|
Das
zeitgemäße Management von Aktienportfolios im Allgemeinen und die Steuerung
von Aktienkursrisiken im Besonderen beruhen weithin auf dem Einsatz
von Finanzderivaten,
zumal von Futures und
Optionen auf
Aktienindizes*. Eine
vielfach erwünschte Versicherungswirkung lässt sich unter Zuhilfenahme
dieser oder ähnlicher Instrumente in vielen praktischen Alltagsfällen
meist nicht nur billiger und einfacher bewerkstelligen als durch Verwendung
alternativ verfügbarer Schutzmittel, sondern dank ihrer Beihilfe lässt
diese sich auf ebenso harmonische wie zielgenaue Weise abstimmen auf
die unterschiedlichsten Belange einer spezifischen Portefeuilleauswahl,
die auseinandergehenden Risikoneigungen der Disponenten mit eingeschlossen.
[* Aktienindizes
versinnlichen den Werteverlauf einer fest vorliegenden Auswahl an Aktien
auf leicht fassbare Art durch eine einzige darauf berechnete zusammenfassende
Kennzahl (Indexziffer). Ein Aktienindex lässt sich somit gedanklich
gleichsam als Maßgröße für den durchschnittlichen Wert einer spezifischen
Auswahl an Aktien – repräsentiert durch ein hypothetisches Aktienportefeuille
– begreifen. Zweck jedes Aktienindex ist es, in jedem Moment der Feststellung
ein den tatsächlichen Verhältnissen gerecht werdendes Bild des jeweiligen
Aktienmarktes nachzuzeichnen. So misst etwa der Deutsche Aktienindex
DAX® die
Wertentwicklung (Performance) eines hypothetischen Aktienportfolios,
welches seinerseits sich aus einer fest vordefinierten Anzahl von genau
30 der umsatzstärksten, nach Marktkapitalisierung und Orderbuchumsatz
gewichteten größten deutschen Aktienwerte zusammensetzt. Aktienindizes
werden allgemein von dazu berufenen Institutionen nach erprobten, eigens
ausgewählten statistischen Verfahren, die sich eng an die charakteristische
Zusammensetzung und den Eigenschaften ihrer Einzelwerte anlehnen, in
regelmäßigen Zeitintervallen berechnet und publiziert. Beim DAX®
geschieht dies zur Börsenzeit jede Sekunde (Laufindex).]
Zur
Ausschaltung bzw. zur Verminderung eines Aktienkursrisikos bieten sich
dank ihrer außerordentlichen Verkehrstüchtigkeit zuvörderst
Futures auf Aktienindizes*
an. Hierbei sind zwei Formen kompensatorischer Vorsorgemaßnahmen zu
unterscheiden: Zur Absicherung (Hedging) eines fix und fertig vorliegenden
Aktienportfolios auf dem herrschenden Werteniveau findet der
Sicherungsverkauf
("short hedge") Anwendung, denn er bietet Schutz vor sinkenden
Kursen; im Falle eines in Zukunft erst noch zu begründenden Aktienportfolios
wieder ist der
Sicherungskauf ("long hedge") das Mittel der Wahl, denn er
schützt unterdessen vor steigenden Einstandspreisen.
[* Da es sich bei
Aktienindizes dem Wesen nach offenbar nicht um die damit abgebildeten
materiellen ("physischen") Marktwerte selbst, sondern um daraus abgeleitete
abstrakte Größen handelt, ist zur Erfüllung all jener Futures-Kontrakte,
die sich auf Aktienindizes erstrecken, ein Barausgleich am Ende der
Laufzeit sinnvoll und notwendig: Statt einer
physischen Lieferung sämtlicher
einem Index zugrunde liegender Finanzmarkttitel – bei Aktienindex-Futures
füglich alle Aktienwerte – sind bei Terminfälligkeit von Index-Futures
alle bis dahin noch offen gebliebenen Kontrakte nach einer letztmaligen
buchtechnischen Zurechnung von Gewinnen und Verlusten auf den einzelnen
Positionskonten durch eine anspruchsabgeltende Ausgleichszahlung bar
glattzustellen. Die administrativ-organisatorische Abwicklung eines
Barausgleichs fällt generell in den Aufgabenbereich der der Terminbörse
angegliederten Abrechnungsstelle, der
Clearingstelle. Man spricht
hierbei von einem sogenannten
Cash Settlement (Barausgleich).
