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Einfache Limitorder
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Im vordringlichen Interesse jedes Händlers
liegt es, sich mit bester Aussicht auf Erfolg auf dem Markt zu positionieren.
Dem Käufer von Terminkontrakten (Long) ist vorrangig daran
gelegen, zu annehmbar niedrigen Kursen abzuschließen, um diese
alsbald zu höheren Kursen wieder verkaufen zu können; der Verkäufer
von Terminkontrakten (Short) sucht wieder möglichst hohe
Kurse auszumachen, um zurückzukaufen, wenn die Kurse sich genug ermäßigt
haben. Eine anerkannt brauchbare und bewährte Vorrichtung, die zuverlässig
Gewähr dafür leistet, dass der auf dem Markt erlangte Kurs über ein
akzeptables Maß nicht hinausgeht, bietet die Aufstellung einer
Limit-Order. Mit Rücksicht
auf die Ausrichtung der beschlossenen Handelsstrategie unterscheidet
man zwischen Kauf- und
Verkaufs-Limitorders:
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Stellt der Auftraggeber mit Erteilung
eines Börsenauftrags eine Preisziffer auf, bis zu deren Punkt auf
der Preisskala herauf er äußerstenfalls für einen Kauf zu bieten
entschlossen, d.h. in der
Nachfrage zu beharren bereit ist (obere ideelle Preisgrenze),
so ist dies ein Merkzeichen für eine Kauf-Limitorder
("buy limit order").
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Benennt der Auftraggeber dagegen bei
der Ordererteilung eine Preisziffer, bis zu deren Punkt auf der
Preisskala herab er noch zu verkaufen geneigt, d.h.
im Angebot zu bleiben bereit ist (untere ideelle Preisschranke),
so kennzeichnet dies eine Verkaufs-Limitorder ("sell
limit order").
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Eine
Limitorder (limitierter Auftrag; Limit, aus lateinisch
"limes" »Grenze«) ist demgemäß dadurch charakterisiert, dass
sie erkennbar einen Grenzpreis als Bedingung für ihre Ausführung in
sich schließt. Der Händler gibt mit Einreichung seiner Order (die er
bspw. als Kunde an ein Handelshaus, "Futures Commission Merchant"
FCM, richtet) ausdrücklich einen Höchst- bzw. Mindestkurs (Limito-Preis)
vor, bis zu dem hinauf er nötigenfalls zu kaufen bzw. hinab zu verkaufen
gewillt ist. Mit dieserart Anleitung stellt er sicher, dass der in der
Order prälimitierte Preis, zu dem er auf dem Markte im äußersten Fall
abzuschließen gedenkt, niemals zu seinem Nachteil unter- bzw. überschritten
werden kann. Nehmen wir dazu die folgenden Beispiele vor:
a.) Setzen wir den Fall, ein Händler reiche
eine Order ein, Gold-Futures zu einem Kontrakt-Preis (Futureskurs)
von 1520 (das ist seine gesetzte Preisziffer, die sich hier in US-$
pro Feinunze versteht) zu kaufen (=
Kauf-Limitorder), so gibt er damit seinen Willensentschluss offen kund,
zu nicht mehr als 1520 eine
Long-Position
in Gold-Futures zu beziehen ("entry order") bzw., je nach Handelsabsicht,
zum genannten oder, sofern es der Markt überhaupt zulässt, um einen
für ihn besseren Preis eine bereits vorhandene Short-Position in diesem
Kontrakt wieder einzudecken
("exit order"). Alle Terminpreise von 1520 und weniger sind für
ihn akzeptabel und werden bei entsprechenden Marktverhältnissen die
Order zur Ausführung bringen. Vorstehende Limitorder bleibt indessen
bis auf weiteres unausgeführt in den Orderbüchern der Börse zur Erledigung
aufbewahrt ("unable"), solange der Futureskurs sich im Markt
über der Marke von 1520US-$
bewegt – freilich in der geduldigen Erwartung, dass früher oder später
eine Zusammenführung ("matching") nach Maßgabe des gesetzten
Limits in den Bereich der Möglichkeit rückt.
b.) Angenommen, ein Händler erteilt eine
Order, einen Silber-Futures zu einem Futureskurs (ausgedrückt in US-¢
pro Feinunze) von, wie hier beispielhaft angenommen sei, 3890 zu verkaufen
(= Verkaufs-Limitorder), so
gibt er damit nach außen die Absicht zu erkennen, dass er nicht gesonnen
ist, zu irgendeinem unter 3890 zurückbleibenden Kurs im Silber-Futures
eine Short-Position
zu beziehen bzw. dazu eine vorgehaltene Long-Position nunmehr glattzustellen.
Selbige Limitorder bleibt in den Orderbüchern der Börse vorerst unvollzogen
zurück ("unable"), solange der Kurs unter der Marke von 3890
verharrt in der Erwartung, dass in einem späteren Moment bei einer sich
ändernden Marktlage ein "matching" der vorgemerkten Order zu den gestellten
Preisbedingungen sich erreichen lässt.
