börsenhandels, besonders dann, wenn mit relativ starken und unberechenbaren Kursbewegungen gerechnet werden muss, verdienen Stopp-Limitorders i. Allg. den Vorzug vor einfachen Stopp-Orders. Doch Vorsicht: Bei plötzlichen, extrem starken Kursausschlägen in diese oder jene Richtung, insbesondere bei "limit-up"- bzw. "limit-down"-Bewegungen, verfehlt die Stopp-Limitorder jedoch nicht selten ihre beabsichtigte Wirkung.

Als Faustregel gilt hierbei zudem: Je schneller Sie aus einem Markt heraus wollen (müssen), also je dringlicher eine Position glattzustellen ist, desto weniger empfiehlt es sich, von einer Stopp-Limitorder Gebrauch zu machen. Hierzu folgende Beispiele:

Eine Kauf-Stopp-Limitorder möge lauten: "Buy 1 August12 Gold COMEX at 1290 Stop, 1291 Limit". Solange der August12-Gold-Futures unter 1290 US-$ notiert, passiert zunächst nichts. Kommen jedoch Abschlüsse zu 1290 US-$ oder darüber zur Entstehung, so wird die Kauf-Stopp-Limitorder automatisch aktiviert und tritt damit über in eine Limitorder mit einem Limit-Kaufkurs von 1291 US-$.

"Sell 3 September12 Silver at 2300, Stop Limit". In diesem Fall sind Stopp-Kurs und Limit-Preis von identischer Höhe. Wird der Silber-Futures zu 2300 US-¢ oder zu tieferen Kursen gehandelt, so wird die Verkaufs-Stopp-Limitorder dadurch zu einer Verkaufs-Limitorder mit einem Limit-Preis von 2300 US-¢. Hierbei besteht jedoch die nicht gering anzuschlagende Gefahr, dass die Order zwar aktiviert wird, aber nimmermehr zur Aufführung gelangt, falls der Marktpreis im weiteren Verlauf nicht wieder an das Limit bzw. einen für den Auftraggeber besseren Kurs heranreicht. Z.B. könnte der Silber-Futures hier "in einem Rutsch" von 2300,5 auf 2299 herabfallen und damit die Stopp-Limitorder sogleich auslösen. Sollte der Kursrückgang sich nun fortsetzen, ohne dass der Limitkurs von 2300 nochmals erreicht wird, so bliebe die Stopp-Limitorder infolge davon unausführbar.

Gemäß den meisten börslichen Marktmodellen besitzen Stopp-Limitorders, ebenso wie Limitorders, einen der niedrigsten Prioritätsränge unter allen verfügbaren Orderarten überhaupt, d.h. sie finden im Marktprozess an der Terminbörse dann erst Berücksichtigung, nachdem alle sonst noch ausstehenden Markt-, Stopp- und MIT-Orders vorher ausgeführt werden konnten. Ein Händler darf also frühestens dann auf eine Ausführung seines Auftrages rechnen, wenn seine Stopp-Limitorder zuvor im Handel ordnungsgemäß aktiviert wurde und der Markt daraufhin den Limitkurs noch einmal zu über- (bei Verkaufs-Stopp-Limitorders) bzw. zu unterschreiten (bei Kauf-Stopp-Limitorders) vermochte.

Fazit: Hinter dem Einsatz einer Stopp-Limitorder steht vielfach die Absicht, ein sich Einstellen von vom Stopp-Kurs stark abweichenden Ausführungskursen mit großer Verlässlichkeit unmöglich zu machen. Stopp-Limitorders sind als solche den Stopp-Orders offenbar recht ähnlich, jedoch mit dem Unterschied, dass Stopp-Limitorders sich bei ihrer Aktivierung statt zunächst in eine Markt- in eine Limitorder wandeln. Im Gegensatz zur Stopp-Order ist auch bei Auslösung durch einen Handel zum Stopp-Kurs die anschließende Ausführung einer Stopp-Limitorder indes niemals mit Sicherheit gewährleistet; denn Spielraum für die Ausführung einer Stopp-Limitorder besteht nur in den engen Grenzen zwischen dem vom Investor zuvor festgesetzten Limitkurs und dem augenblicklichen Marktpreis.

