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Stopp-Limitorder ("stop limit order")

 

Durch den Gebrauch einer herkömmlichen Stopp-Order setzt sich der Auftraggeber regelmäßig der Gefahr aus, dass der tatsächlich erzielte Abschlusspreis im Markt sich vom gesetzten Punkt auf der Preisskala (dem Stopp-Kurs) weiter entfernt als eigentlich erwünscht. Um eben jene mit der Verwendung einer Stopp-Order verbundene Unsicherheit über den effektiv erzielbaren Kurs besser in den Griff zu bekommen, wurde die Stopp-Limitorder erschaffen: die diesbezügliche zweckerfüllende Verknüpfung einer Stopp-Order mit einer Limit-Order.

Zur korrekten und unmissverständlichen Formulierung einer Stopp-Limitorder wird erfordert, zwei Arten von Kursen separat aufzuführen, nämlich: 1.) einen Stopp-Kurs ("trigger price") und 2.) einen Limit-Kurs.

Grundsätzlich lässt sich eine Stopp-Limitorder an den Terminmärkten ebenso gut für Kauf- ("long") wie auch für Verkaufszwecke ("short") nutzen. Im Hinblick auf die Fixierung des Stopp-Kurses gilt für den Kauf wie für den Verkauf das zur Stopp-Order Gesagte ganz analog: Im Falle einer Verkaufs-Stopp-Limitorder ("sell-stop-limit order") muss der Stopp-Kurs unterhalb des aktuellen Marktpreises liegen; handelt es sich dagegen um eine Kauf-Stopp-Limitorder ("buy-stop-limit order"), so muss der Stopp-Kurs über dem aktuellen Marktpreis gesetzt werden.

Für die Festlegung des Stopp-Kurses einer Stopp-Limitorder gelten somit die gleichen Vorbedingungen wie für eine gewöhnliche Stopp-Order. Entsprechendes gilt für die Festlegung des Limitkurses einer Stopp-Limitorder. Für ihn gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei der Limitorder. Es empfiehlt sich daher, vor dem praktischen Gebrauch einer Stopp-Limitorder genügend vertraut zu sein sowohl mit den Details und Anwendungsvoraussetzungen von Stopp-Orders als auch mit denjenigen von Limitorders. Beispiel:

Der Preis des August2010 COMEX-Gold-Futures (Produktkürzel: GC) wird mit 1188 (US-$/Feinunze) notiert. Ein Investor erwartet, dass nach Durchbrechen der 1190er-Marke in diesem Markt eine Fortsetzung des Kursanstiegs folgt. Er erteilt hierzu folgende Order: "Buy 3 August10 Gold at 1190 Stop, 1191 Limit". Hier an unserem Beispiel wird ein weiteres Mal deutlich, dass eine Stopp-Limitorder sich durchwegs aus zwei zu unterscheidenden Kursangaben zusammensetzt, nämlich aus Stopp-Kurs und Limit-Kurs.

Vermag der Börsenkurs hiernach nun die Höhe des vom Händler gesetzten Stopp-Kurses ("trigger price") seiner eingereichten Stopp-Limitorder tatsächlich zu erreichen oder zu durchkreuzen, so wandelt sich die Stopp-Limitorder augenblicklich und automatisch um zu einer herkömmlichen Limitorder (im Falle einer Stopp-Limitorder also niemals zu einer Marktorder!), so zwar, dass sie mit einem Limit gleich dem zuvor benannten Limitkurs versehen ist. Eine sich hieran schließende Ausführung der Stopp-Limitorder im Markt ist infolgedessen immer nur zum Limitkurs oder zu einem für den Auftraggeber besseren Kurs möglich.

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Der Unterschied zwischen einer Stopp-Limitorder und einer Stopp-Order liegt demgemäß darin, dass sich eine Stopp-Limitorder – nachdem sie zuvor durch eine entsprechende Marktbewegung ausgelöst worden ist – in eine Limitorder verwandelt, während eine Stopp-Order sich unter dieser Voraussetzung dagegen stets in eine Marktorder wandelt. Eine Stopp-Limitorder lässt sich daher auch als "bedingte Limitorder" kennzeichnen.