Wird eine Limitorder erstellt, so braucht
der Zusatz "Limit" nicht ausdrücklich auf dem Orderschein eingeschrieben
oder mit formuliert zu werden. Indem Sie bei der Orderverfertigung für
ein anstehendes Kauf- bzw. Verkaufsgeschäft explizit einen Kurs in Ansatz
bringen, wird Ihre Order allein dadurch bereits von Haus aus unfehlbar
als Limitorder ausgezeichnet. Beispiel: "Buy 1 December12
(COMEX) Gold at 1550"; hierbei handelt es sich um eine Kauf-Limitorder
deshalb, weil sie erkennbar die Angabe eines Preissatzes einschließt.
Selbstverständlich aber kann eine Limitorder immer auch wie in Folgendem
vollständig gefasst werden: "Buy 1 December12 COMEX Gold, US-$ 1550
on a limit".
Bei der Platzierung einer Limitorder ist
das Verständnis darüber, wie und wo der Limitkurs im Verhältnis
zum aktuellen Börsenkurs gesetzt werden will, von ausschlaggebender
Bedeutung für ihre sachgerechte Anwendung. Es gilt der allgemeine Merksatz:
Limitkurse von Kauf-Limitorders werden – ganz dem Vorhaben
gemäß – ein Stückweit unterhalb des aktuellen Marktpreises gelegt.
Entsprechend werden Limitkurse von Verkaufs-Limitorders ein Stückweit
oberhalb des aktuellen Marktpreises fixiert.*
[* Hier heißt
es besonders achtsam sein; denn: Eine Kauf-Limitorder wird in aller
Regel im Markt sofort ausgelöst, wenn ihr Limitkurs den laufenden
Marktpreis übertrifft. Eine Verkauf-Limitorder wird in aller Regel im
Markt sofort ausgelöst, wenn ihr Limitkurs den laufenden Marktpreis
unterbietet!]
Ein Beispiel: Gesetzt nun, COMEX-Gold
notiert im nächsten verfügbaren Termin derzeit mit 1550 (US-$ pro Feinunze).
Ein Händler, dem dieses Kursniveau behagt und der schleunigst zu kaufen
wünscht, wird jetzt zweckmäßigerweise mutmaßlich von einer
Marktorder ("market order")
Gebrauch machen. Andererseits aber könnte er sich auch versucht fühlen,
taktisch vorzugehen. Beispielsweise könnte er sich einer Kauf-Limitorder
bedienen, deren Limit-Preis er knapp unterhalb des aktuellen Marktpreises,
etwa auf 1549 setzt. Vielleicht reflektiert er im Stillen auf eine nochmalige
vorübergehende Kursschwäche, sagen wir, der Händler rechnet auf einen
Kursrückgang bis herab auf 1549 oder knapp darunter, und im Anschluss
daran auf eine rasche Kurserholung. Ein Mehrgewinn also von vielleicht
100 US-Dollar je Kontrakt, wenn es ihm gelingt. Die Gefahr einer isolierten
Vorgehensweise solcherart liegt regelmäßig darin, eine an sich aussichtsreiche
Ein- ("entry") oder Ausstiegsmöglichkeit ("exit") allein
deshalb zu versäumen, weil der Marktpreis an das vorher anvisierte Limit
nicht ganz heranzukommen vermochte und die fragliche Limitorder darum
nie zur Ausführung gelangen konnte (Ausführungsrisiko
der Limitorder!). Letztendlich hat der Händler eine gute Trading-Chance
sich hierdurch verscherzt oder eine günstige Realisationsgelegenheit
verpasst. Zum Nachteil bei dem ganzen Manöver ausschlagen kann außerdem,
falls der Marktpreis wider Erwarten urplötzlich durchsacken resp. emporschnellen
sollte, wodurch sich unmittelbare Verluste einspielen würden.
Es stellt sich sonach die Frage: Wann
und unter welchen Umständen kommt eine Limitorder überhaupt zur Ausführung?
– Grundsätzlich gilt von einer verwendeten Limitorder der Satz: Eine
Limitorder wird ausgelöst, sobald der geforderte Limitpreis vom Markt
bewilligt wird. Konkreter formuliert:
Eine
Kauf-Limitorder wird
ausgelöst, sobald der Marktpreis
auf oder unter den in der Order benannten Limitpreis herabsinkt.
Eine
Verkaufs-Limitorder
wird ausgelöst, sobald
der Marktpreis auf oder über den in der Order benannten Limitpreis
emporsteigt.*
[* Für Kauf-Limitorders
ist der Briefkurs
("ask-price") bestimmend, für Verkaufs-Limitorder hingegen ist
der Geldkurs ("bit-price") maßgebend. Hinreichend liquide Märkte
vorausgesetzt.]