Nach erfolgtem Barausgleich gelten alle einbezogenen Positionskonten
als endgültig geschlossen; weitere Rechte und Pflichten bestehen sohin
nicht mehr. Indessen müssen Aktienindex-Futures nicht jedes Mal mit
Notwendigkeit bis zum Erfüllungstermin durchgehalten werden. Zur Aufhebung
eines Hedge-Postens reicht es nämlich völlig aus, der Einfachheit halber
eine vorzeitige Glattstellung bzw. Eindeckung der Aktienindex-Futures
im Terminmarkt durch ein dem entsprechendes Realisationsgeschäft (Gegengeschäft)
vorzunehmen.]
Wie
oben bereits darauf hingewiesen, eignen sich Aktienindex-Futures aufgrund
ihrer Flexibilität und ihrer allgemein hohen
Marktliquidität in
vorzüglicher Weise als ein taktisches Instrument zur Kurs- bzw. Marktwertsicherung
eines bestehenden ("short hedge") resp. künftig zu erwerbenden
("long hedge") wohl diversifizierten
Aktienportefeuilles. In einem
derart breit gestreuten Portfolio sind sämtliche Risikominderungen,
wie sie Mischungen von Aktien erlauben, bereits hinreichend ausgenützt*.
Das verbleibende, ergo noch sicherungstechnisch zu berücksichtigende
Risiko betrifft sonach ausschließlich das generelle Marktrisiko, das
in der fachbezogenen Sprache als systematisches Risiko ("market
risk", "systematic risk", "non-diversifiable risk")
bezeichnet wird. Systematische Risiken sind als solche vornehmlich auf
allgemeine makroökonomische bzw. wirtschaftspolitische Einflussgrößen
zurückzuführen, welche den bezüglichen Wirtschaftsraum stets als Ganzes
betreffen. Hierunter fallen in erster Linie jene wirtschaftliche Unsicherheitsursachen,
wie sie Zins- und Wechselkursänderungen, Wirtschaftswachstum und Konjunkturzyklen,
Wirtschaftspolitik und Gesetzgebung bis hin zu unbeherrschbaren äußeren
Einflüssen, wie Terror- und Kriegsgefahren hervorbringen, darüber hinaus
gehören hierher aber auch Vorkommnisse jenseits menschlicher Einwirkung,
so etwa Naturkatastrophen und sonstige Elementarereignisse. Dem Prinzip
gemäß schließt das systematische Risiko insonderheit auch die Gefahr
eines Börsensturzes (Deroute, "Börsencrash") gleicherweise in sich.
[* Gemeint ist
hiermit die nahezu vollständige Eliminierung sogenannter unsystematischer
Risiken ("idiosyncratic risk") durch Vornahme einer ausgewogenen
Investitionsmischung. Zu den unsystematischen Risiken zählen vor allem
die unternehmungs- und branchenspezifischen Risiken. Allgemein gefasst:
Mit zunehmender Zahl der in einem Portfolio gehaltenen (preislich nicht
vollkommen positiv korrelierten) Wertpapiere ermäßigt sich das unsystematische
Risiko desselben in einem bestimmten Verhältnis – freilich immer nur
bis auf einen gewissen Sockelbetrag hinab.]
Aktienportfolios verschiedensten Zuschnitts werden im großen Stil von
Hedge-Fonds, Anlage- und Investmentfonds ("mutual funds"), Rentenfonds
("pension funds") und Versicherungsgesellschaften unterhalten.
Ihren Leitern fällt die Aufgabe zu, die von den Aktienmärkten ausgehenden
Preisrisiken so zu steuern, dass eine angestrebte Rendite mit hoher
Gewissheit sich auf eine gewisse absehbare Frist einspielt ("portfolio
management"). Derartige Portefeuilles zeichnen sich in aller Regel
dadurch aus, dass sie weitgehend frei von unsystematischen Risiken sind.
Ihr Management konzentriert sich somit vornehmlich auf das systematische
Risiko. Zu diesem Zweck kommen abermals Aktienindex-Futures zur Anwendung.
Mit Hilfe von Aktienindex-Futures lassen sich wohl diversifizierte individuelle
Aktien-Portfolios jedes denkbaren Wirtschaftsbereichs, d.i.
auf länder-, regionen- als auch auf branchenspezifischer Ebene, auf
kostengünstige Weise nachhaltig im Werte sichern.