 

Aufzählung

Varianten der Stopp-Order

Trailing Stopp-Order ("Trailing Stop-Loss-Order")

Eine überaus beliebte Variante der Stopp-Order verkörpert die sogenannte Trailing Stopp-Order ("Trailing Stop-Loss-Order"). Bei der Letzteren handelt es sich um eine ansonsten gewöhnliche Stopp-Loss-Order, jedoch mit dem eigentümlichen Unterschied, dass ihr "Stop-Loss"-Kurs nicht fixiert, sondern gewissermaßen im Schlepptau des laufenden Marktpreises liegt. Analog den physikalischen Eigenschaften eines gespannten Seiles folgt jener mechanisch der Anziehung des Terminkurses im Markt, jedoch naturgemäß immer nur in einer Richtung. Bewegungen des Börsenterminpreises auf den "Stop-Loss"-Kurs zu lassen ihn auf dem alten Stand. Die Distanz, in der der "Stop-Loss"-Kurs sich mit dem Marktpreis in der bevorzugten Richtung bewegen soll, kann der Auftraggeber in absoluten Größen oder auch in Prozenten festsetzen. So wandert der "Stop-Loss"-Kurs je nach eingenommener Positionierung entweder mit nach aufwärts (Long) oder nach abwärts (Short). Im Falle einer Verkauf-Trailing Stopp-Order ("sell trailing stop order") wird der Stoppkurs in der bekannten Weise unter den herrschenden Marktpreis gesetzt und schiebt sich mit nach aufwärts, im Falle einer Kauf-Trailing Stopp-Order ("buy trailing stop order") dagegen entsprechend darüber und schiebt sich mit nach abwärts.

Der Rückgriff auf eine Trailing Stopp-Order hat den besonderen Vorteil voraus, dass ein einmal erwirtschafteter Buchgewinn aus einer gehaltenen Terminposition sich in vielen Alltagsfällen auf harmonische Weise sicher behaupten lässt, ohne dabei zugleich die Gewinnaussichten zu beschränken. Mittels einer auf die jeweilige Marktsituation wohl abgestimmten Verkauf-Trailing Stopp-Order lassen potentielle Verluste aus Kaufpositionen sich bei fallenden Marktpreisen wirkungsvoll durch den Mechanismus eines eingangs gesetzten und später mit anziehenden Preisen automatisch aufwärts versetzten "stopp-loss"-Kurses begrenzen. Zugleich lassen sich durch eben jenes selbsttätige Nachziehen des "stop-loss"-Kurses bei steigenden Kursen zufallende Gewinne nach oben offen halten und vor größeren Einbußen sichern. All dies gilt spiegelbildlich gleichermaßen für eine Kauf-Trailing Stopp-Order, welche eine Short-Position zu sichern bestimmt ist. Eine richtig platzierte Trailing Stop-Loss-Order erspart ihrem Halter auf diese Weise eine permanente Überwachung seiner offenen Posten, die ihm sonst vielleicht außer allem Verhältnis viel Zeit und Achtsamkeit abverlangen würde. Überdies macht der Rückgriff auf eine Trailing Stopp-Order eine aktive Anpassung der betreffenden Position an geänderte Marktverhältnisse weitestgehend überflüssig. Als Schwäche anzurechnen ist einer Trailing Stopp-Order jedoch der Umstand, dass der persönliche Bezug zur obwaltenden Marktsituation und deren konkreten markttechnischen Erfordernissen durch eine unbeaufsichtigt arbeitende Trailing Stopp-Order pauschal übergangen wird. – Schließlich sei nicht versäumt noch anzumerken, dass die Börsen speziell für Optionsgeschäfte im aller Regel Trailing Stopp-Orders nicht entgegennehmen werden.

Als weitere Spielarten der Stopp-Order treten die "Stop-Close-Only"-Order (SCO-Order) einerseits und die "Stop-Limit-Close-Only"-Order (SLCO-Order) andererseits auf. Bei beiden Varianten handelt es sich im Prinzip um gewöhnliche Stopp-Orders bzw. Stopp-Limitorders, indes mit der Besonderheit, dass die beiden letztgenannten ausschließlich in der sogenannten "closing range" – d.i. in einer offiziell festgelegten Zeitspanne innerhalb der letzten Handelssekunden einer jeden Börsensitzung, an Präsenzbörsen also zwischen "warning bell" und Handelsschluss – wirksam werden. Ein Durchbrechen des gesetzten Stopp-Kurses vor der Schlussperiode bleibt stets unbeachtlich. Nachteilig ist hierbei, dass nicht selten in den letzten Handelssekunden ein sogenannter "fast-market" (schneller Markt) zu beobachten ist mit der Folge, dass der tatsächlich erzielte Ausführungskurs im Falle einer "Stop-Close-Only-Order" stark vom erhofften Kurs abweichen kann bzw. dass es bei einer "Stop-Limit-Close-Only-Order" oft gar nicht erst zu einer gewünschten Ausführung kommen wird.

Daneben existiert an den Börsenmärkten noch die "Stop with Limit"-Order (SWL-Order), die weitgehend der Stopp-Limitorder gleich kommt, jedoch mit dem trennenden Unterschied, dass ihr Limit-Kurs deutlich weiter vom aktuellen Marktpreis entfernt platziert wird, womit letztlich das Gewicht auf den der eigenständigen Charakter des Limit-Bestandteils der Stopp-Limitorder gelegt werden soll.

 

 

 

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Stand: 09. Dezember 2011. Alle Rechte vorbehalten.