Des Weiteren ist der folgenden Tatsache
Rechnung zu tragen: Geht der Umfang einer Limitorder über die Menge
eines einzigen Futures- bzw. einzigen Optionskontrakts hinaus, so wird
unter meist stillschweigend gemachten Voraussetzungen unterstellt, dass
der ordernde Kunde mit einer Teilausführung seiner Limitorder
einverstanden ist. Beim Vorkommnis einer Teilausführung lässt sich eine
vorliegende Order größeren Umfangs nicht in einem einzigen Abschlusse
in ihrem vorgesehenen Gesamtumfange zusammenführen, weil die Zahl an
Gegenaufträgen nicht zureichend ist. Ihre Ausführung erfolgt alsdann
stufenweise, sowie es die Marktverhältnisse zulassen. Die vollständige
Ausführung einer Kauf-Limitorder über beispielsweise 25
COMEX-Kupfer-Futures
kann demnach in Etappen zu verschiedenen Zeiten in verschiedener Kontraktzahl
und somit oft auch zu unterschiedlichen Kursen statthaben. Wer dies
vermeiden will, sollte fallweise lieber eine FOK-Order
an ihre Stelle setzen.
Überdies ist es von Wichtigkeit festzustellen,
dass gewöhnliche Limitorders niemals und nirgends von selbst
zu Marktorders werden können (vgl. hierüber auch
Stopp-Orders), selbst dann
nicht, wenn der aktuelle Marktpreis den Limitkurs zielgenau zu erreichen
vermag. Um diesen Sachverhalt sprachlich eigens zu betonen, werden Limitorders
mitunter auch als "resting orders" benannt.
Dreht es sich bei einer in Frage stehenden
Order indes um eine Limit-or-Market-on-Close-Order (dies ist
eine Variante der gewöhnlichen Limitorder, welche sich speziell dadurch
auszeichnet, dass sie mit einer MOC-Order
kombiniert wird), so liegt die Sache anders: Ist es dem Broker bis Handelsschluss
nicht möglich gewesen, eine Limit-or-Market-on-Close-Order zu den gesetzten
Konditionen zu effektuieren, so wandelt diese sich innerhalb der letzten
Handelssekunden automatisch in eine Marktorder und wird dementsprechend
zum nächstbesten Kurs Erledigung finden.
Nun liegt es nach dem Gesagten wohl klar
am Tag, dass jeder Limitorder grundsätzlich ein gewisses
Ausführungsrisiko
("execution risk") innewohnend ist. Letzteres resultiert für
den sich einer Limitorder bedienenden Händler geradewegs aus der Unbestimmtheit,
ob er pünktlich zum bewilligten Limitkurs überhaupt, wohlmöglich sogar
zu einem für ihn besseren Kurs, zum Zuge kommt oder eben gar nicht;
denn eine Limitorder kann immer nur dann im Markt Ausführung beanspruchen,
wenn der auf ihm hervorgebrachte Preis das gesetzte Limit hinlänglich
zu erreichen oder endlich zu durchkreuzen vermag. Sonst unterbleibt
die Ausführung des Auftrags einstweilen, oder der Abschluss scheitert
nicht selten auch endgültig. Selbst mit pünktlichem Erreichen des befindlichen
Limitkurses durch den laufenden Marktpreis ist dem Ordernden keine
Garantie auf Ausführung ("a fill") seiner Order gegeben.
Manchmal erreicht der Marktpreis sogar mehrere Male hintereinander punktgenau
den Limitkurs ganz vergeblich, ohne dass es je zur erhofften Orderausführung
("matching" und "fill") kam ("touched unable")
– und ohne dass man dem Broker oder sonstwem daraus den mindesten Vorwurf
machen könnte. Limitorders besitzen nämlich neben anderen den niedrigsten
Prioritätsrang unter allen Orderarten, das heißt, sie kommen gemäß Prioritätssteuerung
der gängigsten Marktmodelle der Börsen erst dann an die Reihe, nachdem
alle sonst noch ausstehenden Markt-, Stopp- und
MIT-Orders etc. zuvor
gehörig in Rücksicht gezogen werden konnten. In den meisten Fällen (Ausnahme:
"fast market") darf ein Investor also erst dann auf Ausführung seines
limitierten Auftrags rechnen, wenn der Marktpreis die durch den Limitkurs
gesetzte Linie in ihrer Höhe zu über- (bei Verkaufs-Limitorders)
bzw. zu unterschreiten vermochte (bei Kauf-Limitorders).
Doch welche Gesichtspunkte bestimmen nach
den vorausgegangenen Überlegungen nun die Höhe der Preisauszeichnung
einer in Diskussion stehenden Limitorder? – Generell, soviel steht fest,
wird der Händler im Moment der Entschließung einen präferierten, gleichwohl
für fair und marktgerecht erachteten Preis ansetzen. Dieser soll und
wird zugleich seine persönliche Preisunter- bzw. Preisobergrenze (d.i.