Doch
nicht nur zur Handhabung von Wertänderungsrisiken von Wertpapierportfolios
("Portfolio-Exposure"), sondern auch zum Hedging resp. Management von
Kursrisiken einzelner Aktienwerte ("one-stock portfolio"; und
zwar sowohl für Plus- = "long" als auch für Minuspositionen = "short",
Leerverkauf; "Aktien-Exposure")
finden Aktienindex-Futures breiteste Nutzanwendung. Selbst wenn nur
innerhalb gewisser Grenzen und nicht mit gleicher durchschlagender Kraft,
so ist die letzterwähnte Verwendungsmöglichkeit dem Umstand zu verdanken,
dass – je nach konkret vorliegendem Aktientitel – regelmäßig eine mehr
oder weniger enge markttechnische Beziehung zwischen einem repräsentativen
Index-Portfolio und einem daran sich akkommodierenden einzelnen Teilhaberpapier
unverkennbar festzustellen ist. So lässt sich beispielweise in Ermangelung
korrespondierender oder genügend liquider Aktien-Futures ("single
stock futures", SSF) mit Index-Futures gezielt allein das systematisches
Risiko einer Aktie steuern. Es versteht sich wohl von selbst, dass ein
statistisch signifikanter Zusammenhang der Wertänderungen des hierbei
zum Einsatz kommenden Aktienindex-Futures mit den Wertänderungen eines
einzeln zu sichernden Beteiligungstitels resp. abzusichernden teildiversifizierten
Portfolios eine entscheidende Vorbedingung ist für ein brauchbares,
effizientes Hedging des Aktienkurs- bezw. verbliebenen Portefeuille-Risikos.
In jenen Marktsituationen indes, in denen die wirtschaftliche Wirklichkeit
die Voraussetzung einer hinreichend stark positiven Korrelation verletzt,
erweist sich, falls vorhanden, der Rückgriff auf geeignete Aktien-Futures
oder gegebenenfalls auch auf Aktien- oder Aktienindex-Optionen*
gegenüber der vorerwähnten vielfach als die trefflichere Strategie.
[* Als die beiden
größten Börsen für Aktienoptionen gelten die
Chicago Board Options
Exchange (CBOE) und die
International Securities
Exchange (ISE).]
Sowie
jedoch ein zu sicherndes Aktienportfolio in seiner strukturellen Zusammensetzung
ganzheitlich oder annähernd ganz der Struktur des dem Futures zugrunde
liegenden Aktienindex entspricht, erübrigt sich offenkundig die Analyse
des zweckmäßigerweise als Sicherungsinstrument einzusetzenden spezifischen
Aktienindex-Futures; er liegt durch sie bereits fest. Gleichzeitig kommt
damit die sonst nötige und im folgenden Abschnitt noch zu erörternde
Untersuchung des individuellen
Beta-Faktors von Aktien in
Wegfall. Ist andererseits eine strukturelle Identität praktisch nicht
erzielbar, so ist analog zum typischen Anwendungsfall eines
Cross-Hedge naturgemäß ein
erhöhtes Basisrisikos
in den Kauf zu nehmen. Denn bekanntlich gilt: Das einem Hedge-Posten
insgesamt anhaftende Basisrisiko steigt regelmäßig an mit zunehmender
Inkongruenz zwischen jenen Werten, die ein abzusicherndes Aktienportfolio
zusammensetzen und jenen Werten, die den Marktindex bilden, der dem
standardisierten Sicherungsinstrument eines Aktienindex-Futures unterliegt.
 |
Der Parameter β (Beta) als Bestimmungsfaktor für die optimale
Anzahl von Index-Futures-Kontrakten
|
Wer
die Grundlagen der Kapitalmarktgleichgewichtstheorie mit Aufmerksamkeit
durchgearbeitet hat und mit deren Ergebnissen gut vertraut ist, wird
wissen, dass der Zusammenhang zwischen der erwarteten Rendite eines
spezifischen risikobehafteten Investitionsobjekts (z.B.
eines ganz bestimmten Aktienportfolios) und der erwarteten Rendite des
Marktportfolios, welches dem Prinzipe nach den Möglichkeitsraum aller
zur Verfügung stehenden Anlagen ("assets"; stellvertretend wird
meist ein repräsentativer Aktienmarkt-Index herangezogen) erschöpft,
durch den aus dem Capital Asset Pricing Model (CAPM)
bekannten Parameter Beta
(β) zum Ausdruck kommt. Als ein relativiertes, zukunftsbezogenes
Risikomaß für das Marktrisiko (systematisches Risiko) erfasst der
β-Faktor die zu erwartende Renditeänderung eines individuellen Wertpapiers
bzw. Wertpapierportfolios in linearer Abhängigkeit von Änderungen der
Rendite des Marktportfolios. Ein nominal risikoloses Wertpapier, wie
z.B. ein Schatzwechsel, T-Bill
u. dgl., besäße demnach einen Beta-Faktor in Höhe von null. Einem derartigen
Papier haftet demgemäß kein systematisches Risiko an, weil seine Rendite
konstruktionsbedingt von fallenden sowohl als von steigenden Kursen
des Aktienmarktes unbeeinflusst bliebe, womit diese faktisch als unabhängig
von den Wertänderungen des Marktportfolios zu betrachten ist. Beträgt
der β-Faktor eines Portfolios beispielsweise plus 1, so spiegelt seine
Performance in Richtung und Ausmaß die Performance des gesamten Aktienmarktes
im Durchschnitt wider. Beläuft sich der β-Faktor des Portfolios auf
plus 2, so ist die erwartete Überschussrendite desselben doppelt so
hoch anzusetzen wie die des Gesamtmarktes; bei β = 0,5 hinwiederum nur
halb so hoch usw. Dies gilt für beliebige Abstufungen von Beta sinngemäß.