Genau besehen: Eine Kauf-Stopp-Limitorder, bei der, wie erwähnt, der Stopp-Kurs über dem aktuellen Marktpreis fixiert wird, wandelt sich immer dann zu einer Limitorder, wenn a.) zum genannten Stopp-Kurs Umsatz zustande kommt, oder b.) wenn Nachfrage zu oder über dem genannten Stopp-Kurs entsteht ("bid at or above the stop price"). Zur Orderzusammenführung ("matching") selbst kommt es indes nur unter der Voraussetzung, dass der Marktpreis im Anschluss an die Aktivierung der Stopp-Limitorder den vom Investor gesetzten Limitkurs in seiner Höhe nicht überschreitet.

Eine Verkaufs-Stopp-Limitorder, bei der der Stopp-Kurs unterhalb des aktuellen Marktpreises fixiert wird, wandelt sich immer dann zu einer Limitorder, wenn a.) zum genannten Stopp-Kurs Umsatz zustande kommt, oder b.) wenn Angebot zu oder unterhalb des genannten Stopp-Kurses entsteht ("offered at or below the stop price"). Zur Orderzusammenführung selbst kommt es indes nur unter der Voraussetzung, dass der Marktpreis im Anschluss an die Aktivierung den vom Investor gesetzten Limitkurs in seiner Höhe nicht unterschreitet.

Anwendung findet die Stopp-Limitorder – vergleichbar der Stopp-Order – hauptsächlich in folgenden Marktsituationen:

  1. zur Öffnung einer neuen Position,

  2. zur Begrenzung von Verlusten einer bereits bestehenden Position (jedoch weniger empfehlenswert!), und

  3. zur Absicherung eines Buchgewinns aus einer offenen Position,

wobei die Stopp-Limitorder tendenziell öfter in weniger liquiden und/oder stark schwankenden Märkten anzutreffen ist.

Aber auch vor Beginn des Börsenhandels, besonders dann, wenn mit relativ starken und unberechenbaren Kursbewegungen gerechnet werden muss, verdienen Stopp-Limitorders i. Allg. den Vorzug vor einfachen Stopp-Orders. Doch Vorsicht: Bei plötzlichen, extrem starken Kursausschlägen in diese oder jene Richtung, insbesondere bei "limit-up"- bzw. "limit-down"-Bewegungen, verfehlt die Stopp-Limitorder jedoch nicht selten ihre beabsichtigte Wirkung.

Als Faustregel gilt hierbei zudem: Je schneller Sie aus einem Markt heraus wollen (müssen), also eine Position glattzustellen ist, desto weniger sollten Sie von Stopp-Limitorders Gebrauch machen. Dazu folgende Beispiele:

Eine Kauf-Stopp-Limitorder möge lauten: "Buy 1 August10 Gold COMEX at 1190 Stop, 1191 Limit". Solange der August-Gold-Futures unter 1190 US-$ notiert, passiert zunächst nichts. Kommen jedoch Abschlüsse zu 1190 US-$ oder darüber zur Entstehung, so wird die Kauf-Stopp-Limitorder automatisch aktiviert und tritt damit über in eine Limitorder mit einem Limit-Kaufkurs von 1191 US-$.

"Sell 3 September19 Silver at 1300, Stop Limit". In diesem Fall sind Stopp-Kurs und Limit-Preis identisch. Wird der Silber-Futures zu 1300 US-¢ oder tiefer gehandelt, so wird dadurch die Verkaufs-Stopp-Limitorder zu einer Verkaufs-Limitorder mit Limit-Preis von 1300 US-¢. Hierbei besteht die nicht gering anzuschlagende Gefahr, dass die Order zwar aktiviert wird, jedoch niemals zur Aufführung gelangt, da der Marktpreis später nicht wieder an das Limit bzw. einen für den Auftraggeber besseren Kurs heranreicht. Z. B. könnte der Silber-Futures "in einem Rutsch" von 1300,5 auf 1299 fallen und damit die Stopp-Limitorder auslösen. Sollte sich nun der Kursrückgang fortsetzen, ohne dass der Limitkurs von 1300 neuerdings erreicht wird, bliebe die Stopp-Limitorder infolge davon unausführbar.