seine innerwirtschaftliche Wertschätzung und Erwartung gegenüber dem
betreffenden Handelsobjekt jetzt und zum Termin) widerspiegeln, bis
zu der er mitzubieten gewillt und imstande ist. Es geschieht dies regelmäßig
mit Rücksicht auf die vorwaltende
Marktvolatilität im jeweiligen
Marktumfeld, um ihre Ausführung noch wahrscheinlich zu machen. Natürlich
kann der Händler den Limitkurs auf einer ihm beliebigen Stufe auf der
Preisleiter ansetzen. Gleichwohl wird er ihn, will er beizeiten zum
Zuge kommen, in erreichbare Nähe der Zone des herrschenden Kursniveaus
setzen. Würde er ihn indes abweichend vom Stand des Marktes all zu hoch
oder all zu niedrig greifen, so liefe er Gefahr, zu teuer zu kaufen,
zu billig abzulassen oder schlichtweg leer auszugehen bzw. auf seinen
offenen Posten sitzen zu bleiben. Denn kein Kontrahent wird sich freiwillig
dazu verstehen, um einen abstehend gesetzten Limitkurs abzuschließen,
andererseits aber mit Freuden bereit sein, frappierend vorteilhafte
Preise ohne Zaudern zu akzeptieren. Unter diesem Blickwinkel rückt eine
Limit-Order in den Rang einer Option von gewissem Wert ein, die der
Auftraggeber an das Marktpublikum verschenkt. Gerade in schwungvollen
(volatilen) Märkten, zumal bei eng limitierten Preisen, erfährt eine
solche Option offenkundig einen besonders hohen Wert.
Zu beantworten ist die eingangs gestellte
Frage somit letztlich nur nach den individuellen Verhältnissen im konkreten
Einzelfall, abhängig von der jeweiligen Marktlage und den subjektiven
Motiven des beauftragenden Händlers. – Hervorzuheben ist bei der Gelegenheit
aus technischer Sicht außerdem, dass zumal bei der telefonischen Ordererteilung
Limitkurse eine bestimmte Mindestanzahl von "ticks"
vom letztgehandelten Futureskurs entfernt sein sollten, um von den einzelnen
Handelshäusern anstandslos als Limitorders akzeptiert und zügig vollführt
zu werden. Die genaue Anzahl der erforderlichen "ticks" (meist nur einige
wenige) variiert gewöhnlich von Terminkontrakt zu Terminkontrakt. Detaillierte
Informationen hierzu erhalten Sie erforderlichenfalls von Ihrem Broker
oder von der betreffenden Terminbörse.*
[* Bei einem zu
weit vom waltenden Marktpreis abstehenden Limitpreis einer Limitorder
wird dieselbe, bspw. an der Terminbörse
Eurex,
nicht geradewegs weitergeleitet, sondern zunächst erst auf ihre Richtigkeit
hin geprüft und muss hiernach nötigenfalls noch einmal bestätigt werden
(Limitplausibilitätsprüfung, "price reasonability check"), was
offenbar alles Zeit kostet. Die konkreten Spannen hiezu sind direkt
an der Eurex zu erfragen.]
Lässt es der Händler bei der Orderverfertigung
an Angaben zur Gültigkeitsdauer seiner Limitorder fehlen, so erstreckt
sich deren Gültigkeitsdauer grundsätzlich auf den gesamten Handelszeitraum
desjenigen Tages, an dem die Order erteilt worden ist. Eine Limitorder
erlischt, wenn sie regulär ausgeführt werden konnte, wenn sie nach Einreichung
innerhalb der Abhaltungszeit nicht erledigt werden konnte, ansonsten
wenn ihr beigelegter Gültigkeitszeitraum überschritten worden ist, wenn
das Laufzeitende des zu ordernden Kontrakts erreicht ist oder endlich
wenn sie durch den Auftraggeber widerrufen wurde.
Der statistischen Häufigkeit nach werden
Limitorders statt zum Schließen vorher eingeleiteter Positionen bevorzugt
zum Neuaufbau von Positionen in Futures ebenso wie in Optionen eingesetzt.
Zum Zwecke der Begrenzung von Verlusten bzw. zur Absicherung von Gewinnen
gehaltener Positionen dagegen haben sich in praxi weniger Limit- als
vielmehr Stopp-Orders ganz gut bewährt.
Orders, welche der Einrichtung von
Spreads dienen, bilden ein
eigenes Repertoire an Orders. Diese fallen in die Kategorie der strategisch
kombinierten Orders ("Kombinationsorders",
"combination orders"). An vielen Terminbörsen stehen Orders für
ausgesuchte Spread in einer vorab normierten Form extra zur Verfügung.
Wenn und weil Spread aus handelstechnischer Sicht auf breitester Basis
auf einen einheitlichen Zweck hinwirken – bei Spreads in Futures und
Optionen ist dies die Ausnützung von Preisdifferenzen verschiedener
Märkte und seiner Segmente –, werden nach solchem Muster präparierte
Orders von den meisten Börsen wie selbstverständlich als legitime Einzelorder
("unit") gehandhabt. Durch ihre Hilfe lässt sich eine Spread-Position
wie aus einem Guss aufbauen, und ebenso leicht wieder schließen. Allerdings
lässt sich angesichts der schier unübersehbaren Zahl an Kombinationsmöglichkeiten,
welche die verschiedenen Futures-Artikel erlauben, nicht jeder beliebige
Spread durch eine an den Börsen hingestellte Spread-Order aufbauen.
Die aus dem Rahmen fallenden Spreads müssen dann notgedrungen durch
Einzelorders eingeleitet werden ("legging in"). Spread-Orders
werden aus inneren organisatorischen Gründen an den Börsen einem separaten
Orderbuch zugeteilt, dem sog. Kombinationsorderbuch. Auf diese
Weise wird sichergestellt, dass durch eine Spread-Order tatsächlich
stets beide Seiten des betreffenden Spreads zur Entstehung gelangen
bzw. geschlossen werden, oder aber gar keine.