Besteht gleichzeitig eine hohe statistische Korrelation, so lässt sich
folgern, dass die Risiken des untersuchten Portfolios sehr eng mit jenen
des "breiten" Marktes verknüpft sind. Der Leser beachte, dass der Beta-Faktor
β von seiner Wesensart her a priori auf Zukunftserwartungen beruht
(Ex-ante-Wert). Eine praktische Anwendung des Beta-Faktors auf einzelne
Aktienwerte resp. individuelle Aktienportfolios wird folglich tatsächlich
immer nur auf unsicheren, gemutmaßten Daten* aufbauen können.
[* Vgl. hierüber:
Hull, J.C.: "Options,
Futures, and Other Derivatives", Seventh Edition, S.62ff.]
Um trotz der vorerwähnten Problematik einen zumindest im Groben zutreffenden
β-Faktor auch unter empirischen Marktverhältnissen ermitteln zu können,
bedient man sich allerlei Techniken der elementaren Statistik, wobei
als Ursprungsdaten für eine Berechnung für gewöhnlich historische (Ex-post-)
Kurse in Ansatz kommen. Als eine probate Methode dafür hat sich
namentlich die einfache Regressionsanalyse ("Methode der kleinsten
quadratischen Abweichungen") erwiesen: Danach erhält man bei Vorliegen
einer geeigneten Renditesequenz den gesuchten β-Faktor als Steigung
(tan α) der linearen Regressionsgeraden
(der sog. "characteristic line", Marktmodell) durch die
Punktwolke der Renditepaare, indem die Überschussrenditen der zu untersuchenden
Aktie (bzw. eines individuellen Aktienportefeuilles) an der Ordinate
gegen die Überschussrendite des Gesamtmarktes an der Abszisse in einem
Streudiagramm abgetragen werden. Die Überschussrenditen erhält man aus
den Differenzen zwischen den Renditen der Aktie und dem maßgeblichen
Sicherheitszinssatz in Bezug auf einen ganz bestimmten Betrachtungszeitraum.
Inhaltlich verkörpert die Überschussrendite somit jenen Renditebetrag,
der über die Rendite einer nominal risikolosen Anlage, wie z.
B. T-Bill, EURIBOR, "repo-rate" (Pensionssatz) etc., hinausgeht
bzw. dieselbe unterbietet. Aussagen über die Güte des festgestellten
Zusammenhangs liefert hierbei das in der Statistik gebräuchliche Bestimmtheitsmaß
R². Dem so ermittelten Beta-Faktor liegt u.
a. methodisch die (zweifelsohne heroische) Annahme zugrunde,
dass die Steigung der "characteristic line" auch in Zukunft konstant
bleibt (Stationaritätsannahme).
Zur Ermittlung des optimalen Gewichtsverhältnisses zwischen Termin-
und Kassaposition (Hedge-Quotient
h, zweckmäßige Kontraktzahl einzusetzender Futures) unter der Zielsetzung,
das Kursrisikos zu minimieren, erhält man in Bezug auf die Vorgehensweise
beim Hedging mit Aktienindex-Futures nun Folgendes: Beträgt der Wert
für Beta plus 1, dann sollte die Zahl der zur Absicherung verwendeten
Aktienindex-Futures so bemessen sein, dass der Gesamtwert des Aktienindex,
welchen die Futures-Kontrakte insgesamt repräsentieren, gleich ist dem
Gesamtwert des abzusichernden Wertpapierportfolios. Gilt dagegen: β
= +2, so ist das Portfolio offensichtlich doppelt so reagibel wie der
Marktindex, und die zur Ausschaltung des Kursrisikos zu empfehlende
Position in Index-Futures sollte demgemäß auch das Zweifache des Wertes
des zu sichernden Portfolios betragen; ist β = +0,5, so ist dasselbe
nur halb so volatil wie der breite Markt mit der Folge einer entsprechend
halb so großen Position in Index-Futures. Da nach dieser Richtschnur
die Zuverlässigkeit des Hedge offenbar entscheidend von der zutreffenden
Schätzung des Beta-Faktors abhängt, mag bei der Zusammenstellung des
Datenmaterials und seiner Berechnung größte Sorgfalt geboten sein.