Gemäß den meisten börslichen Marktmodellen besitzen Stopp-Limitorders, ebenso wie Limitorders, einen der niedrigstes Prioritätsränge unter allen verfügbaren Orderarten, d. h. sie finden im Marktprozess an der Terminbörse erst dann Berücksichtigung, nachdem alle sonst noch ausstehenden Markt-, Stopp- und MIT-Orders zuvor ausgeführt werden konnten. Ein Investor darf also erst dann mit einer Ausführung seines Auftrages rechnen, wenn seine Stopp-Limitorder zuvor im Handel ordnungsgemäß aktiviert wurde und der Markt daraufhin den Limitkurs noch einmal zu über- (bei Verkaufs-Stopp-Limitorders) bzw. zu unterschreiten (bei Kauf-Stopp-Limitorders) vermochte.

Fazit: Hinter dem Einsatz einer Stopp-Limitorder steht vielfach die Absicht, das sich Einstellen von vom Stopp-Kurs stark abweichenden Ausführungskursen mit Verlässlichkeit unmöglich zu machen. Stopp-Limitorders sind als solche den Stopp-Orders recht ähnlich, jedoch mit dem Unterschied, dass Stopp-Limitorders sich bei ihrer Aktivierung statt zunächst in eine Markt- in eine Limitorder wandeln. Im Gegensatz zur Stopp-Order ist auch bei Auslösung durch einen Handel zum Stopp-Kurs die anschließende Ausführung einer Stopp-Limitorder indes niemals mit Sicherheit gewährleistet; denn Spielraum für die Ausführung einer Stopp-Limitorder besteht nur in den engen Grenzen zwischen dem vom Investor zuvor festgesetzten Limitkurs und dem augenblicklichen Marktpreis.

 

Aufzählung

Varianten der Stopp-Order

 

Als weitere Spielarten der Stopp-Order treten die "Stop-Close-Only"-Order (SCO-Order) einerseits und die "Stop-Limit-Close-Only"-Order (SLCO-Order) andererseits auf. Bei beiden Varianten handelt es sich im Prinzip um gewöhnliche Stopp-Orders bzw. Stopp-Limitorders, indes mit der Besonderheit, dass die beiden letztgenannten ausschließlich in der sogenannten "closing range" – d. i. in einer offiziell festgelegten Zeitspanne innerhalb der letzten Handelssekunden einer jeden Börsensitzung, an Präsenzbörsen also zwischen "warning bell" und Handelsschluss – wirksam werden. Ein Durchbrechen des gesetzten Stopp-Kurses vor der Schlussperiode bleibt stets unbeachtlich. Nachteilig ist hierbei, dass nicht selten in den letzten Handelssekunden ein sogenannter "fast-market" (schneller Markt) zu beobachten ist mit der Folge, dass der tatsächlich erzielte Ausführungskurs im Falle einer "Stop-Close-Only-Order" stark vom erhofften Kurs abweichen kann bzw. dass es bei einer "Stop-Limit-Close-Only-Order" oft gar nicht erst zu einer gewünschten Ausführung kommen wird.

Daneben existiert an den Börsenmärkten noch die "Stop with Limit"-Order (SWL-Order), die weitgehend der Stopp-Limitorder gleich kommt mit dem einzigen Unterschied, dass ihr Limit-Kurs deutlich weiter vom aktuellen Marktpreis entfernt platziert wird, womit letztlich der eigenständige Charakter des Limit-Bestandteils der Stopp-Limitorder besonders betont werden soll.

 

 

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2010 Bert H. Deiters
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Stand: 27. Mai 2010. Alle Rechte vorbehalten.