Das Augenmerk richtet sich im Falle von
Futures-Spreads, wie oben erwähnt, prinzipiell auf erwartete Änderungen
in der Preisdifferenz (im Falle von Spreads mit Optionen: in
der Differenz der Optionsprämien) der Seiten eines Spreads, und zwar
weitestgehend unabhängig vom gerade herrschenden Kursniveau sowohl als
von der allgemeinen Richtung der sich schließlich einspielenden Kursentwicklung
in den betreffenden Marktabschnitten. Im Zuge des Aufbaus von Spread-Positionen
unter dem Aspekt einer größtmöglichen Ausführungssicherheit hat es sich
als nützlich erwiesen, von einer Einzellimitierung abzusehen, was an
sich ebenso wohl möglich wäre ("legging into a spread"), und
stattdessen mittels Spread-Limitorder nicht die absoluten, sondern die
jeweilige Preisdifferenz zu limitieren. Das von den Terminbörsen eigens
zu diesem Zweck bereitgestellte Orderinstrumentarium vermeidet damit
insbesondere solcherart Unbequemlichkeiten, die sich im Zusammenhang
mit der Verwendung von Einzelorders ergeben können, die zumal dann schlagend
werden, wenn es just im Moment des Transaktionsschlusses der einzelnen
Orders unverhofft zu einer abrupten Veränderung in der Kursrelation
kommt ("execution-risk"). Insofern tragen Spread-Limitorders
ohne Zweifel zur Erhöhung der Planungssicherheit im Trading bei.
Spread-Orders können prinzipiell entweder
limitiert oder – praktisch seltener – auch als Marktorder erteilt werden
(Eurex
nur limitiert). Stopp-Orders für Spreads gibt es indessen nicht. Spread-Marktorders
sind unproblematisch und werden analog zu einfachen Marktorders abgewickelt.
Der Limitorder kommt für das Spread-Trading indessen eine besondere
Bedeutung zu. Da die Volatilität
von Preisdifferenzen im Regelfall erheblich geringer ausfällt
als jene von Futureskursen einzelner (singulärer) Positionen, können
(und sollten) Spreads grundsätzlich ohne Nachteil limitiert geordert
werden. Zu beachten ist hierbei, dass das Limitum von Spread-Limitorders
sich immer bezieht auf die Preisdifferenz im Kurs zwischen zwei
in Frage stehenden Terminkontraktarten.
Spreads werden eingeleitet, indem eine
Kontraktart gekauft (long) und daneben eine andere Kontraktart von verwandter
Natur in der jeweils zweckmäßigen Zahl verkauft (short) wird. Zur Einrichtung
eines Spreads sind folglich stets mindestens zwei Märkte nebeneinander
zu betreten. Bei der Ordererteilung für Spreads in Futures und Optionen
wird der Terminmonat des
zu kaufenden Kontrakts üblicherweise vor jenem des zu verkaufenden
Kontrakts angeführt. Ein hierbei benanntes Preislimit bezeichnet stets
eine Prämie (Aufgeld). Beispiel
für eine Spread-Limitorder in Futures: "Spread, Buy 2 October12 Cotton
and Sell 2 December12 Cotton, 1 Cent above the December Sell-Side".
Dieser Spread kommt nur dann zustande, wenn Dezember-Baumwolle mindestens
um 1 US-Cent höher notiert als Juli-Baumwolle. M.
a. W. die Preisdifferenz zwischen beiden Kontrakten wird auf
mindestens 1 US-Cent pro pound (lb)
des Spreads begrenzt. – Beispiel für ein Produkt-Spread in Futures:
"Spread, Buy 4 November12 Heating Oil Crack, product $ 3 premium".
Alle Spread-Orders gelangen an den Börsen
grundsätzlich in der Weise zur Ausführung, dass im Marktprozess beide
Einzelpositionen eines eingebrachten Spreads ("beide Beine des Spreads"),
und dabei zahlenmäßig im gleichgewichtigen bzw. vorbestimmten Umfange,
nach Möglichkeit gleichzeitig zusammengeführt werden.
Zur Vermeidung von Missverständnissen
sollte bei der Order-Formulierung, wie gesagt, der Name des zu kaufenden
Futures (long) als Teil eines Spreads grundsätzlich vorweg genannt werden.
Darüber hinaus sollte eine Spread-Order durchweg auch als solche eindeutig
bezeichnet werden. Indem Sie eine Order unmissverständlich mit dem einleitenden
Wort "Spread" als Spread-Order deklarieren, vereinfachen Sie
die weitere Abwicklung und sichern sich gleichzeitig die an vielen Terminbörsen
ermäßigten Margin-Erfordernisse
für Spread-Positionen. Hinzuweisen ist letztlich noch darauf, dass die
meisten Kommissionshäuser Inter-Markt-Spreads lediglich interessewahrend
unter Vorbehalt akzeptieren ("not held"), wonach keinerlei Anspruch
oder Gewähr auf Ausführung besteht.