Sofern im Rahmen der Zusammenstellung eines zu strukturierenden Portfolios
Freiheitsgrade bestehen, empfiehlt es sich also, im Hinblick auf ein
künftig denkbares Hedgegeschäft ein Portfolio grundsätzlich schon in
seinem Errichtungszeitpunkt möglichst eng an einen bereits gehandelten,
liquiden Aktienindex-Futures anzulehnen. Je breitere Ausmaße der Diversifikationsgrad
hierbei annimmt, desto tiefer wird das "unsystematische Risiko" herabgedrückt
– und von einer umso stabileren Beschaffenheit wird damit überdies auch
der Beta-Faktor sein.
Die in dem Bisherigen gewonnenen Ergebnisse sollen nunmehr auch formallogisch
unter dem Bilde der mathematischen Sprache abgebildet werden. Der vorstehend
skizzierte innere Zusammenhang zwischen abzusicherndem Aktienportfolio
und Aktienindex-Futures dient dabei zugleich als Anknüpfungspunkt zur
Herleitung der zweckmäßigen Anzahl der im praktischen Fall der Wirklichkeit
einzusetzenden Futures-Kontrakte, und zwar wie folgt:
|
X = [WP / (Ki
· pw)] · βip
|
mit
X : gesuchte Zahl der zwecks Kurssicherung zu kaufenden/verkaufenden
Aktienindex-Futureskontrakte;
WP : augenblicklicher Marktwert des abzusichernden
Portfolios;
Ki : augenblicklicher Kursstand desjenigen Aktienindex,
auf den ein einzelner zur Absicherung verwendeter Aktienindex-Futureskontrakt
basiert;
pw : monetärer Gegenwert, den ein voller Indexpunkt
des Aktienindex im darauf basierenden Aktienindex-Futureskontrakt repräsentiert;
βip : Beta-Faktor des abzusichernden Aktienportfolios
(bzw. Aktie) in Relation zum verwendeten Aktienindex (hier verwendet
als Hedge-Quotient h).
Anmerkung: In den englisch-amerikanischen Lehrbüchern findet
man mitunter die Formel X = (WP/WF)·βpf
, mit WF = Gesamtgegenwert des Kontraktumfangs eines Aktienindex-Futures.
Stellt man die materiellen Auswirkungen dieses Ansatzes in Parallele
mit den Ergebnissen der erstgenannten Formel, die alternativ den Marktwert*
des aktuellen Indexstandes in Anschlag bringt, so zeigt sich, dass die
Distinktion aus praktischer Sicht eine kaum spürbare ist. Letztere hat
der ersteren der hier vorgestellten Formeln gegenüber indes den Vorzug,
dass sie dem Sachverhalt eines täglichen Buchungsschnitts ("mark
to market") durch die Terminbörsen implizit Rechnung trägt.
Die praktische Anwendung der alternativen Verfahrensweise macht jedoch
im Falle einer verloren gegangenen Harmonie des Hedge-Postens ("hedge
slippage") eine fortdauernde ("dynamische") Anpassung desselben
an die geänderte Marktlage zwingend erforderlich ("tailing the hedge").
[* Den Marktwert
des Aktienindex erhält man als Produkt von Indexstand kassa und Indexmultiplikator
des betreffenden Index-Futures.]
Die Laufzeit der zum Einsatz kommenden Futures sollte nach Möglichkeit
mit der des veranschlagten Hedge-Zeitraums übereinstimmen. Sollte überdies
das zu hedgende Portefeuille hierbei in seiner Struktur mit dem Basisindex
des verwendeten Aktienindex-Futures vollständig übereinstimmen, so ist
– wie oben bereits angedeutet – zur Ausschaltung des Preisrisikos der
Beta-Faktor per Definition mit plus 1 anzusetzen.
Nach diesen vorbereitenden Überlegungen werden auf der folgenden Seite
verschiedene Hedge-Strategien mit Aktienindex-Futures in ihren Grundzügen
anhand von Beispielen detailliert vorgestellt, wobei auch auf allerlei
Praxisfragen näher eingegangen werden soll.
|