Ein Händler, der sich mit Plänen trägt,
an seinem Engagement in einem nahen Termin eines Futures noch bis unmittelbar
vor dessen Fälligkeit festzuhalten und möglichst gleichzeitig zur Glattzustellung
desselben eine neue, ansonsten identische Position im nachfolgenden
Termin aufzubauen (ein Verfahren, das unter dem Namen "roll-over" oder
"switching" bekannt ist), greift zur Umsetzung seiner Pläne zweckmäßigerweise
auf eine Switch-Order zurück. Switch-Orders können ebenso wie
Spread-Orders vermöge einer im Allgemeinen hinter der von Preisdifferenzen
zurückbleibenden Volatilität jederzeit ohne Nachteil als limitierte
Orders formuliert werden. Bei der Ordererteilung für Switches in Futures
wird analog zu Spread-Orders der gekaufte Terminmonat gängigerweise
vor dem verkauften Terminmonat gestellt, wobei das Preislimit
stets eine Prämie bezeichnet.
Beispiel:
Ein "position-trader"
ist gegen Ende Mai 2012 bei herrschender inverser Zinsstruktur long
in drei Juni12 T-Bonds, plant aber, seine spekulative Position in diesem
Kontraktmarkt noch über den Termin hinaus aufrechtzuerhalten. Er instruiert
seinen Broker: "Switch - Please Buy 3 September12 T-Bonds, Sell 3
June12 T-Bonds at 12/32 over". Hiernach werden nur dann drei Juni12
T-Bonds verkauft und dazu gleichzeitig fünf September12 T-Bonds gekauft,
wenn die Kursdifferenz zwischen beiden Terminmonaten des T-Bond-Futures
12/32 nicht überschreitet (Hinweis: Der
T-Bond-Futures am CBOT der
CME Group
wird in Zweiunddreißigstel eines vollen Prozentpunktes festgestellt).
Um Missverständnissen vorzubeugen, empfiehlt
es sich, wie soeben gesagt, den zu kaufenden Futures als Teil eines
Switch stets zuerst anzugeben. Darüber hinaus sollte eine Switch-Order
durchweg auch als solche eindeutig benannt werden, indem Sie fernmündlich
erteilte Switch-Orders auch mit dem Wort "Switch" einleiten.
Im Zuge der Ausführung einer Limitorder
wird der Broker seine Bemühungen verstärkt daran wenden, wenn irgend
möglich den vom Kunden genannten, oder aber einen für ihn besseren Kurs
("or better") vom Markt einzuholen. "Besser" ist im Falle von
Kauf-Limitorders gleichbedeutend mit einem niedrigeren, im Falle von
Verkaufs-Limitorders dagegen mit einem höheren Ausführungskurs als der
vom Auftraggeber vorformulierte Limitkurs.
Zur Erteilung einer vollgültigen Limitorder
bedarf es im Allgemeinen des expliziten Zusatzes "or better" nicht (denn
durch die Beifügung "or better" wird der Broker fürderhin schlicht nicht
härter arbeiten; in vollelektronischen Systemen wiederum wird dieses
Attribut nirgends benötigt). Eine Ausnahme hiervon beschreibt indes
der folgende Beispielsfall: Der Kurs für April-COMEX-Gold notiert auf
dem Parkett aktuell mit 1490,00 (US-$ pro Feinunze), woraufhin ein privater
Händler eine Limitorder erteilt, einen April-Gold-Futures zu 1488 "or
better" zu verkaufen. Der beauftragte Broker ist hiernach aufgefordert,
(nachdem er sich vergewissern konnte, dass es sich tatsächlich um eine
Limitorder handelt) den Markt vorher auf bessere Kurse (hier: höhere
Kurse) als den festgelegten Limitkurs zu prüfen.
Machen Sie von dem Zusatz "or better"
also erst dann Gebrauch, wenn der Markt auch wirklich besser ist, da
es sonst zu Klärungsbedarf kommen kann, ob es sich bei Ihrer Order
de facto nicht doch um eine
Stopp-Order handelt, sodass
durch diese Verzögerung der richtige Zeitpunkt für eine prompte Ausführung
nicht ohne Not ungenutzt verstreicht.
Bei der Auftragsart einer Fill-or-Kill-Order
(FOK-Order, "quick order") handelt es sich um eine gewöhnliche
Markt- oder Limitorder, die eine Einschränkung dahingehend enthält,
dass sie an der Börse direkt im ersten Anlauf und zudem kumulativ
in vollem Umfange auszuführen ist. Wird eine FOK-Order mit einem
Preislimit (Limitorder) versehen, so wird
diese nur dann im Markt ausgeführt werden, wenn dies im verlangten Umfang
zum genannten Limitkurs oder zu einem für den Auftraggeber besseren
Kurs möglich ist. Kann der Markt diese Bedingung nicht erfüllen, so
wird die "Fill-or-Kill"-Order auf der Stelle storniert. Eine FOK-Order
kann aus diesem Grunde auch zu keinem Zeitpunkt Eingang in das Orderbuch
einer Börse finden.
Der Limitkurs einer FOK-Order wird sich
– wie bei allen Limitorders – aus Gründen der Zweckmäßigkeit am derzeit
herrschenden Marktpreis orientieren. Beispiel: "Sell 5 December12
Silver COMEX at 3550, fill-or-kill",
bei einem angenommen aktuellen Kurs des Silber-Futures von
3549 (US-¢ pro Feinunze). Im
Rufhandel wird der "floor broker" nach Entgegennahme der FOK-Order i.
d. R. drei Mal direkt hintereinander – aber in einer Aktion –
die Order zum gesetzten Limit (oder besser) auszuführen suchen. In automatisierten
Handelssystemen (Computerbörsen)
übernimmt demgegenüber die interne Software-Steuerung des Börsensystems
diese Aufgabe. Sollte eine Zusammenführung nicht auf Anhieb gelingen,
wird, wie soeben erwähnt, die FOK-Order sofort und vollumfänglich
gecancelt. Dabei ist es belanglos, ob kurz danach ein Handel zum
FOK-Order-Limitkurs möglich gewesen wäre oder nicht.
Die Abwicklung einer FOK-Order selbst
erfolgt insgesamt sehr rasch, so dass es sich bei telefonischer Ordererteilung
für den Händler lohnen mag, während der Orderausführung am Telefon auf
eine Ausführungsbestätigung ("a fill") zu warten.
Eine FOK-Order erweist sich häufig dann
als sinnvoll, wenn der Kauf bzw. Verkauf einer ganz bestimmten, vorgegebenen
Anzahl von Terminkontrakten bezweckt wird, aufgrund der momentan gegebenen
Markverhältnisse indes eine Ausführung zum gesetzten Preis lediglich
in einer unwillkommenen, geringeren Zahl vorauszusehen ist. Mit Erteilung
einer FOK-Order können Teilausführungen und die hierdurch oftmals verursachten
zusätzlichen Handelskosten leicht vermieden werden.
Teilausführungen sind nach dem Vorstehenden
bei FOK-Orders prinzipiell nicht erlaubt. Doch leider
beachten nicht alle Regelwerke der Börsen resp. nicht jedes Brokerhaus
diesen Leitgedanken der FOK-Order in gebührender Weise. Daher empfiehlt
es sich in hohem Maße, vor Gebrauch des FOK-Orderzusatzes verlässliche
Informationen hierüber einzuholen. – In Rücksicht auf das obige Fallbeispiel
wird der Broker sich im Regelfall jedoch beeifern, alle fünf Silber-Futures
in einer Aktion gleichzeitig zu verkaufen. Gelingt ihm dies nicht, wird
die fragliche Order wegen ihres FOK-Zusatzes sofort aufgehoben.

Ebenso wie die "Fill-or-Kill"-Order
ist die IOC-Order ("Immediate-or-Cancel"-Order, auch:
"Immediate and Cancel"-Order, oder kurz IC-Order genannt)
als eine vom Typ eingeschränkte Limitorder zu klassifizieren. Der Zusatz
IOC verlangt als solcher eine sofortige Orderausführung zu den
gesetzten Konditionen, aber nur soweit als möglich. Ein allenfalls
verbliebener, unausgeführter Teil wird sofort gelöscht. Der konzeptionelle
Unterschied zur "Fill-or-Kill"-Order besteht mithin darin, dass die
IOC-Order Teilausführungen ausdrücklich zulässt. In der Terminmarktpraxis
ist eine solche Möglichkeit einer Teilausführung der Order daher gebührend
ins Kalkül mit einzubeziehen.
Beispiel:
Ein Investor beauftragt seinen Broker, 10 April-Gold-Futures mit einem
Limitkurs von 1490 US-$ zu verkaufen, und zwar "Immediate-or-Cancel".
Die Order gelangt nur wenige Augenblicke später auf das Parkett der
Terminbörse COMEX.
Es kommt ein Handel über lediglich 8 April-Gold-Futures zum Limit-Preis
von 1490 US-$ zustande, dann fällt der Kurs auf 1489,80 US-$ zurück.
Der verbleibende Teil der Order (also 2 Kontrakte) wird nun sofort gecancelt,
und der Anleger erhält eine Ausführungsbestätigung über den Verkauf
von 8 April-Gold-Futures zu einem Marktpreis von 1490 US-$. Auch bei
der "Immediate-and-Cancel-Order" ist es nebensächlich, ob im Anschluss
hieran nochmals ein Handel zum IOC-Order-Limitkurs von 1490 US-$ oder
zu einem besseren Kurs möglich gewesen wäre oder nicht.
Eine Melange aus
Marktorder und einfacher
Limitorder verkörpert die Market-to-Limit-Order. Der Zweck einer
MTL-Order besteht in vorderster Linie darin, sich den gegenwärtig herrschenden
Marktpreis als Ausführungspreis ("execution price") auch im Tatsächlichen
zu sichern. Eine MTL-Order entfaltet ihre volle Wirksamkeit erst in
rege gehandelten, hochliquiden Märkten. Durch Erteilung einer MTL-Order
hält der Händler sich von unliebsamen Überraschungen durch plötzlich
eintretende Kursausschläge frei, welche er unter Verwendung einer ordinären
Marktorder etwa bei größerem Orderaufkommen in volatilen Märkten wohl
zwangsläufig in Kauf zu nehmen hätte. So kann es geschehen, dass durch
Eintreffen einer größeren Verkaufsorder der sich neu einstellende Marktpreis
weit unter den vorher festgestellten Marktpreis hinabgedrückt wird.
Bei der Formulierung einer Market-to-Limit-Order-Order braucht der Auftraggeber
keinen Limitpreis zu benennen. Der Limitpreis einer MTL-Order leitet
sich automatisch her von dem im Zeitpunkt der Ausführung aktuell am
Markt vorgefundenen besten Angebotspreis ("ask") bzw. vom besten
Nachfragegebot ("bid"), wie das folgende Beispiel verdeutlicht:
Der augenblicklich beste Angebotspreis
("offer") für den betrachteten
Euro FX
Futures beträgt im laufenden Handel, sagen wir, 1,2450. Eine Investor,
der zu diesem Kurs 15 Kontrakte abzuschließen wünscht, erteilt umgehend
folgende Order: "Buy 15 Euro FX Futures, market to limit". –
Zwei Fälle sind nun voneinander zu unterscheiden: 1.) Lautet das dem
quotierten Preis von 1,2450 zugeordnete Angebot über 15 Kontrakte oder
mehr, wird die Order sehr wahrscheinlich zum vorliegenden Angebotskurs
von 1,2450 im Markt ausgeführt. Ist dagegen 2.) das zugeordnete Volumen
kleiner als 15 Kontrakte, etwa 10 Kontrakte, kann der Investor wohl
mit einer Ausführung von 10 Kontrakten zum quotierten Preis von 1,2450
rechnen. Die restlichen fünf Kontrakte werden automatisch mit einem
Limitkurs zum maßgeblichen Teilausführungspreis von hier 1,2450
in das Orderbuch zur späteren Ausführung eingestellt. Sollte sich jedoch
kein Angebot zum Limitpreis mehr bilden, bleibt die Restzahl an Kontrakten
unausgeführt zurück.
Als weitere
Varianten
zählt die Limitorder noch in ihren Reihen 1.) die CV-Order
("complete volume order"), d.
i. eine Markt- resp. Limitorder, die nur bei genügend hoher Marktliquidität
an der Börse ausgeführt werden darf, sodass eine Teilausführung praktisch
ausgeschlossen ist, und 2.) die zumeist für größere Orders gern verwendete
MV-Order ("minimum volume order"), welche die Angabe eines
Mindestvolumens erfordert, welches im Falle von Teilausführungen nicht
unterschritten werden darf. Der bei Teilausführung nicht berücksichtigte
Rest einer MV-Order bleibt als herkömmliche offene Limitorder weiterhin
im Orderbuch vermerkt. Beispiel: "Buy 300 September T-Bonds at
115, minimum volume 200". Diese Order wird erst dann ausgeführt,
wenn bei einer Teilausführung noch mindestens 200 Kontrakte gekauft
werden können. Falls aber das Mindestvolumen unerreichbar sein sollte,
wird die MV-Order automatisch gecancelt.
Fazit
zu den Limitorders: Limitorders
existieren, weil im Zeitpunkt der Auftragerteilung der sich wahrhaftig
einstellende Marktpreis noch unbekannt ist. Besonders in sehr beweglichen
(volatilen) Märkten, aber auch in solchen, die sich in nur wenig ausgefahrenen
Geleisen bewegen, bietet die Limitorder dem Händler einen sichernden
Schutz vor ungewollt hohen (bei Kauf-Orders) bzw. ungewollt niedrigen
Transaktionspreisen (bei Verkaufs-Orders). Der Limito-Preis bildet stets
die Grenzmarke der möglichen Ausführungskurse. Eine Limitorder kann
daher als Maßnahme zur Beschneidung der Eintrittswahrscheinlichkeit
sich unverhofft einstellender, unerwünschter Ausführungskurse (Preisrisiko)
betrachtet werden. Eine Limitorder ist vorzugsweise dann am Platze,
wenn äußerstenfalls zu dem darin spezifizierten, lieber aber zu einem
besseren Preis ge- bzw. verkauft werden soll. Im Gegensatz zu einer
Marktorder kann der Auftraggeber bei Erteilung einer Limitorder indes
niemals genug sicher sein, dass seine Order auch tatsächlich zu dem
von ihm beanspruchten Kurs im Markt Berücksichtigung findet. Er läuft
somit Gefahr, leer auszugehen resp. auf seinen Beständen sitzen zu bleiben.
So gesehen tauscht der Händler die Hoffnung auf einen besseren Ausführungskurs
gegen die Ungewissheit darüber, ob er überhaupt zum Zuge kommt oder
eben nicht. Falls das erste Interesse des Händlers allerdings der sofortigen
Ausführung seiner Order zum herrschenden Kursniveau gilt, so wird er
fast immer auf eine Market-Order zurückgreifen wollen; denn der Gebrauch
von Limitorders ist, wie in diesem Beitrag darauf hingewiesen, zuweilen
mit einem nicht gering zu achtenden Ausführungsrisiko behaftet.
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